Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Mitsprache: Warum ein Betriebsrat sich für 70.000 Beschäftigte im Kreis Rottweil lohnt

Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Mitsprache: Betriebsratswahl 2026 im Kreis Rottweil.

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Hinweis der Redaktion: Diese Pressemitteilung haben wir nicht oder nur oberflächlich redaktionell bearbeitet. Sie wurde direkt in das Angebot der NRWZ übernommen.

Rottweil. In rund 2.250 Betrieben im Landkreis Rottweil sind derzeit die Beschäftigten zur Wahl ihrer Betriebsräte aufgerufen. Zwischen 1. März und 31. Mai finden bundesweit die regelmäßigen Betriebsratswahlen statt. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sind im Kreis Rottweil rund 70.400 Beschäftigte wahlberechtigt.

„Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Mitbestimmung – mit Betriebsrat sind die Arbeitsbedingungen spürbar besser“, sagt Burkhard Siebert von der NGG-Region Schwarzwald-Hochrhein. Dennoch gebe es im Landkreis nach wie vor in einem Großteil der Unternehmen keinen Betriebsrat. „Beschäftigte verschenken damit ihre Chance, wichtige Entscheidungen im Unternehmen zu beeinflussen“, so Siebert.

Einen Betriebsrat wählen kann jede Belegschaft in Betrieben mit mehr als fünf Beschäftigten – unabhängig davon, ob es sich um Industrie, Handwerk, Lebensmittelproduktion oder Bäckereien handelt. Wahlberechtigt sind Vollzeit- und Teilzeitkräfte ebenso wie Auszubildende. Nach Darstellung der NGG bündelt der Betriebsrat die Interessen der Beschäftigten und verschafft ihnen mehr Gewicht gegenüber der Unternehmensleitung.

Besonders wirksam sei das Zusammenspiel von Gewerkschaft und Betriebsrat. Während die Gewerkschaft Tarifverträge aushandle, sorge der Betriebsrat im Unternehmen dafür, dass die Belegschaft auch tatsächlich von tariflichen Regelungen profitiere. Siebert verweist auf Studien des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Demnach bieten tarifgebundene Betriebe deutlich bessere Arbeitsbedingungen als Unternehmen ohne Tarifvertrag: Beschäftigten fehle ohne Tarifbindung rechnerisch ein volles Monatsgehalt im Jahr, zudem komme eine Woche Mehrarbeit hinzu.

Betriebsräte spielten auch bei Ausbildung und Fachkräftesicherung eine zentrale Rolle. „Mehr Azubis fürs Unternehmen und weniger Probleme bei der Ausbildung – so lässt sich das Engagement von Betriebsräten auf den Punkt bringen, wenn es um den Nachwuchs geht“, erklärt Siebert. Gerade in Krisenzeiten könnten Betriebsräte helfen, Jobs zu sichern. „Ein Betriebsrat setzt immer auf vernünftige Konzepte, um Arbeitsplätze zu erhalten“, betont der NGG-Geschäftsführer.

Auch in der regionalen Lebensmittelindustrie, die nach Einschätzung der Gewerkschaft in der Regel krisenfeste Arbeitsplätze bietet, bringe ein Betriebsrat Vorteile. Das beginne bei der Urlaubsplanung und reiche über betriebliche Weiterbildung und Gesundheitsschutz bis hin zu fairen und transparenten Schichtplänen.

Die NGG Schwarzwald-Hochrhein unterstützt im Landkreis Rottweil insbesondere Beschäftigte in der Lebensmittelherstellung und in der Gastronomie dabei, ihren Betriebsrat zu wählen oder erstmals zu gründen. Kontakt zur Gewerkschaft ist unter der Mailadresse region.schwarzwald-hochrhein@ngg.net oder telefonisch unter (0761) 27 30 51-0 möglich.

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