Am Samstag zogen die die Haussammler des Fördervereins der Narrenzunft mit elf Gruppen aus der Zunftstube in den Ort hinaus, um den alten Brauch auch in diesem Jahr wieder durchzuführen.
Zu alten Zeiten war Geld allerorten Mangelware und doch wollte man einen alten Narrenbrauch aufrechterhalten, also wurde in Villingendorf vornehmlich Weizen gesammelt, das Mehl wurde zum Backen von Wecken und Küchle verwendet, die die Narren ans Volk verteilten. Später finanzierte der Verkauf des Weizens an örtliche Abnehmer den Kauf von Bonbons und Orangen und somit das alte Ziel, wenn auch auf Umwegen, erreicht. Die Narren zu Villingendorf erhielten ihr Auswurfmaterial.
Am Samstagmorgen gegen zehn rückten die Haussammler aus. In vielen Häusern erhielten sie neben einer monetären Spende auch eine mehr- oder minderprozentig flüssige Spende, was der guten Sache zwar keinen Abbruch tat, aber doch für gute Stimmung bei Gastgeber wie Haussammlern sorgte. Auch so manches “Käppele” tat sich am Wegesrande auf, in dem bewirtet wurden. Zum Teil schweren Schrittes und vom weiten Weg sowie den flüssigen Strapazen gezeichnet, kehrte die letzte Gruppe am späten Abend zurück.
Zum Sammelergebnis sei vorab nur erklärt, auch dieses Jahr werden die Narren in Villingendorf wieder gut bestückt vom Elferrat in den Fasnetsumzug gesandt, um wie in alten Zeiten Jung und Alt zu erfreuen. Das gesammelte Geld wird vom Förderverein und der Narrenzunft für viele gute Zwecke verwendet: Neben dem Auswurfmaterial wird hiervon die Kinderfasnet in der Mehrzweckhalle gesponsert, das Fasnetsküchle am Wendepunkt des Umzugs am Fasnetsmontag sowie Wurst und Wecken für die Kinder nach dem Umzug bezahlt. Auch die Kinder in der Kinderkrippe und den drei Kindergärten bekommen am Schmotzigen morgens Wurst und Wecken.
“Der Förderverein der Narrenzunft Villingendorf dankt allen Haushalten in Villingendorf, die zur Beibehaltung des alten Brauchs und zur wohlbehaltenen Rückkehr aller Haussammler beigetragen haben”. Wenn auch heutzutage Geld statt Weizen gesammelt wird, der gute Zweck bleibt: “Jedem zur Freud‘ und niemand zum Leid!”
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