Vor dem Rathaus in Zimmern steht seit Kurzem eine Rote Bank mit der Aufschrift „Kein Platz für Gewalt“. Sie ist die neunte Bank dieser Art im Landkreis Rottweil und soll als sichtbares Zeichen gegen Gewalt sowie als Anstoß für Gespräche im öffentlichen Raum dienen.
Zimmern – Die Initiative „Kein Platz für Gewalt“ wurde vom Verein „Frauen helfen Frauen + AUSWEGE e.V.“ ins Leben gerufen. Der Verein unterstützt seit vielen Jahren Menschen, die von Gewalt betroffen sind, und möchte mit den roten Sitzbänken auf das Thema aufmerksam machen.„Gewalt hat viele Gesichter und ist nicht auf ein Geschlecht oder eine bestimmte Gruppe beschränkt“, sagte Geschäftsleiterin Dorothee Golm bei der Aufstellung. Die Rote Bank solle ein Ort der Besinnung sein und Menschen dazu ermutigen, sich gegen Gewalt zu positionieren.
Die Bank wurde vor dem Rathaus bewusst an einem gut sichtbaren Ort aufgestellt. Bürgermeisterin Carmen Merz begrüßte die Aktion: „Dies ist ein toller Platz hier vor dem Rathaus, gut sichtbar, damit dieses wichtige Thema in die Gesellschaft getragen wird.“ Möglich wurde das Projekt durch die Unterstützung der Gemeinde Zimmern ob Rottweil sowie der Zahnärzte Birgit Harder und Enno Sahbegovic, die die Anschaffung der Bank finanziell unterstützt haben.
Nach Angaben des Vereins zeigt auch die Beratungsstatistik den anhaltend hohen Unterstützungsbedarf. Im Jahr 2025 führte „Frauen helfen Frauen + AUSWEGE e.V.“ insgesamt 425 Beratungen durch, darunter 182 Erstberatungen. Im Fachbereich AUSWEGE, der sich mit sexualisierter Gewalt und sexuellem Missbrauch befasst, wurden zusätzlich 110 Beratungen registriert, davon 41 Erstberatungen. Die Nachfrage nach Unterstützung steige weiter.
Die Rote Bank in Zimmern ist bereits die neunte im Landkreis. Weitere Standorte sind unter anderem am Kapuziner in Rottweil, in Neufra, Neukirch, Villingendorf, Deißlingen, an der Kunststiftung Hauser, in der Duttenhofer-Anlage und in Zepfenhan entstanden. Weitere Bänke sollen am Leibniz-Gymnasium sowie in Göllsdorf folgen.
Die Bänke tragen jeweils einen QR-Code. Wer diesen scannt, gelangt direkt auf die Internetseite des Vereins „Frauen helfen Frauen + AUSWEGE e.V.“ und findet dort Informationen sowie Hilfsangebote für Betroffene von Gewalt.
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