35 Jahre, 40.000 Kröten: Wie Ehrenamtliche im Kreis Rottweil Amphibien das Leben retten

Freiwillige schützen Amphibien auf ihren Wanderungen – Landratsamt bittet Autofahrer um Rücksichtnahme

Foto: Maurien Hein, pm
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Abends in der Dämmerung leuchten gelbe Sicherheitswesten an den Straßen beim Bochinger und beim Hochmössinger Weiher. Freiwillige stehen mit Eimern in der Kälte – und retten damit seit Jahrzehnten tausende Kröten vor dem Tod auf der Fahrbahn. Ein Einsatz für die Natur, der nicht ungefährlich ist.

Kreis Rottweil. Im Raum Oberndorf gibt es gleich zwei neuralgische Punkte: die L415 bei der Autobahnauffahrt Bochingen und den Hochmössinger Weiher an der K5521 zwischen Hochmössingen und Weiden. Gerade bei Hochmössingen war das Problem in den Vorjahren besonders gravierend: Die Straße wurde nachts gesperrt – doch viele Autofahrer ignorierten die Absperrung. Zahlreiche Kröten starben.

In diesem Jahr erstmals mit Zaun und Rückendeckung

2025 hat sich das geändert. Die Gruppe „Hochmössingen aktiv“ und weitere Ehrenamtliche haben gemeinsam mit dem Landratsamt einen Krötenzaun aufgebaut. Die Straßenmeisterei Schramberg beschaffte das Material, das Straßenverkehrsamt erließ eine Geschwindigkeitsbegrenzung, die untere Naturschutzbehörde steht bei ökologischen Fragen zur Seite.

Die Freiwilligen tragen die Tiere aber nicht nur von A nach B – sie dokumentieren auch Artenvielfalt und Wanderzahlen. Diese Daten sollen langfristig zeigen, ob stationäre Leiteinrichtungen nötig sind, damit der Schutz nicht dauerhaft vom Engagement Einzelner abhängt.

40.000 Kröten in 35 Jahren – eine beeindruckende Bilanz

In Bochingen läuft das schon seit 1991: Aktive der NABU/BUND-Ortsgruppe Oberndorf-Sulz sind dort ununterbrochen im Einsatz. Ihr Ergebnis: rund 40.000 gerettete Kröten über 35 Jahre. Allein im vergangenen Jahr standen sie dafür 59 Stunden an der Straße.

Dabei sind es vor allem Erdkröten, die auf dem Weg zu ihren Laichgewässern unterwegs sind – als Schlüsselart zahlreicher Ökosysteme halten sie Wiesen, Gärten und Wälder im Gleichgewicht und sind selbst Nahrung für Vögel, Igel und Füchse.

Appell an Autofahrer: Fuß vom Gas

Die Wanderung dauert noch mehrere Wochen. Morgens zwischen 5 und 9 Uhr sowie abends von 19 bis Mitternacht sind die Helfer unterwegs – auf Straßen, auf denen der Verkehr rollt. Das Landratsamt appelliert deshalb: Geschwindigkeitsbegrenzungen beachten, an den Sammelstellen die Geschwindigkeit freiwillig auf Schritttempo drosseln. Denn jede Kröte, die lebend den Weiher erreicht, ist ein Baustein für den Erhalt der Artenvielfalt im Landkreis Rottweil.

Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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