Seit Jahren setzt sich der Kreisseniorenrat Rottweil mit Nachdruck für die Einrichtung einer vom Landkreis geförderten Seniorenbeauftragten-Stelle in den
Kreisgemeinden ein und verweist dabei auf die Förderung durch den Landkreis.
Kreis Rottweil – Bislang hat eine Mehrzahl der Städte und Gemeinden im Kreis diese Möglichkeit, die Seniorenarbeit durch einen hauptamtlichen Mitarbeiter nachhaltig zu unterstützen und zu strukturieren, nicht genutzt. Dies stellten die KSR-Vorstands- und Ausschussmitglieder einmal mehr bei ihrem Besuch in Wellendingen fest.
Bei der Besichtigung des Pflegehauses am Schloss zeigten Bürgermeister Thomas
Albrecht und Geschäftsführer Stefan Schöbel auf, wie es gelungen ist, eine Arztpraxis,
die zudem auch noch Praxisräume in Wilflingen hat, in das Pflegeheim zu integrieren.
Das Pflegeheim bietet in vier Wohngruppen Räumlichkeiten (Einzelzimmer mit
Nasszelle) für 50 pflegebedürftige Menschen und beschäftigt insgesamt 53 Mitarbeiter.
Zudem stehen 15 Tagespflegeplätze zur Verfügung. Schöbel verwies auch auf die
Ausbildungsmöglichkeiten, die das Pflegehaus biete, und unterstrich, dass heutzutage
die Vergütung schon in der Ausbildung zur Pflegefachkraft bei 2000 Euro im Monat
liege. Inzwischen verdiene eine Pflegefachkraft zwischen 3500 und mehr als 4500 Euro im Monat (brutto). „Wir bieten eine generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft“, erklärte Schöbel, ließ aber auch Kritik an der heutigen generalistischen Ausbildung anklingen. Die Anforderungen in der Altenpflege unterschieden sich sehr stark von denen in der Krankenpflege.
Beim Gespräch im Rathaus räumte Bürgermeister Albrecht ein, dass es notwendig sei,
die vielfältigen Seniorenaktivitäten in Wellendingen und Wilflingen zu bündeln.
Ausschussmitglied Gabriele Schneider, zudem hauptamtliche Seniorenbeauftragte in
Oberndorf, hakte hier sogleich ein und zeigte eine Lösung dieser Problematik auf: die
Einrichtung einer Seniorenbeauftragten-Stelle bei der Gemeindeverwaltung. Der
Landkreis Rottweil bezuschusse als einziger in ganz Baden-Württemberg die
Personalkosten. Neun Kreisgemeinden nutzten bislang dieses Angebot. Regina Steimer, Leiterin der KSR-Geschäftsstelle beim Landratsamt, ergänzte, dass außerdem noch eine Landesförderung in Anspruch genommen werden könne. Bedauert wurde, dass in Wellendingen keine Nachbarschaftshilfe angeboten werde. Der Bürgermeister griff die Anregung auf, die Möglichkeit der Gründung eines ehrenamtlich getragenen Nachbarschaftshilfe-Vereins zu prüfen.
Der KSR-Vorsitzende Rainer Pfaller gab bekannt, dass bei der Mitgliederversammlung
am 1. April der Kreisseniorenrat Landrat Wolf-Rüdiger Michel, der nach drei
Amtsperioden nicht mehr für dieses Amt kandidiert, verabschieden wird. Edmund
Griesser stellte die neue Magenta Cloud vor, über die KSR-Vorstands- und
Ausschussmitglieder künftig den Kreisseniorenrat betreffende Dokumente einsehen
können. Der Kreisseniorenrat Rottweil soll einen festen Sitz im Gremium des Landkreises für das neue Programm „Aller Land – zusammen gestalten, Strukturen stärken“, ein Bundes-Förderprogramm für Kultur, Beteiligung und Demokratie.


