Mähroboter und die Gefahr für Igel

Nachtaktive Vierbeiner haben keine Chance gegen die moderne Technik – Igel sind eine „gefährdete Art“

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Igel im Garten flüchten nicht bei Gefahr durch den Mähroboter, sondern rollen sich ein – und je kleiner der Igel, desto größer die Gefahr. Foto: Iris Müller / Igelhilfe Dornhan
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Sie sind klein, nachtaktiv – und in Gefahr: Igel streifen nachts durch unsere Gärten, genau dann, wenn viele Mähroboter ihre Runden drehen. Was für Rasenbesitzer praktisch ist, kann für die Tiere lebensgefährlich werden. Die untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Rottweil gibt deshalb Tipps zu einem bewussten Umgang mit dem Mähroboter.

Kreis Rottweil – Der Konflikt liegt im Timing: Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. In diesen Stunden gehen sie auf Nahrungssuche, unter anderem im heimischen Garten. Treffen die stacheligen Wesen dabei auf einen Mähroboter, reagieren sie anders als viele andere Tiere: Sie fliehen nicht. Stattdessen rollen sie sich ein – ein Schutzmechanismus, der ihnen gegen natürliche Feinde hilft, beim Roboter aber nicht funktioniert. Die rotierenden Messer der Geräte können schwere, oft tödliche Verletzungen verursachen.


„Was gut gemeint ist, der gepflegte Rasen ohne Aufwand, wird für Igel schnell zur Gefahr“, so die untere Naturschutzbehörde im Rottweiler Landratsamt. Besonders kritisch ist der Einsatz in den Abend- und Nachtstunden. Das Bundesamt für Naturschutz begleitet, ganz aktuell, ein Projektmit dem Namen „Mähroboter und die Bewahrung der Artenvielfalt in Gärten“. Ein Gremium aus Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Technik, Wildtierschutz und Behörden soll bis Mitte 2027 eine technische Richtlinie entwickeln, mit der die Hersteller von Mährobotern künftig objektiv nachweisen können, ob ihre Geräte Igel zuverlässig erkennen und vor Verletzungen schützen.

Ein Blick auf die aktuelle Lage zeigt: Der Schutz ist dringend nötig. Seit Oktober 2024 gilt der westeuropäische Igel erstmals als „potenziell gefährdet“. Die Bestände gehen in vielen Ländern zurück, auch in Deutschland. Neben Mährobotern setzen den Tieren weitere Faktoren zu, etwa aufgeräumte Gärten ohne Rückzugsorte, weniger Nahrung und Störungen durch Geräte wie Laubbläser.

Mit einfachen Maßnahmen lässt sich der eigene Garten igelfreundlich gestalten und das Risiko für die schützenswerten Vierbeiner gleich mehrfach verringern. Mähroboter sollten ausschließlich tagsüber eingesetzt werden. Vor dem Einsatz lohnt sich zudem ein kurzer Blick in den Garten, insbesondere in höherem Gras oder unter Sträuchern. Auch kleine Rückzugsorte wie Laubhaufen, Hecken oder Totholz bieten Igeln wichtige Unterschlupfmöglichkeiten. Durchgänge im Zaun ermöglichen ihnen, sich frei zu bewegen und neue Lebensräume zu erreichen. Zudem hilft es, auf chemische Pflanzenschutzmittel zu verzichten und den Garten naturnah zu gestalten. So entsteht gleichzeitig ein Lebensraum für Insekten, die den Igeln als Nahrungsquelle dienen.

Die Botschaft ist einfach: Ein bisschen Rücksicht macht den Unterschied. Wer seinen Mähroboter gezielt einsetzt und dem Garten hier und da etwas mehr „Wildnis“ erlaubt, schafft einen Lebensraum, in dem sich Mensch und Tier nicht in die Quere kommen.

Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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