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Mittwoch, 26. Februar 2020

Narrenzählung und -kontrolle: Holzäpfel sollen registriert werden

Die Holzäpfelzunft Dunningen, immerhin 114 Jahre alt, möchte sich auf Stand bringen. Die Kleidle und ihre Träger beziehungsweise Eigentümer sollen einerseits registriert werden, andererseits will die Zunft auf korrekte Ausstattung achten. Sie ruft zu einer Registrierung und Narrenkleidkontrolle auf.

„Die Fasnet in Holzäpfelhausen ist weit über die Gemarkungsgrenzen hinweg bekannt. Ganz egal, ob das liebliche Apfelgesicht der Halbmaske, die stilvolle Vollmaske oder der einzigartige Stamm, sie prägen das Bild der Fasnet in Dunningen“, heißt es nicht ohne Stolz seitens der Holzäpfelzunft Dunningen. Und weiter: „Der sensationelle Anblick der zahlreichen Narren am Holzäpfelsprung durch die Ortsmitte ist in dieser Form wohl einzigartig und lockt deshalb seit Jahrzehnten die Zuschauer in unser beschauliches Örtchen. Wir wollen diese Tradition pflegen und weiter fortführen.“

Daher appelliert die von Michael Notheis und Frank Faras geführte Narrenzunft an die aktiven Narren, am Fasnetssonntag vor der Sprungbändelausgabe die Kleidledaten erfassen zu lassen. Gefragt seien dann die Nummer des Narrengewands, Daten zum Träger und gegebenenfalls zum Eigentümer, wenn es sich um ein geliehenes Kleidle handelt.

Es geht aber nicht nur um eine Narrenzählung. Denn zugleich sollen die Narrenkleidle auf ihre Vollständigkeit und die Einhaltung der Kleiderordnung hin überprüft werden. „Dies bedeutet explizit auch, dass das komplette Narrenkleid, bestehend aus Maske, Jacke, Hose, Korb, Gschell, rein schwarzen Schuhen mit dunkler Sohle, weißen Handschuhe, zur Überprüfung mitgebracht werden muss“, so die Zunft. Der Ort der Aktion: die Dunninger Festhalle ab 12.30 Uhr am Fasnetssonntag. Die Zunft bittet die Narren, etwas Zeit mitzubringen.

Unkontrollierte Kleidle(sträger) sollen keine Sprungbändel und Wecken erhalten. „Wie in der Kleiderordnung beschrieben, sind zum Holzäpfelsprung lediglich offiziell registrierte Kleidle mit Sprungbändel zugelassen, erklärt die Zunft.

Wieso diese ganze Aktion? „Zunächst einmal wollen wir unsere Kleidle- und Mitgliederdaten aktualisieren und abgleichen, andererseits wollen wir aber auch den Kleidlesträger die Möglichkeit geben, einfach nur Narr zu sein und in der Menge unterzutauchen“, erklärt die Zunft dazu. Dieses Untertauchen sei „allerdings erst dann möglich wenn sich alle an die Kleiderordnung der Holzäpfelzunft Dunningen halten und optisch einheitlich auftreten.“

Die Zunft hat eine Kleiderordnung erlassen. In dieser heißt es:

  • Die Narrenkleider müssen stets ordentlich und sauber getragen werden.
  • Im Narrenkleid gibt es kein Betrunkensein. Im Narrenkleid dürfen keine Beleidigungen begangen werden.
  • Es ist unbedingt erforderlich, dass weiße Handschuhe und schwarze Schuhe zum Narrenkleid getragen werden.
  • Wer diese grundsätzlichen Erfordernisse nicht erfüllt, läuft Gefahr, als Außenseiter angesehen zu werden.
  • Das Maskenheben in der Öffentlichkeit ist verpönt.
  • Wer diese grundsätzlichen Dinge nicht beachtet, gilt als undiszipliniert, als Anfänger und Angeber.

Und weiter: „Um den Holzäpfelsprung so einheitlich wie möglich zu gestalten, wird angeordnet: Mit den ersten Takten des Narrenmarsches beginnt der Sprung und endet nach dem Spielen der letzten Strophe. Jeder Teilnehmer am Sprung begebe sich möglichst unauffällig an den Aufstellplatz.
Diese Narrengesetze sind notwendig, um das Ansehen der Narren und der Holzäpfelzunft zu erhalten. Haltet euch gewissenhaft an obige Richtlinien.“

Im 111. Jahr, 2017, waren im Vereinsregister mehr als 500 Original Dunninger Holzäpfelkleidle verzeichnet. Der Holzäpfelzunft selbst gehörten seinerzeit mehr als 600 Mitglieder an. Getreu der Maxime „Jedem zur Freud – und niemand zum Leid“ will die Narrenschar zu Holzäpfelhausen auch in Zukunft ihre närrische Tradition und deren Fasnetsbrauchtum bewahren und pflegen.


 

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