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Sonntag, 23. Februar 2020

Sänze will Landesvorsitzender der AfD werden

Parteiversammlung nominiert ihn für die Landtagswahl als Kandidaten

Bei einer Aufstellungsversammlung der AfD in Oberndorf-Beffendorf am vergangenen Freitag haben die Mitglieder den  in Sulz  wohnenden AfD-Landtagsabgeordneten Emil Sänze für den Wahlkreis Rottweil als ihren Kandidaten nominiert. Das teilt die Partei auf ihrer Homepage am Montag mit.

Sänze, der dem rechtsradikalen „Flügel“ seiner Partei sehr nahesteht, sei mit 95 Prozent der Stimmen gewählt worden. Die Veranstaltung war öffentlich nicht bekannt.

Zugleich kündigte Sänze an, er werde für den Landesvorsitz seiner Partei beim Parteitag am kommenden Wochenende in Böblingen antreten. Ob er dabei den ersten Sprecherposten anstrebt oder den zweiten, lässt Sänze offen. Bisher haben bereits mehrere AfD-Politiker angekündigt, sich bewerben zu wollen. Unter anderem die AfD-Fraktionssprecherin im Bundestag Alice Weidel und ihr Bundestagskollege Dirk Spaniel, der  schon jetzt einer der beiden „Landessprecher“ der AfD in Baden-Württemberg ist.

Sänze steht rechtsaußen

Sänze hatte  vor einigen Wochen zu einem „Bürgerdialog“ in die Rottweiler Stadthalle eingeladen. Dort auf dem Podium waren samt und sonders mehr oder weniger prominente Vertreter des „rechtsradikalen“ Höcke-Flügels innerhalb der AfD vertreten. Darunter Dirk Spaniel, der bei einer Demonstration vor dem Funkhaus des SWR teilgenommen hatte, bei der der Freiburger Stadtrat Dubravko Mandic unter anderem gerufen hatte: „Wir werden sie aus ihren Redaktionsstuben vertreiben!“

Beim „Bürgerdialog“ in Rottweil am 9. Januar: Dirk Spaniel und Emil Sänze hatten zum Pressegespräch geladen. Archiv-Fotos: him

Eine Aussage, für die Mandic sich inzwischen entschuldig hat. Spaniel war wegen seines Auftritts auf der Demonstration auch innerparteilich heftig kritiiert worden. Parteichef Jörg Meuthen fand, Spaniel habe „erhebliche Unruhe“ in den Landesvorstand gebracht.

Noch AfD-Co-Landeschef Bernd Gögel hatte kritisiert, dass Spaniel bei der Demonstration mit Menschen aufgetreten sei, „die auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD stehen oder bereits aus der Partei ausgeschlossen wurden“, wie der SWR  meldete.

„Zur Hölle mit E-Mobilität“

Als Wahlkampfthema für die AfD hat sich Spaniel, einst Entwicklungsingenieur bei Daimler, die Rettung des Verbrennungsmotors ausgedacht: „Wir werden dieses Mantra wiederholen und wiederholen, bis selbst der Letzte es begriffen hat: ‚Die AfD kämpft für eure Jobs! Zur Hölle mit der E-Mobilität, dem CO2-Gefasel und dem ideologischen Weltverbesserer-Quatsch! Erst einmal kommen unsere Arbeitsplätze!‘“, schreibt er  auf seine Facebookseite.

Sänze stößt ins gleiche Horn, laut AfD-Kreisverband sieht er „die Landesregierung als Totengräber des Verbrennungsmotors“ und will das Thema im Landtagswahlkampf aufgreifen.

Nach dem Kampf gegen den Euro, die Asylbewerber, die Flüchtlinge und den Islam hat die AfD nun ein neues Thema für sich entdeckt.

 

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