Bei der Vernissage am Freitag richteten sich die Blicke auf ihn: Der 1954 in Rottweil geborene Dietrich Schön hat dem Forum Kunst rund 17000 Zeichnungen geschenkt - 120 sind nun aktuell im Bürgersaal ausgestellt. Foto: al

Leiser Gegenpol zu lautem Getöse

Großes Geschenk: Der 1954 in Rottweil geborene Dietrich Schön hat dem Forum Kunst rund 17000 Zeichnungen geschenkt - eine Auswahl von 120 wird aktuell ausgestellt.

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In die Vollen geht die neueste Ausstellung im Forum Kunst, die Freitagabend eröffnet wurde. Zu sehen sind feine, konzentrierte Zeichnungen des in Rottweil geborenen Bildhauers und Malers Dietrich Schön.

Rottweil – 120 Stück füllen in dichter Hängung den Bürgersaal. Eine Menge – und trotzdem nur ein kleiner Ausschnitt. Denn Detrich Schön hat dem Kunstverein jüngst rund 17000 Zeichnungen geschenkt.

Freitagabend wurde die Schau eröffnet. Foto: al

Um die 23 Jahre könnten damit die Ausstellungen am Friedrichsplatz bestückt werden, wie Forum Kunst-Geschäftsführer Jürgen Knubben bei der gut besuchten Vernissage schmunzelnd vorrechnete. Geplant ist das nicht, wobei die Sammlung sicher noch Vieles birgt, das zu zeigen sich lohnen würde.

Zu dieser Fülle von Zeichnungen ist Dietrich Schön, der an der Kunstakademie in Stuttgart studiert hat, durch eine Gewohnheit gekommen: Seit den Achtzigerjahren hält regelmäßig Eindrücke und Gedanken im schnellen Format der Zeichnung fest – was dem Ganzen das Gepräge von Tagebuchnotizen gibt. Im Bürgersaal sind beginnend 1988 pro Jahr nun drei entdecken.  

120 Zeichnungen werden gezeigt – zudem noch einige großformatige Arbeiten auf der Empore. Foto: al

Sie zeigen, dass Dietrich Schön aus einer großen Breite schöpft: Inhaltlich und technisch, denn er arbeitet sowohl als Bildhauer wie auch als Maler, Zeichner und Druckgrafiker. In den Ausschnitten im Bürgersaal spiegelt sich dieses weit gespannte Repertoire. So findet man beispielsweise zellartige Gebilde, Netzstrukturen oder Linienknäuel, die Fragen nach Räumlichkeit und Volumen auch in der Fläche verhandeln.

Unter Künstler-Kollegen: Raimund Selinka und Willi Bucher bei der Vernissage. Foto: al

Auch ein Pendeln zwischen Schärfe und Unschärfe, zwischen Begrenzung und Verflüssigung kann man herauslesen – wobei Schön immer neue Ansatzpunkte und Perspektiven findet. Kleine Textzugaben geben vereinzelt Impulse zur Deutung. Oft jedoch kann man ins freie Feld der Assoziationen hinein galoppieren – und sich dabei einlassen auf das, was Jürgen Knubben bei der Vernissage Bildhauer-Zeichnungen treffend zuschrieb: Ein leiser Gegenpol zu sein zum oft überlauten Getöse unserer Gegenwart.

Info: Die Ausstellung ist bis 3. Mai dienstags, mittwochs und freitags von 14 bis 17 Uhr, donnerstags 17 bis 20 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr zu sehen.

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