An eine Versammlung skurriler Gnome erinnert die aktuelle Ausstellung im Forum Kunst Rottweil. Sie zeigt noch bis 8. März ein Panorama von Keramiken, die der Künstler und Gallerist Gerrit Friese geschaffen hat.
Die Ohren verraten ihn: Wie Antennen, die auf Wellensuche ausgetreckt sind, zeigen die Spitzen keck nach außen. Während das Gesicht dazwischen scheinbar in sich ruht: Meister Yoda, dem berühmten Jedi-Meister aus dem Star-Wars-Universum hat Gerrit Friese hier seine Referenz erwiesen.

Man stößt auf die Anspielung zwischen mehreren Dutzend Keramiken, die gerade den Bürgersaal am Friedrichsplatz bevölkern. Die meisten sind gerade mal so groß, dass sie gut in zwei Hände passen.
Als eine Art Langzeit-Projekt hat der 1958 in Wertheim/Main geborene Friese die Keramiken geschaffen – beginnend 2020. Die meisten haben nur Kopf und Rumpf – teils noch die oberen Extremitäten.

Dieses Grundmuster bleibt gleich. Und doch geht der Blick immer auf die Unterschiede: die tier- oder manchmal menschenähnlichen Gesichtszüge, den mal schelmischen, mal grimmigen Ausdruck, die Farbe der Glasur. Bei allen Ähnlichkeiten sucht man immer das Individuelle – und wird stets auch fündig.

Worauf er mit den Keramik-Kreaturen anspielt, das lässt Gerrit Friese, der lange eine Galerie für Gegenwartskunst in Stuttgart betrieb, ehe er diese 2015 nach Berlin verlegte, offen. Er nennt die Geschöpfe nur vieldeutig „Wesen“. Man kann also fröhlich vor sich hin spekulieren – und sich über Entdeckungen wie einen kleinen Meister Yoda freuen.
Info: Die Ausstellung ist bis 8. März dienstags, mittwochs und freitags von 14 bis 17 Uhr, donnerstags 17 bis 20 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr zu sehen.


