„Wir bleiben zuhause“- Fotoprojekt von Annette Kasenbacher

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Als Mitte März fast alle Läden schließen mussten, traf das auch die Geschwister Annette und Martin Kasenbacher aus Schramberg hart. Nicht nur, dass sie in ihrem alteingesessenen Fotogeschäft nicht regulär Kunden bedienen und Fotoapparate verkaufen durften, auch die meisten der sonst üblichen Frühjahrsaufträge entfielen: Brautpaare haben ihre Hochzeiten verschoben, Kommunion und Konfirmationen finden höchstens im kleinen Kreis oder später statt. Auch die Kindergartenfotografie ist ebenfalls auf unbestimmte Zeit verschoben, die Selfie-Box für Feste braucht auch grad niemand.

Doch die beiden „bleiben positiv, nutzen das Mehr an Zeit, um Neues zu entwickeln“, erzählt Annette Kasenbacher. Während ihr Bruder Martin den Laden teilweise umgebaut hat, hat sich Annette durch eine Idee von Fotografenkollegen inspirieren lassen und in Schramberg und Umgebung ihr eigenes Fotoprojekt mit dem Titel „Wir bleiben zuhause“ umgesetzt.

Erinnerungen an eine besondere Zeit

Dabei  war ihr Ziel, Erinnerungen an eine besondere Zeit zu schaffen. Familien, Menschen im Home-Office oder Senioren durften sich bei ihr melden. „Einzige Bedingung war, dass wir das Bildmaterial für eine eventuelle spätere Fotoausstellung und für soziale Medien nutzen und veröffentlichen durften.“ Dafür gab es „kontaktlos“ eine Bilddatei als Geschenk.

Alle Porträtierten schrieben ihre Gedanken, wie sie diese Zeit erleben. So werde das Bild komplett und sei sicherlich später auch eine wichtige Information, glaubt Annette Kasenbacher.

Sie selbst hielt sich nicht an das Motto der Aktion „Wir bleiben zuhause“, sondern machte sich an mehreren Nachmittagen auf den Weg und fotografierte in und um Schramberg die Menschen. Einmal startete sie beispielsweise im Sulzbach. Von dort ging es weiter zum Imbrand, zum Bremenloch, auf die Purpenhalde nach Tennenbronn. Sie besuchte unten im Dorf eine Familie und fuhr über St. Georgen nach Sulgen zum nächsten Termin.

 

Wunderschöne Begegnungen

„Es dauerte oft nicht länger als zehn bis 15 Minuten“, erzählt sie. „Natürlich wurde ‚coronakonform‘ mit dem nötigen Abstand fotografiert.“ Motive waren beispielsweise die Familie am Fenster, der Blick über den Gartenzaun oder an der Haustür. Sie fotografierte den Senior im Garten oder vor seiner Werkstatt und natürlich Berufstätige im Home-Office.

Annette Kasenbacher bei der Arbeit

So habe sie zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, freut sich Kasenbacher: Den Bürgern rund um Schramberg etwas Abwechslung geboten, und sie selbst sei ihrer Leidenschaft, Menschen zu fotografieren, nachgegangen. Sie habe „wunderschöne Begegnungen“ gehabt und immer wieder gehört: „Gut dass wir in so einer schönen Gegend wohnen.“ Dass sie den Porträtierten eine Freude gemacht hat, das sieht man Annette Kasenbachers Bildern an.

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1 Kommentar

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Hans
3 Jahre her

Hallo
Sind natührlich die besten Schuhe die die Frau beim Arbeiten mit der Motorsäge an hat. Da wird mir schon vom hinschauen schlecht

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