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Sonntag, 8. Dezember 2019
Start Mei­nung Leser­brie­fe „Adre­na­lin­kicks beim Über­que­ren der Kreu­zung“

„Adrenalinkicks beim Überqueren der Kreuzung“

Leser­brief zu: „Tem­po 30 auf der Dei­ber-Stra­ße?“ von Eber­hard Pietsch in der NRWZ

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Die­ser Leser­brief ist an Igno­ranz nicht zu über­bie­ten. Zunächst möch­te ich in Topo­gra­phie etwas Nach­hil­fe geben. Anrai­ner­stra­ße zur David-Dei­ber-Stra­­ße ist nicht nur die „Alte Stei­ge“. Es gehö­ren eben­falls dazu der Hal­den­weg, Im Löch­le, Schul­t­heiß-Eber­­hardt-Stra­­ße sowie der Gins­ter­weg. Bevor Herr Pietsch jetzt wie­der Ein­woh­ner­buch und Taschen­rech­ner zückt, um aus­zu­rech­nen, wie vie­le Per­so­nen hier über­haupt woh­nen und ob eine solch gerin­ge Anzahl über­haupt Anspruch auf Ver­kehrs­si­cher­heit hat, sei ihm mit auf den Weg gege­ben, dass Per­so­nen unter 18 Jah­ren (Kin­der!) im Ein­woh­ner­buch nicht auf­ge­führt wer­den.

Genau um die geht es haupt­säch­lich. Ich sehe die Schul­kin­der jeden Mor­gen, wenn sie zum Schul­bus an die Hal­te­stel­len „Schram­ber­ger-Stra­­ße“ oder „Rose“ lau­fen. Sein Vor­schlag, wie die Fuß­gän­ger gefäl­ligst zu lau­fen haben, setzt dem Gan­zen die Kro­ne auf und gehört defi­ni­tiv ins Absur­di­tä­ten­ka­bi­nett.

Wenn man von der Alten Stei­ge zur Hal­te­stel­le Schram­ber­ger Stra­ße oder Rose will, soll man gefäl­ligst den Fuß­weg zur Ecken­hof­stra­ße (hier wird im Win­ter übri­gens nicht geräumt!) neh­men. Dann die Ecken­hof­stra­ße ent­lang und anschlie­ßend wie­der die Hohl­gas­se hin­un­ter. Macht einen Umweg von 10 bis 15 Minu­ten für eine Stre­cke von 20 Metern. Egal. Haupt­sa­che in der David-Dei­ber-Stra­­ße darf wei­ter gerast wer­den, ohne dass läs­ti­ge Fuß­gän­ger die Stra­ße über­que­ren wol­len.

Es geht um Verkehrssicherheit

Der Ansatz der CDU-Frak­­ti­on und von Herrn Pietsch, mög­lichst schnell von A nach B zu kom­men, passt mei­nes Erach­tens nicht mehr in die heu­ti­ge Zeit. Ver­kehrs­si­cher­heit und ein siche­rer Schul­weg für unse­re Kin­der soll­ten uns mehr Wert sein. Ich kann nur hof­fen, dass neben Tem­po 30 auch die nor­ma­le „rechts vor links Regel“ kom­men wird. Wenn man die Argu­men­te der CDU-Frak­­ti­on und von Herrn Pietsch, der sich „aus­ge­bremst“ fühlt, hört, muss man sich jetzt schon Sor­gen machen, dass das Tem­­po- 30-Schild nur als Deko­ra­ti­on wahr­ge­nom­men wird.


Ein Glück, dass sich im Gemein­de­rat die Mehr­heits­ver­hält­nis­se geän­dert haben und nun auch mehr kon­struk­ti­ve Vor­schlä­ge von ande­rer Sei­te nicht mehr von der CDU-Frak­­ti­on blo­ckiert wer­den kön­nen. So gesche­hen im letz­ten Novem­ber, als es schon ein­mal um
Tem­po 30 in der David-Dei­ber-Stra­­ße ging.

Ein beson­de­rer Dank gilt hier der Frak­ti­on SPD/Buntspecht die den Antrag erneut gestellt hat. Ins­be­son­de­re möch­te ich hier das Ehe­paar Wit­kow­ski erwäh­nen, wel­ches sich sehr enga­giert hat und die Anwoh­ner immer auf dem Lau­fen­den gehal­ten hat. Für die CDU-Frak­­ti­on und für Herrn Pietsch habe ich noch ein Ange­bot: Die Aus­wer­tung des „Smi­leys“ ergab das an die­ser Stel­le 85 Pro­zent der Auto­fah­rer im Schnitt 60 Stun­den­ki­lo­me­ter fah­ren.

Da dies für die genann­ten Per­so­nen offen­bar kein Grund ist, tätig zu wer­den, möch­te ich alle ger­ne zum Orts­ter­min ein­la­den. Selbst­ver­ständ­lich zu den Stoß­zei­ten. Wir über­que­ren dann gemein­sam zu Fuß ein paar­mal die Kreu­zung. Nach den gan­zen Adre­na­lin­kicks beim Über­que­ren der Kreu­zung und dem Glücks­ge­fühl, wenn man unbe­scha­det die ande­re Sei­te erreicht hat, kommt man­chem viel­leicht doch noch die Erleuch­tung. Geeig­ne­tes Schuh­werk wird aus­drück­lich emp­foh­len, da höchst­wahr­schein­lich ein paar Sprints ange­zo­gen wer­den müs­sen.

Simon Loh­rer, Sul­gen

 

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