Der Goldschakal breitet sich in Baden-Württemberg zunehmend aus – auch im Kreis Rottweil gibt es Nachweise. Zum Internationalen Tag der Schakale (19. April) informiert der NABU über das bislang wenig bekannte Wildtier und ordnet ein, was die Entwicklung für die Region bedeutet.
Rottweil/Stuttgart. Ist es ein großer Fuchs, ein streunender Hund oder doch ein kleiner Wolf? In Baden-Württemberg sorgt seit einigen Jahren ein neues Wildtier für genau diese Fragen: der Goldschakal. Auch im Kreis Rottweil und den angrenzenden Regionen wurde das Tier bereits nachgewiesen – ein Zeichen dafür, dass sich die Art im Südwesten weiter ausbreitet.
Nach Angaben der Forstlichen Versuchsanstalt (FVA), die Sichtungen und genetische Nachweise sammelt, durchstreifen Goldschakale inzwischen zahlreiche Landkreise in Baden-Württemberg. Neben Rottweil gehören dazu unter anderem Tuttlingen, der Schwarzwald-Baar-Kreis und der Landkreis Konstanz. Wie viele Tiere tatsächlich im Land leben, ist unklar – die Population gilt weiterhin als schwer erfassbar.
Fest steht jedoch: Der Goldschakal ist gekommen, um zu bleiben. Bereits vor rund fünf Jahren wurde im Schwarzwald-Baar-Kreis der erste Nachwuchs in Deutschland nachgewiesen. Seither werden dort regelmäßig Jungtiere geboren. Auch am Bodensee hat sich ein Paar etabliert, das jährlich Nachwuchs bekommt. Experten gehen davon aus, dass sich die Art langfristig weiter ausbreiten wird.
Der Goldschakal (Canis aureus) stammt ursprünglich aus Südasien und Südosteuropa und ist selbstständig nach Mitteleuropa eingewandert. Damit gilt er als heimische Art und steht ganzjährig unter Schutz. Eine Bejagung ist in Baden-Württemberg nicht erlaubt.


Optisch lässt sich der Goldschakal nicht immer leicht einordnen. Er ist kleiner als ein Wolf, aber kräftiger gebaut als ein Fuchs. Sein Fell variiert zwischen rötlichen und gelblich-grauen Tönen, der Körper wirkt gedrungen, der Schwanz vergleichsweise kurz und buschig. „Ohne direkten Vergleich kann es schwierig sein, ihn eindeutig zu bestimmen“, erklärt NABU-Artenschutzreferentin Alexandra Ickes.
Im Verhalten zeigt sich das Tier äußerst anpassungsfähig. Goldschakale leben meist im Familienverband und durchstreifen auf Nahrungssuche Gebiete von bis zu 30 Quadratkilometern. Sie sind Allesfresser: Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Kleinsäuger, aber auch Aas sowie pflanzliche Nahrung. Gerade diese Flexibilität erleichtert es ihnen, sich auch in dicht besiedelten Kulturlandschaften wie im Kreis Rottweil zurechtzufinden.
Interessant ist auch das Verhältnis zu anderen Wildtieren: Während sich Goldschakale und Wölfe meist aus dem Weg gehen, meiden Füchse eher die Nähe der neuen Art. In Regionen mit stabilen Wolfsbeständen sind Goldschakale daher seltener anzutreffen.
Für den Menschen besteht nach Einschätzung von Fachleuten keine Gefahr. „Der Goldschakal ist ein scheues Wildtier und meidet den Kontakt“, betont Ickes. Begegnungen sind selten – und werden von Experten eher als besondere Beobachtung denn als Problem gewertet.
Wer dennoch einem Goldschakal begegnet, sollte Abstand halten und dem Tier Rückzugsmöglichkeiten lassen. Fütterungen sind tabu. Insgesamt zeigt die Entwicklung im Südwesten: Der Goldschakal wird künftig auch im Kreis Rottweil und der Umgebung zum festen Bestandteil der heimischen Tierwelt gehören.
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