Blick auf die Innenstadt und einen Teil des LGS-Geländes. Foto: Stadt Rottweil

Bau der Gartenschau-Brücke beginnt voraussichtlich im Mai

Landesgartenschau 2028: „Wir sind zeitlich sehr auf Kurs – wir werden es gerade so hinkriegen“

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Das „Jahr der Brücken“ wird konkret: Noch im März sollen laut Plan die Arbeiten für die Neckar-Überquerung beginnen. Und bald darauf geht es auch mit dem Bau der Gartenschau-Brücke los. Dies gab Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf am Dienstagabend bekannt.

Übersicht über das Gelände. Die Quadrate mit den Pfeilen sind die Eingänge. Grafik: Stadt Rottweil

Rottweil – Der Sonnensaal des Kapuziners war gut voll, als Ruf und die beiden Geschäftsführerinnen der Landesgartenschau gGmbH, Annette Stoll-Zeitler und Bürgermeisterin Ines Gaehn, den aktuellen Stand der Planung und Verwirklichung der Landesgartenschau vorstellten. „Wir sind zeitlich sehr auf Kurs!“, stellte Ruf fest. Um dann zu ergänzen: „Wir werden’s gerade so hinkriegen.“

Kanal wird wieder Fluss

„Ein Kanal wird endlich wieder zum Fluss!“ Die Revitalisierung des Neckars ist „zur Hälfte gschafft“, berichtete OB Ruf. 2000 Meter Neckar würden revitalisiert, wenn das Projekt fertig sein. Der zweite Bauabschnitt beginne im Juli. Und auch die Anwesenheit eines streng geschützten Tiers konnte seine Zuversicht nicht dämpfen: Lamentieren helfe nichts, „der Biber wird uns die Landesgartenschau stattfinden lassen!“

Die Gartenschau-Brücke führt über Neckar und Eisenbahn. Grafik: Stadt Rotwteil

Der Bau der Brücke über den Neckar, die das Gartenschaugelände für Fußgänger und Radfahrerinnen mit Göllsdorf verbindet, soll noch in diesem Monat beginnen. So der Plan. Und beide Brücken, auch die am ehemaligen ENRW-Gelände, sollen, ist ja Jahr der Brücken, noch in diesem Jahr fertig werden. Die Gartenschaubrücke, die den Stadtgraben mit dem Panoramaweg verbindet, soll ab Mai erstellt werden. Wobei das wiederum auf die Bahn ankommt, deren Gleise ja überbrückt werden, so dass es auch später werden könnte, sagte Ruf. Er rechnet aber fest mit einem Baubeginn noch vor der Sommerpause.

Die Weinstöcke sind alle angepflanzt, berichtete der OB über den Weinberg. Er hoffe, dass bis 2028 der Wein verkostet werden könne. Dass Trauben für Rotwein dort wachsen, wussten im Publikum schon einige.

Schindelbrücke und Nachbarin

Warum eine zweite Brücke neben der Schindelbrücke in der Au? Ruf erklärte das wieder: Die alte Brücke sei nicht mehr für Autoverkehr geeignet. Es wäre möglich gewesen, den denkmalgeschützten Aufbau der Brücke abzutragen, die Brücke neu zu bauen und dann den Aufbau wieder draufzusetzen. Damit aber hätte es keine Zuschüsse gegeben, weil es den ohne einen gesonderten Rad- und Fußweg nicht gibt. Also die Alternative, eine neue Brücke zu bauen, neben der alten. Die ist immer noch geeignet für Radler und Fußgängerinnen. Die zuständigen Stellen fanden das zuschusswürdig. Die Sanierung der alten Brücke steht bevor.

Gefördert wurden auch der Abriss des alten Gaswerks und dort vor allem die „deutliche Reduzierung der Altlasten“ (Ruf). Von den 3,6 Millionen Euro Kosten hierfür gab es 2,4 Millionen an Zuschüssen.

Altes Spital

Ein wichtiger Punkt der LGS ist auch das alte Spital. Der Hof zwischen den beiden Gebäuden ist geöffnet, und dort ist auch einer der Zugänge fürs Gartenschaugelände. Der Bonifatiusweg werde nicht mehr die Rolle spielen wie zuletzt, schätzte Ruf, weil beim Spital ein besserer Zugang ins Naherholungsgebiet auch nach der LGS ist. Im Gebäude St. Anna sollen Wohnungen entstehen. Es sei ja auch wichtig, dass in der Innenstadt Menschen wohnen, fand Ruf.

Stadtgraben

Der Weg durch den Stadtgraben nach oben kann nicht barrierefrei sein. Aber ein Aufzug wird nicht nur Menschen mit Behinderung und alten Menschen den Weg in die Innenstadt ermöglichen. Dieser Aufzug in die Grafengasse soll ab Juni gebaut werden. Etwas weiter unten plant die Stadt eine Stahltreppe in die Grafengasse.

So stellen sich die Planer den Aufzug vor. Grafik: Stadt

Im Stadtgraben sind weitere Bäume vorgesehen. Der Kaskadenweg ist im Bau, mit Wasserspielen – „auf diese Anlage freue ich mich wirklich sehr“, fügte er hinzu. Der Musikpavillon wird gerade renoviert. Dort finden dann auch Veranstaltungen statt. Aber im Hinblick auf die Nähe zu vielen Wohnungen solle dort „nicht jeden Donnerstag bis Sonntag high life sein“.

Auch in der Innenstadt, außerhalb des LGS-Geländes, werde es Attraktionen geben. Ruf verwies unter anderem auf den unteren Kameralamtsgarten mit der Aussichtsplattform.

Parken

Dass die motorisierten LGS-Besucher auf dem Berner Feld parken, das ist vorgesehen, erklärte Ruf. Von dort sind Shuttlebusse geplant. Natürlich sieht er es auch gern, wenn viele Besucher die Innenstadt und dann das LGS-Gelände über die Hängebrücke erreichen.

Eine Rottweiler Veranstaltung

Nicht wie ein Hamburger-Restaurant, das überall gleich aussieht, soll die LGS werden. Klare Ansage von Annette Stoll-Zeitler. Sie zählte etliche Plätze im LGS-Gelände und außerhalb auf. Blühen soll es per „Wechselflor“ auf dem Park am Musikpavillon und entlang der Kaskade. Im unteren Teil des Stadtgrabens ist ein Skulpturenpark geplant. Zwischen Bahn und Bahnhofstraße planen die Verantwortlichen einen „Garten der Teilorte“. Außerhalb des Geländes, an den Ortseingängen der Teilorte, sind Blumen vorgesehen.

Vom Stadtgraben in Richtung Viadukt, unterhalb des Kameralamtsgartens, präsentieren sich im sozialen und inklusiven Garten mehrere soziale Einrichtungen und Verbände aus Rottweil und Umgebung.

Blick vom alten Spital. Unten links das Areal des ehemaligen Gaswerks- Foto: wede

Die Haupttribüne steht auf der Fläche des alten Gaswerke – als „topfebenes Gelände“, das dafür seht gut geeignet ist. Viel Natur ist in den Neckarauen zu erfahren, beispielsweise der Beitrag „Naturschutz im Garten“. Eine „CH-apelle“ soll die Verbindung zu den Partnerstädten zeigen. In der Nähe der Königlich Privilegierten Schützengilde soll ein „Sportbeach“ mit Aktionsfläche entstehen. Nach der Gartenschau ist dort der Quartierparkplatz vorgesehen.

Für die „Geisterzuggärten“ zwischen Neckar und Bahnbetriebswerk läuft gerade ein Workshop von angehenden Landschaftsarchitekten. Auch die Halle der Eisenbahngesellschaft NeSA ist in das Programm einbezogen. Auf dem Weg nach Göllsdorf zeigen sich Rottweiler Schulen mit Projekten.

Außerhalb des Geländes sind auch Attraktionen geplant. Dies nicht nur in der Innenstadt, sondern auch und um den Hochturm. Auf dem Gelände neben der Straße „Am Zwinger“ präsentieren sich die Partnerstädte und das Patenschiff. Auch eine Kugelbahn ist vorgesehen.

Brückenlauf

Zahlreiche Veranstaltungen sind für die LGS geplant, berichtete Ines Gaehn. „Es gibt nichts, was es nicht gibt“, sagte sie und nannte als Beispiel den „Brückenlauf“, den die Veranstalter des „Tower run“ organisieren wollen.

Ehrenamt: „Das schaffen wir auch“

Bereits jetzt, zwei Jahre vor Eröffnung, wollen die Verantwortlichen Freiwillige für ein Ehrenamt bei der LGS gewinnen. „Wir brauchen eine Landesgartenschau für die Menschen von den Menschen“. In vielen Bereichen würde ehrenamtliche Mitarbeiter und –innen gebraucht, ohne die sei die LGS nicht zu stemmen. Und das in allen Bereichen, vom Besucher-Empfang und Dienst in einem der Kassenhäuschen über die Unterstützung bei Veranstaltungen bis zu Gästeführungen und Pflege des Geländes. Der Freudenstädter Oberbürgermeister, so berichtete Ruf, habe ihm stolz von 1100 Ehrenamtlichen bei der dortigen Gartenschau berichtet – „das schaffen wir auch!“

Großes Interesse an näheren Informationen im Anschluss an die Vorträge. Foto: wede

Info

Wer gerne mitarbeiten möchte, kann sich über die Webseite der LGS melden: rw2028.de

OB Ruf gab noch Veranstaltungen im laufenden Jahr bekannt. darunter zweimal Besuch in Ellwangen, wo heuer die LGS stattfindet. Die Fahrt zur Staffelübergabe ist, wie Ruf ankündigte, mit einem Dampf-Zug geplant. Foto: wede
Autor / Quelle:Wolf-Dieter Bojus
... war 2004 Mitbegründer der NRWZ und deren erster Redakteur. Mehr über ihn auf unserer Autoren-Seite.
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