„Keine Umbenennung, hier geht’s ums Kleingedruckte!“ Dr. Jürgen Mehl relativierte im Rottweiler Gemeinderat selbst den Antrag seiner SPD-FFR-Fraktion, die Namenswidmung des Friedrichsplatzes festzulegen auf Kaiser Friedrich II von Staufen.
Rottweil – „Habt ihr nichts anderes zu tun?“ So seien sie in der Öffentlichkeit nach dem zurückgezogenen Antrag der Fraktion, den Platz „Rindermarkt“ zu nennen, angesprochen worden. Dies berichteten Rasmus Reinhardt (CDU) und Dr. Peter Schellenberg (FWV) in der unerwartet langen Aussprache im Gemeinderat. Vor allem Reinhardt hatte sich historisch und rhetorisch gut vorbereitet. So hatte er sich über den Stauferkaiser informiert. Diesen bezeichnete er als „Machtmensch“ bezeichnete mit „ähnlichen Charakterzügen wie der dicke Friedrich“ . Er meinte damit den württembergischen Herzog und späteren König, nach dem der Friedrichsplatz wohl benannt worden war. Sein Vorschlag: Einen „Wechselrahmen“ einzuführen, um dem Platz vielleicht irgendwann einem anderen Friedrich zu widmen. Und vergaß nicht, den aktuellen Bundeskanzler zu erwähnen. Was sicher nicht alle für bare Münze nahmen.
Schellenberg blies ins selbe Horn. Er hätte gewünscht, dass nach der Zurücknahme des Antrags auf „Rindermarkt“ die Angelegenheit in der Schublade verschwinden würde.
Anders Ingeborg Gekle-Maier: Sie bedankte sich bei der SPD+FFR-Fraktion für den Antrag und bedauerte so viel Häme von der Gegenseite. Harald-Armin Sailer (FDP) fand, ihm sei es egal, wer der Namenspate sei, solange es die Stadt keinen Cent koste.
Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf zeigte sich dankbar, dass die SPD/FFR-Fraktion den Rindermarkt-Antrag zurückgezogen hatte. Nun ginge es nur noch darum, „dass wir den Friedrichsplatz in Friedrichsplatz umbenennen.“ Er stimmte dann, zusammen mit SPD+FFR, Grünen und Hermann Breucha (FWV), für den Antrag. Zwölf Stimmen dafür – das war zwar nicht die Mehrheit der Anwesenden. Aber drei Enthaltungen sorgten dafür, dass es bei neun Gegenstimmen blieb. Der Antrag war somit angenommen.

