50 internationale Studierende aus Deutschland und den USA verwandeln Ende März stillgelegte Bahnbrachen am Rottweiler Neckarufer in grüne Visionen – und der beste Entwurf wird 2027 tatsächlich gebaut.
Rottweil. Die Landesgartenschau 2028 wird in der Stadt Rottweil Stück für Stück sichtbarer. Ende März steht nun ein ganz besonderes Projekt an, berichtet die Stadtverwaltung: ein Workshop mit 50 internationalen Studierenden in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen. Der Workshop ist der Auftakt mehrerer Hochschulkooperationen, die es in Zusammenhang mit der Landesgartenschau in Rottweil geben wird.
„Die Landesgartenschau Rottweil stellt den Studierenden im Sinne der Nachwuchsförderung eine Fläche auf dem Gartenschaugelände zur Verfügung, auf der die angehenden Landschaftsarchitekten aus den Semestern 6 bis 8 ihre Lehrinhalte und Kompetenzen praktisch anwenden können“, informiert Geschäftsführerin Annette Stoll-Zeitler. „Es ist ein großes Geschenk und fachlicher Gewinn, dass uns diese Zusammenarbeit gelungen sind, und sie jetzt startet. Weitere Kooperationen werden folgen, unter anderem mit der der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz“, ergänzt Landesgartenschau-Geschäftsführerin und Rottweils Bürgermeisterin Ines Gaehn.
Thema des ersten Projekts sind laut Stadtverwaltung die sogenannten „Geisterzuggärten“ beim Rottweiler Bahnhof. Für diese Hochschulkooperation kommt die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen über ein Auslandsstudierendenprogramm der Akademie für internationale Bildung (AiB) Bonn mit der Pennstate University (College of Arts and Architecture) aus den USA zusammen. „Darauf sind wir ganz besonders gespannt“, sagen die Geschäftsführerinnen unisono.
Schon am Dienstag, 24. März, geht es los. Die Studierenden beschäftigen sich dabei mit einem Bereich, der später im Kerngelände der Landesgartenschau liegen wird – zwischen dem jüngst renaturierten Neckarufer und dem Rottweiler Bahngelände – unweit des ehemaligen Werksgeländes der Energieversorgung Rottweil (ENRW).
Vor der Kulisse der Museumsbahnen und stillgelegten „Geisterzügen“ der Eisenbahnfreunde Zollernbahn (EFZ) sollen die Gäste der Landesgartenschau dann die Schaugärten der Landschaftsgärtner bewundern können. Geplant ist für den Workshop, dass in der viertägigen gemeinsamen Praxisphase Entwürfe für die Flächenkonzeption im Bereich des Geländeabschnittes „Neuer Neckar“ erarbeitet werden, wobei der Gewässerbezug und das Spiel mit der Bahnbrache thematisiert werden sollen. Damit die Studierenden einen örtlichen Bezug zu dem Areal haben, wird der Workshop im ehemaligen ENRW-Gebäude stattfinden.
Ziel des Workshops ist die Entwicklung eines landschaftsarchitektonischen Planes, der eine harmonische Verbindung zwischen Industrie und Natur herstellt. Eine Besonderheit dabei ist, dass die Eisenbahnfreunde Zollernbahn der Landesgartenschau ausgemusterte Waggons zur Verfügung stellen, deren gärtnerische Nutzung oder auch Umbauten konzeptionell integriert werden können.
Am Ende des Workshops wird eine Fachjury den Siegerentwurf küren, der dann auch konkret umgesetzt werden soll. Im Herbst 2027 wird der „Studigarten“ dann realisiert. Auch hier dürfen die Studierenden selbst Hand anlegen.
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