Coronavirus: SG Schramberg: no sports

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Das Coronavirus hat den Vorstand der Sportgemeinschaft Schramberg zum Handeln gezwungen: Ab sofort ist der gesamte Übungsbetrieb im Reha und Präventionsbereich sowie aller Gruppen mit Teilnehmern über 60 Jahren bis auf Widerruf eingestellt. Das teilte die Vorsitzende des Vereins Sumi Storz am späten Donnerstagabend allen Abteilungsleitern,  Übungsleitern und Trainern mit.

Und dann sehr ernst: „Bitte beachtet, dass es sich hier um eine verbindliche Anordnung des Vorstandes handelt, welche keine Ausnahmen zulässt.“

Es geht um den Schutz der anderen

Heute Vormittag hat dann die Stiftung St. Franziskus alle Ehrenamtlichen darum gebeten, „dass Sie aktuell von Ihrem Ehrenamt absehen“. Selina Schunicht vom Sozialdienst Bewohner und Ehrenamt schreibt weiter: „Ich werde mich wieder bei Ihnen melden, sobald diese Regelung aufgehoben wurde.“ Diese Entscheidung habe der Krisenstab der Stiftung, der sich mit dem Corona-Virus auseinander setzt, getroffen. „Ziel hierbei ist es, die Verbreitung des Virus zu verhindern, um damit unsere Bewohner zu schützen.“

Sowohl die SG als auch die Stiftung begründen diese Entscheidung damit, dass es gelte Risikopatienten, vor einer Ansteckung zu schützen. Beim Sport seien dies die Reha-Patienten und die älteren Sporttreibenden, in der Stiftung gehörten viele der Bewohner zu Hochrisikogruppen „und eine Ansteckung für diese kann schwerwiegende Folgen haben“.

Zum Sportbetrieb außerhalb der beiden Risiko-Gruppen schreibt Storz weiter, dass es bei Verbandsspielen und Wettkämpfen Sache der jeweiligen Verbände sei, ob diese stattfinden. Was den restlichen Übungsbetrieb anbelangt, so möchte der SG-Vorstand die Entscheidung, ob dieser fortgeführt oder eingestellt werde, den Übungsleitern überlassen. Dabei gehe es nicht in erster Linie um den Schutz der Teilnehmer, sondern um den Schutz ihrer Angehörigen und den ihnen nahestehenden Personen: „Wir sollten in jedem Fall vermeiden, dass das Virus in die Familien mit älteren, eher anfälligen und mit einem erheblichen Risiko belasteten Menschen hineingetragen wird.“

Die Übungsleiter sollten bei ihrer Entscheidung „nicht zu sehr den Spaß und das sportliche Weiterkommen eurer Mitglieder im Auge zu haben, sondern in erster Linie die Eindämmung des Virus gegenüber Mitmenschen mit erhöhtem Risiko und einer Verlangsamung der Ansteckungswelle“. Im Zweifel  solle man lieber Übungsstunden absagen. Storz schließt: „Ich hoffe, dass wir alles gut überstehen und diese Prüfung bald an uns vorüber geht!“

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.