„Ich wünsche mir…“

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Schramberg-Tennenbronn: „Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis 2022 in der Kategorie ‚Non Professional’geht an… die Medienwerkstatt der Grundschule Tennenbronn!“

Mit diesen Worten holte kurz vor Weihnachten Christoph Süß vom Bayrischen Rundfunk die jungen Filmemacherinnen Marie Freynik und Anna Broghammer zusammen mit der AG-Leiterin Kerstin Heinlein auf die Bühne der Nürnberger Tafelhalle. Dort nahmen die Kinder stellvertretend für das Filmteam, zu dem noch David Moosmann und Felix Günter gehörten, für ihren Film „Ich wünsche mir…“ den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis entgegen. Dieser ist mit 2500 Euro dotiert.

„Wir waren alle ziemlich sprachlos, als die Nachricht vom Gewinn des Deutschen Menschenrechts Filmpreises bei uns in Tennenbronn ankam“, berichtete Schulleiterin Tanja Witkowski. „Damit haben wir wirklich nicht gerechnet. Wir sind an der Schule sehr berührt, dass wir ausgerechnet diesen Preis gewonnen haben und gratulieren dem Filmteam unserer Medienwerkstatt“, so Witkowski weiter.

Gruppenbild des Deutschen Menschenrechtsfilmpreises: Die Filmemacherinnen Marie Freynik (links), Kerstin Heinlein (dahinter), Anna Broghammer (rechts) in der ersten Reihe , ganz rechts die Schirmherrin Ferdos Forudastan. Foto: pm

„Schulausflug“ zur Preisverleihung

Zusammen mit den beiden Mädchen Marie Freynik, Anna Broghammer, deren Familien und der AG-Leiterin Kerstin Heinlein war sie am Wochenende zur Preisverleihung nach Nürnberg angereist, um das Filmteam zu begleiten. Die beiden Filmemacher David Moosmann und Felix Günter konnten leider aufgrund lang feststehender privater Termine nicht mitfahren.

In Nürnberg erwarteten die Filmemacherinnen eine toll vorbereitete Preisverleihung in einem sehr stilvollen Ambiente der Nürnberger Tafelhalle und mit hochkarätigen Gästen. Moderator war Christoph Süß vom Bayrischen Rundfunk, Schirmherrin war die Journalistin Ferdos Forudastan.

13. Wettbewerb

Der bundesweit ausgeschriebene Filmwettbewerb wird aktuell von 21 Organisationen der Zivilgesellschaft gestaltet, finanziert und durchgeführt. Zu den Trägern gehören Organisationen der Menschenrechts-, Bildungs-, Kultur- und Medienarbeit, konfessionell geprägte Organisationen, Gewerkschaften sowie Wohlfahrtsverbände und kommunale Einrichtungen.

Sie sind geeint im Ziel der Achtung und Wahrung der Menschenrechte. Bereits zum 13. Mal fand der Wettbewerb in diesem Jahr statt. Ausgezeichnet wurden die sechs Kategorien „Langfilm, Kurzfilm, Magazin, Hochschule, Non Professional und der Bildungspreis“. Unter den Preisträgern waren Magazinbeiträge für die Sendung „Monitor“, aber auch Einzelprojekte von unterschiedlichsten Filmemachern. Alle Beiträge beschäftigten sich thematisch mit Aspekten von Menschenrechten. Sie deckten Missstände auf, benannten Vorurteile oder regten zum Nachdenken über Menschenrechte an.

Der Stop-Motion-Film „Ich wünsche mir…“der Medienwerkstatt der Grundschule Tennenbronn war in der Kategorie „Non Professional“ eingereicht. Damit gemeint sind Filmproduktionen von nicht-kommerziell arbeitenden Filmteams und Gruppen.

Die Laudatorin und Jurymitglied Charlotte Weinreich. Foto: pm

Ukraine-Krieg im Hintergrund

Im Film geht es um ein Mädchen im Alter der Grundschulkinder. Es schreibt Tagebuch und spielt im Sommer mit herumfliegenden, sprechenden Laubblättern. Als diese etwas von Sturm erzählen, weiß das Mädchen zunächst nicht genau, was gemeint ist.

Doch dann folgt ein Filmschnitt. Plötzlich hört man Geräusche von Gewehren und Bomben, man sieht Zeichnungen von Krieg und Zerstörung und das Mädchen befindet sich plötzlich im dunklen Keller und sehnt sich zurück in den Sommer, als die Welt noch in Ordnung war und es wünscht sich nichts sehnlicher, als dass der Krieg aufhören soll. Damit endet der Film und hinterlässt Gänsehaut bei den Betrachtern.

Die Kinder der Medienwerkstatt hatten sich das Thema selbst ausgewählt. Ursprünglich ging der Film, der im letzten Schuljahr in der Medienwerkstatt-AG entstand, eigentlich in eine andere Richtung, berichteten Marie Freynik und Anna Broghammer souverän und selbstbewusst im Interview mit den Organisatoren des Deutschen Menschenrecht Filmpreises.

Die beiden Filmemacherinnen Marie Freynik (links) und Anna Broghammer auf dem pinkfarbenen Sofa. Foto: pm

„Als der Krieg in der Ukraine anfing, merkte man plötzlich, wie groß der Redebedarf der Kinder war. Die Kinder wollten dem Film mit Beginn des Kriegs eine andere Handlung geben. Das ursprüngliche Konzept hat nicht mehr gepasst“, so erklärte AG-Leiterin Kerstin Heinlein. Sie griff die Gedanken der Kinder auf und leitete das Filmteam in der Stop-Motion-Technik und der Umsetzung des Films an. Herauskam der Film „Ich wünsche mir…“

Souveräner Auftritt

Die beiden Mädchen wurden bei der Preisverleihung mit viel Lob und Anerkennung der anderen Teams und der Organisatoren bedacht. Charlotte Weinreich, die unter anderem für den Deutschlandfunk arbeitet, hielt die Laudatio auf den Film.

Nach einem beeindruckenden Wochenende in Nürnberg kamen die beiden Filmemacherinnnen und die Delegation der Grundschule Tennenbronn müde, aber überglücklich und zufrieden wieder in Tennenbronn an.

Info: Der Film ist zu sehen unter: https://youtu.be/dazi9hmI_lU

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