Ein  wei­te­rer Schritt auf dem lan­gen Weg zur Tal­um­fah­rung: Der Lei­ter der Stra­ßen­bau­ab­tei­lung im Regie­rungs­prä­si­di­um Frei­burg, Claus Walt­her, hat bei einem Ter­min bei der Stadt Schram­berg am Mitt­woch Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog über das wei­te­re Vor­ge­hen bei der Auf­nah­me der Pla­nun­gen für die B 462 Orts­um­fah­rung Schram­berg infor­miert. Über das Gespräch und die Ergeb­nis­se schreibt das Regie­rungs­prä­si­di­um Frei­burg in einer Pres­se­mit­tei­lung:

Damit setzt die Behör­de den bei der Prä­sen­ta­ti­on der Umset­zungs­kon­zep­ti­on für den Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan kom­mu­ni­zier­ten Zeit­plan punkt­ge­nau um, der eine Auf­nah­me der Pla­nun­gen für die Orts­um­fah­rung Schram­berg im ers­ten Halb­jahr 2019 vor­sah. Abtei­lungs­prä­si­dent Claus Walt­her: „Wir wer­den nun wie vor­ge­se­hen in die Pla­nung ein­stei­gen. Wir haben uns bei die­sem ers­ten Ter­min mit der Stadt Schram­berg über die Aus­gangs­la­ge und die nun fol­gen­den Schrit­te aus­getauscht. Wir gehen offen an die Pla­nung her­an und wer­den nun mit der Aktua­li­sie­rung der Grund­la­gen­er­mitt­lung zeit­nah begin­nen. Ver­läss­li­che Pla­nungs­grund­la­gen sind gera­de für die­se Groß­maß­nah­me in topo­gra­phisch äußerst anspruchs­vol­lem Gelän­de sehr wich­tig.“

Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog: „Nach der im letz­ten Jahr erreich­ten Prio­ri­sie­rung in der Umset­zungs­kon­zep­ti­on des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plans freue ich mich nun, dass das Land die Pla­nungs­ka­pa­zi­tä­ten geschaf­fen hat und das Regie­rungs­prä­si­di­um Frei­burg mit der Grund­la­gen­er­mitt­lung bezie­hungs­wei­se der Pla­nung begin­nen kann. Ich hof­fe, dass die Stra­ßen­bau­ab­tei­lung hier gut vor­an­kommt und im Wis­sen, dass es ein lan­ger Pla­nungs­pro­zess wer­den wird, wir noch die­ses Jahr ers­te Ergeb­nis­se erfah­ren kön­nen. Für das Enga­ge­ment der an die­sem Pro­zess betei­lig­ten Akteu­re möch­te ich mich im Namen der Schram­ber­ger Bür­ger­schaft, des Gemein­de­rats aber auch ganz per­sön­lich bereits heu­te bedan­ken.“

Wel­che Schrit­te ste­hen als Nächs­tes an? Zunächst wer­den für den Planungs­einstieg alle Grund­la­gen und Daten zusam­men­ge­stellt und auf den aktu­el­len Stand gebracht. Maß­geb­lich sind dabei die zwi­schen­zeit­lich erhöh­ten Stan­dards zur Tun­nel­si­cher­heit. „In die­sem Zusam­men­hang wer­den auch die Kos­ten des Pro­jek­tes aktua­li­siert und anschlie­ßend die wei­te­re Pla­nung mit den Minis­te­ri­en abge­stimmt”, heißt es abschlie­ßend in der Pres­se­mit­tei­lung.

Was bedeutet „Grundlagenermittlung” konkret?

Auch das Klein­ge­druck­te ist wich­tig.

Wich­tig ist in die­sem Zusam­men­hang der Hin­weis des Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums, dass die Grund­la­gen­er­mitt­lung noch kein Teil des eigent­li­chen Pla­nungs­pro­zes­ses sei, son­dern „zur Abschät­zung der Kos­ten­ri­si­ken vor­ge­zo­gen“ wer­den. Die Spre­che­rin des Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums Julia Pie­per erläu­ter­te dazu der NRWZ: „Die Maß­nah­me stellt einen Son­der­fall als Tun­nel­maß­nah­me in beweg­tem topo­gra­fi­schem Gelän­de mit einem sehr nied­ri­gen NKV (Nut­zen-Kos­ten-Ver­hält­nis) von 2,2 dar.“

Ein frü­he­rer Ent­wurf einer Tal­um­fah­rung mit drei Fahr­spu­ren war „vom Bund mit der Begrün­dung der Unwirt­schaft­lich­keit nicht geneh­migt“ wor­den. Unwirt­schaft­lich sind Pro­jek­te mit einem Nut­zen-Kos­ten-Ver­hält­nis von 1 zu 1. Bei der Anmel­dung der Pro­jek­te sei die Pla­nungs­tie­fe „eher grob“, so Pie­per. Wegen des nied­ri­gen NKV-Wer­tes sei „eine Prü­fung der Basis­zah­len und Kos­ten­ri­si­ken not­wen­dig.“ Dazu gehör­ten unter ande­rem die Prü­fung der Kos­ten­schät­zung und eine ver­tief­te Bau­grund­un­ter­su­chung.

Kostenschätzung und Verkehrszahlen überholt

Die im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan zu Grun­de lie­gen­de Kos­ten­schät­zung von 117 Mil­lio­nen Euro stammt aus der Zeit 2014.  Außer­dem geht die Berech­nung des Nut­zen-Kos­ten-Ver­hält­nis­ses im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan davon aus, dass die durch­schnitt­li­che täg­li­che Ver­kehrs­stär­ke (DTV) auf der B 462 in Schram­berg im Jahr 2010 bei 14.279 Kraft­fahr­zeu­gen pro Tag lie­gen wer­de und bis 2020 auf 19.600 Kfz/24h, stei­gen wer­de.

Die tat­säch­li­chen Zah­len sehen aber anders aus: 2010 zähl­ten das Land 13.660 Kraft­fahr­zeu­ge an der Obern­dor­fer Stra­ße, 2017 waren es 12.940. Die Zahl ist also sogar gesun­ken, nicht – wie im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan pro­gnos­ti­ziert – stark gestie­gen. Auch beim Schwer­last­ver­kehr geht der Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan von 1400 Las­tern und Bus­sen im kom­men­den Jahr aus – seit zehn Jah­ren aber pen­deln die Zah­len um 1000.

Aus­zug aus dem Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan.