Mit der Ausstellung „Farben der Pflanzen – Farben der Erde“ präsentieren die Schwestern Ruth Rosa Stützle-Kaiser und Elisa Stützle-Siegsmund vom 11. Januar bis 1. März eine außergewöhnliche künstlerische Position an der Schnittstelle von Kunst, Natur und Materialforschung. Die Vernissage findet am Sonntag, 11. Januar, um 15 Uhr im Schramberger Schloss statt. Die Einführung übernimmt die Kunsthistorikerin Dr. Antje Lechleiter.
Schramberg. Beide Künstlerinnen arbeiten seit vielen Jahren in unterschiedlichen Materialbereichen – Textil und Keramik. Sie verbindet ein gemeinsames, seit der Kindheit gewachsenes Interesse an Erde, Pflanzen und Botanik. Charakteristisch für ihre Arbeiten ist die Verwendung von Farben, die direkt aus der Natur stammen und die sie vielfach selbst gesammelt haben.
Wissen über Botanik und Geologie
Grundlage dafür sind fundierte Kenntnisse in Botanik und Geologie, experimentelle Versuchsreihen sowie ein tiefes historisches und materielles Wissen. In ihren Werken treffen sinnliche Farbigkeit und handwerkliche Präzision auf eine intensive Auseinandersetzung mit den Eigenschaften und der Herkunft der verwendeten Materialien.
Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Verlusts von Landschaften sowie Tier- und Pflanzenwelt verstehen die Künstlerinnen ihre Arbeit auch als künstlerisches und politisches Statement. Die Ausstellung thematisiert gleichermaßen die Schönheit wie auch die Verletzlichkeit der Natur und erinnert daran, dass der ökologische Verlust weit über sichtbare Schäden hinausgeht und grundlegende kulturelle und emotionale Dimensionen berührt.
Zu den Künstlerinnen:
Ruth Rosa Stützle-Kaiser (*1963) ist Kunsthistorikerin und Textilkünstlerin. Nach Studien der Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft sowie Auszeichnungen und Stipendien erforscht sie seit vielen Jahren Naturfarbstoffe für Textilien und ist als Kuratorin tätig. Sie arbeitet in Ateliers in Tübingen und im Schwarzwald.
Elisa Stützle-Siegsmund (*1962) ist Keramikerin mit ingenieurwissenschaftlichem Hintergrund. Nach einem Keramikstudium in den USA und langjähriger Atelierpraxis arbeitet sie heute in Müllheim bei Freiburg.
Die Ausstellung des Kunstvereins Podium Kunst lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, Farbe neu zu denken – als Spur der Erde, als Ausdruck von Pflanzenkraft und als Medium einer tiefen Verbindung zwischen Mensch und Natur.



