Bundesweiter Warntag: Stadt Rottweil erneut mit mobilen Sirenen dabei
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) veranstaltet auch in diesem Jahr den bundesweiten Warntag. Am Donnerstag, 10....
WeiterlesenUm 11 Uhr heulen Sirenen, piepen Handys und unterbrechen Radiosender ihr Programm. 15 Städte und Gemeinden im Landkreis machen mit. Was passiert, wo, warum – und was Sie tun müssen (fast nichts).
Zum sechsten Mal testen Bund, Länder und Kommunen am zweiten Donnerstag im September gleichzeitig ihre Warnsysteme. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) schickt um 11 Uhr eine Probewarnung über das Modulare Warnsystem MoWaS an Rundfunk, Warn-Apps, Cell Broadcast und digitale Anzeigetafeln. Parallel lösen Kommunen ihre eigenen Warnmittel aus – im Kreis Rottweil vor allem Sirenen.
Der Warntag hat zwei Ziele: Er soll technische Schwachstellen sichtbar machen, bevor sie im Ernstfall auffallen. Und er soll die Bevölkerung mit den Warnwegen vertraut machen, damit im Gefahrenfall niemand rätseln muss, was ein Heulton bedeutet. Die Teilnahme der Kommunen ist freiwillig – deshalb wird es nicht überall gleich laut.
„Ein funktionierendes Warnsystem ist eine Gemeinschaftsaufgabe – von Bund, Land, Landkreisen, den Kommunen und Einsatzorganisationen bis hin zu den Menschen, die eine Warnung erhalten.“
Am Feuerwehrgerätehaus Eschbronn beginnt der Warntag für THW und DRK. Sie bringen die vier landkreiseigenen mobilen Sirenen an verschiedene Standorte im Gemeindegebiet. Dies ist ein interner Termin, keine öffentliche Veranstaltung.
Das BBK löst zentral aus. Sirenen im Kreis heulen eine Minute lang auf- und abschwellend. Handys empfangen Cell-Broadcast-Meldungen und App-Warnungen – teils mit Verzögerung, weil die Meldung über mehrere Zwischenstationen läuft. Radio- und Fernsehsender bringen Durchsagen oder Laufbänder.
Sirenen geben einen einminütigen Dauerton. Warn-Apps und Rundfunk melden die Entwarnung. Ob sie auch per Cell Broadcast aufs Handy kommt, ist nicht eindeutig geklärt (siehe Offene Fragen). Danach ist der Warntag beendet.
Laute Sirenen können verunsichern oder belastende Erinnerungen wecken. Wer Angehörige, Nachbarn oder Kinder vorab informiert, nimmt dem Signal den Schrecken. Der Deutsche Feuerwehrverband stellt Informationen zu Sirenensignalen auch auf Ukrainisch bereit. Die Gemeinde Zimmern ob Rottweil informiert nach Angaben des Landkreises gezielt geflüchtete Menschen.
Grundlage ist die Pressemitteilung des Landratsamts vom 8. September. Sie nennt 15 beteiligte Kommunen, aber nur zwölf namentlich – und bei den stationären Sirenen ausdrücklich „unter anderem“. Die Liste ist also nicht vollständig.
| Kommune | Stationäre Sirenen | Mobile Sirenen | Weitere Angebote |
|---|---|---|---|
| Bösingen | ja | – | – |
| Dornhan | – | ja | – |
| Dunningen | ja | ja | – |
| Eschbronn | – | ja – 4 Kreis-Sirenen, betrieben von THW und DRK | Einweisung 10.30 Uhr am Feuerwehrgerätehaus |
| Hardt | ja | – | – |
| Oberndorf am Neckar | ja | ja | – |
| Rottweil | – | ja – 9 Sirenen der Feuerwehr, Kernstadt und alle Ortsteile | Details |
| Schenkenzell | ja | – | – |
| Schramberg | – | Lautsprecherfahrzeug(e) mit Sirene | Notfall-Infopunkte, Details |
| Sulz am Neckar | ja | – | – |
| Wellendingen | ja | – | – |
| Zimmern ob Rottweil | ja | – | Information speziell für Geflüchtete |
| Drei weitere Kommunen | Vom Landratsamt nicht namentlich genannt. Nicht in der Liste stehen Aichhalden, Deißlingen, Dietingen, Epfendorf, Fluorn-Winzeln, Lauterbach, Schiltach, Villingendorf und Vöhringen – drei davon sind laut Kreis dabei. Vöhringen hatte 2025 seine Sirenen ausgelöst. | ||
„–“ bedeutet: in der Pressemitteilung nicht erwähnt, nicht zwingend „findet nicht statt“. Viele Kommunen informieren zusätzlich über Amtsblatt, Website und soziale Medien. Wer sicher wissen will, ob es im eigenen Ort laut wird, fragt im Rathaus oder bei der Feuerwehr nach – das empfiehlt auch das BBK.
Die Stadt Rottweil hat keine festen Sirenen auf Dächern, sondern setzt auf mobile Geräte, die auf Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr montiert werden. 2022 waren es drei, seit 2024 sind es neun – genug für die Kernstadt, die Altstadt, Bühlingen und alle Ortsteile. Am Warntag kommen alle gleichzeitig zum Einsatz.
Bekannte Standorte laut Stadtverwaltung: das Hauptstraßenkreuz in der Innenstadt, zentrale Punkte in der Altstadt und in Bühlingen sowie in Neukirch der Bereich Alte Straße / Hardtstraße. Für die übrigen Ortsteile nennt die Stadt keine genauen Positionen. Göllsdorf und Neufra gelten als hochwassergefährdet – dort waren schon 2022 Sirenen dauerhaft stationiert.
Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf verweist auf die Flexibilität der Geräte: Sie ließen sich im Ernstfall ergänzend zu Medien- und Handywarnungen einsetzen, etwa bei Unwettern, Trinkwasserverunreinigungen oder Bränden. Stadtbrandmeister Frank Müller beschreibt die Aufgabe der Sirene als „Weck-Effekt“: Sie erzeugt Aufmerksamkeit, die eigentlichen Informationen liefern dann Radio, Fernsehen und Warn-Apps.
Am Warntag hängen dort Test-Plakate. Im echten Katastrophenfall – vor allem bei Stromausfall, wenn Handy und Internet ausfallen – sollen Bürger hier Warnungen und Verhaltenshinweise finden.
Schramberg geht einen anderen Weg als Rottweil. Die Stadt bestückt seit einigen Jahren analoge Anlaufstellen, die auch ohne Strom funktionieren. Zusätzlich fahren Mitarbeiter des Fachbereichs Recht und Sicherheit mit Einsatzfahrzeugen, die mit Warnsirene und Lautsprecher ausgestattet sind, durch die Talstadt, Sulgen, Heiligenbronn, Tennenbronn und Waldmössingen.
Die Stadt spricht von zwei Fahrzeugen, das Landratsamt von einem Lautsprecherwagen – vermutlich ein Unterschied im Detailgrad, aber unbestätigt. Auf der städtischen Website erschien in früheren Jahren zwischen 11 und 11.45 Uhr ein Pop-up-Fenster mit der Probewarnung.
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr stellt den Warntag in den Zusammenhang mit dem Waldbrand des Sommers: Der habe gezeigt, wie wichtig zuverlässige Warnwege und verlässliche Informationsquellen seien. Mehr dazu im NRWZ-Dossier Waldbrand Schramberg.
Bedeutet im Ernstfall: Es besteht eine Gefahr. Radio einschalten, Warn-App oder Internet prüfen, Nachbarn informieren, Anweisungen der Behörden befolgen. Am Warntag: nur zuhören.
Bedeutet: Die Gefahr ist vorüber. Am Warntag ertönt er um 11.45 Uhr und markiert das Ende der Übung.
Eine Nachricht mit lautem Warnton direkt auf jedes empfangsbereite Handy in der Funkzelle. Keine App, keine Anmeldung, keine Telefonnummer nötig. Es werden keine persönlichen Daten übertragen. Reichweitenstärkster Kanal: 2025 erreichte er 73 Prozent der Befragten.
NINA (Bund), KATWARN und BIWAPP schicken Push-Meldungen mit ausführlichen Informationen. Voraussetzung: App installiert und – bei NINA – der eigene Ort abonniert. Funktionieren auch auf Geräten, die kein Cell Broadcast empfangen.
Sender unterbrechen ihr Programm oder blenden Laufbänder ein. Digitale Stadtinformationstafeln und Fahrgastanzeigen der Bahn zeigen die Warnung. DAB+-Radios mit aktivierter Testfunktion melden sich ebenfalls.
Wer am Warntag keine Meldung bekommt, muss sich keine Sorgen machen – aber es lohnt sich, die Ursache zu finden. Meist liegt es an einer dieser Einstellungen.
Das BBK schaltet um 11 Uhr eine Online-Umfrage frei. Gefragt wird, ob und über welche Kanäle die Warnung angekommen ist. Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung des Systems ein. Teilnahme bis 17. September 2026 unter warntag-umfrage.de.
2025 füllten mehr als 117.000 Menschen den Fragebogen aus. 97 Prozent von ihnen waren über mindestens einen Kanal erreicht worden.
Deutschland setzt bewusst auf einen Mix aus mehreren Warnmitteln. Fällt eines aus oder erreicht es jemanden nicht, springt ein anderes ein. Wer kein Handy dabei hat, hört die Sirene; wer keine Sirene in der Nähe hat, bekommt die Meldung aufs Handy oder ins Radio. Kein Kanal allein soll alle erreichen müssen.
Am 10. September muss niemand etwas tun. Aber das Signal ist dasselbe wie bei einer echten Warnung – deshalb ist der Warntag der richtige Moment, sich das Verhalten einzuprägen. Die Empfehlungen der Behörden in Kurzform:
Radio (regionaler Sender), Warn-App oder warnung.bund.de aufrufen. Dort steht, was passiert ist und was zu tun ist.
Nachbarn, ältere Menschen, Familien mit Kindern und Menschen ohne Deutschkenntnisse informieren – gerade die, die kein Handy nutzen.
Fenster schließen, im Haus bleiben, Straßen freihalten – je nach Lage. Notrufnummern nur für echte Notfälle nutzen, nicht für Rückfragen.
Ausführliche Hinweise zur persönlichen Vorsorge, etwa zu Vorräten, Notgepäck und Dokumentenmappe, gibt das BBK auf bbk.bund.de.
Nach dem Ende des Kalten Krieges stieg der Bund Anfang der 1990er-Jahre aus dem flächendeckenden Sirenennetz aus. Viele Kommunen bauten ihre Anlagen ab. Digitale Warnwege sollten die Lücke schließen – doch der erste Bundesweite Warntag am 10. September 2020 endete als Fehlschlag: Die Server der Warn-Apps waren überlastet, viele Meldungen kamen verspätet oder gar nicht an. Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 zeigte dann, wie tödlich Warnlücken sein können.
Baden-Württemberg legte daraufhin ein Förderprogramm über elf Millionen Euro für den Wiederaufbau der Sireneninfrastruktur auf. Rottweil nutzte es: Drei mobile Sirenen 2022, neun seit 2024. Seit Februar 2023 können alle Lagezentren der Länder zudem Cell Broadcast auslösen – der Kanal, der heute die meisten Menschen erreicht.
Die Bilanz des Warntags 2025 fiel laut BBK-Umfrage so gut aus wie noch nie: 82 Prozent der Befragten fanden, der Tag sei gut verlaufen, zehn Punkte mehr als im Vorjahr. Zugleich fühlte sich weniger als die Hälfte gut über die Risiken informiert, die sie selbst betreffen könnten.
Quelle: BBK-Pressemitteilung vom 24. April 2026. Die Umfrage ist nicht repräsentativ; es antworten vor allem Menschen, die vom Warntag wussten.
Wo sich Quellen widersprechen oder Angaben fehlen, sagen wir es. Diese Punkte haben wir bei den zuständigen Stellen angefragt und ergänzen sie, sobald Antworten vorliegen.
Das Landratsamt nennt 15 beteiligte Kommunen, aber nur zwölf mit Namen. Bei den stationären Sirenen heißt es „unter anderem“. Die vollständige Liste liegt uns nicht vor.
THW und DRK bringen sie „an verschiedene Standorte im Gemeindegebiet“. Ob Mariazell, Locherhof und Eschbronn selbst je ein Gerät bekommen, ist nicht bekannt.
Die Stadt Rottweil schreibt: nein. Das BBK hat im November 2025 eine Entwarnungsfunktion für Cell Broadcast eingeführt. Möglich ist, dass sie am Warntag nicht genutzt wird – bestätigt ist das nicht.
Die Stadt spricht von zwei Einsatzfahrzeugen, der Landkreis von einem Lautsprecherwagen.
Um 11 Uhr sind die meisten Kinder in Betreuung oder Unterricht. Keine der vorliegenden Mitteilungen äußert sich dazu.
Der Landkreis erwähnt das Angebot, ohne Details zu Sprache, Form oder Zeitpunkt zu nennen.
Alle Artikel der Redaktion mit dem Schlagwort „Warntag“, automatisch aktualisiert.
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WeiterlesenNein. Es ist eine Übung. Sinnvoll ist nur, das Handy einmal anzuschauen und zu prüfen, ob die Warnung angekommen ist – und die BBK-Umfrage auszufüllen.
Nicht unbedingt. Sirenen gibt es nur in einem Teil der Kommunen, und mobile Sirenen sind nur in Hörweite ihres Standorts zu hören. Wenn auch das Handy stumm blieb, prüfen Sie die Einstellungen im Abschnitt Handy. Ältere Geräte können Cell Broadcast technisch nicht empfangen.
Die Warnung läuft vom BBK über mehrere Zwischenstationen – App-Server, Mobilfunknetze, Sender – bis zum Gerät. Einige Minuten Verzögerung sind normal und kein Fehler.
Wahrscheinlich ja. Die Stadt Rottweil weist darauf hin, dass über Cell Broadcast keine Entwarnung verschickt werde. Die Entwarnung kommt über Sirenen (Dauerton), Warn-Apps und Rundfunk. Ganz eindeutig ist die Lage nicht – siehe Offene Fragen.
Die Stadt hat sich für mobile Geräte auf Feuerwehrfahrzeugen entschieden. Der Vorteil: Sie können dorthin gefahren werden, wo eine Gefahr besteht, etwa bei einem Hochwasser in Göllsdorf oder Neufra. Der Nachteil: Ohne Fahrzeug vor Ort gibt es kein Signal.
NINA ist eine App, die installiert und mit einem Ort verknüpft werden muss; sie liefert ausführliche Texte und Karten. Cell Broadcast ist eine Funktion des Mobilfunknetzes, die ohne App jedes empfangsbereite Handy in einer Funkzelle erreicht, aber nur einen kurzen Text übertragen kann. Beides ergänzt sich.
Die Gemeinde selbst. Die Teilnahme am Warntag ist freiwillig. Zuständig ist meist das Ordnungsamt gemeinsam mit der Feuerwehr. Wer wissen will, ob es im eigenen Ort laut wird, fragt am besten im Rathaus nach.
Der Bundesweite Warntag findet jährlich am zweiten Donnerstag im September statt. 2027 wäre das voraussichtlich der 9. September.
Diese Übersicht ist ein redaktionelles Angebot der NRWZ. Sie ist keine Anzeige und entsteht ohne Kooperation mit Behörden oder Kommunen. Beschreibungen und Einordnungen sind eigene Zusammenfassungen; wörtliche Zitate sind als solche gekennzeichnet und ihrer Quelle zugeordnet. Wo sich Angaben widersprechen, stehen beide nebeneinander.
Stand: 8. September 2026, 17 Uhr. Die Seite wird am Warntag und danach aktualisiert. Hinweise und Korrekturen an die Redaktion.
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