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Die Falkensteiner Kapelle in der Romantik der Winterzeit

Die Falkensteiner Kapelle in Schramberg auf einem Gemälde von Franz Hützschke (1893 – 1945) aus dem Jahr 1932, das ab Freitag im Stadtmuseum Schramberg als Postkarte erhältlich ist.Foto: Schloss- und Spielkartenmuseum Schloss Altenburg
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Zur Eröffnung der diesjährigen Weihnachtskrippenausstellung im Stadtmuseum Schramberg erscheint auch eine besondere Weihnachtskarte. Sie zeigt ein Gemälde der Falkensteiner Kapelle in der Romantik der Winterzeit von Franz Hützschke aus dem Jahr 1932 und wurde von einer alten Schrambergerin und einem alten Schramberger zugunsten der Museumsarbeit gestiftet.

Schramberg. Das lange vergessene Gemälde haben die beiden Stifter im Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg in Thüringen entdeckt. Der Maler Franz Hützschke wurde dort am 9. September 1893 geboren.  Er war von Haus aus Lithograph und kam bereits vor dem Ersten Weltkrieg in den Schwarzwald. In Schramberg arbeitete er für die Steindruckerei der Gebrüder Fichter und für die Uhrenfabriken Gebrüder Junghans AG.

Am 6. August 1929 verheiratete er sich in Schramberg mit der Näherin Johanna Andergassen (1889 – 1986) aus Schwaz in Österreich. In Schramberg ist er vor allem durch ein großstadtartiges Gemälde des am 25. Oktober 1928 eingeweihten Lichtspielhauses Schramberg am Paradiesberg in Erinnerung geblieben.

Franz Hützschke: „Lichtspielhaus“, um 1930

Landschaftsbilder

Der Schwerpunkt seines Schaffens waren aber Landschaftsbilder des Schwarzwaldes, die er in einigen großen Ausstellungen in Schramberg zeigte – zuletzt im Winter 1932, so dass das Gemälde der Falkensteiner Kapelle wohl damals zu sehen war. Bereits im Herbst 1932 waren Franz und Johanna Hützschke auf dem Höhepunkt der in Schramberg besonders schwerwiegenden Weltwirtschaftskrise aber in seine Heimat in Thüringen zurückgezogen.

Professor Curt Liebich (1868 – 1937) aus Gutach, der damals führende Schwarzwaldmaler und mehrfach im Auftrag der Stadt Schramberg tätig, würdigte beim Besuch der Ausstellungen von Franz Hützschke das „Gold im Pinsel“ seines jungen Künstlerkollegen. Nach der Rückkehr in seine alte Heimat schuf Franz Hützschke auch dort zahlreiche Landschaftsbilder. Am 17. März 1945 starb er – am Ende des Zweiten Weltkrieges noch verwundet – im Alter von 51 Jahren in einem Lazarett in Apolda.

In Vergessenheit geraten

Obwohl seine Witwe Johanna Hützschke im Jahr 1963 aus der DDR zu Familienangehörigen nach Schramberg zurückkehrte, geriet das künstlerische Werk ihres Mannes im Lauf der Zeit in Vergessenheit. Es war das Verdienst von Egon Herold (1924 – 2008) aus Albstadt, wie Franz Hützschke von Haus aus Lithograph und später Uhrmachermeister, ihn im Jahr 1992 mit einem Bericht im „Schwarzwälder Boten“ wieder zu entdecken, die 2001 auch zu einem Beitrag in der Zeitschrift „D’Kräz“ des Museums- und Geschichtsvereins Schramberg führte.

In den letzten Jahren konnte das Stadtmuseum Schramberg einige Werke von ihm sammeln. Das im Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg neu entdeckte Gemälde reiht sich in die Geschichte der Erinnerung an einen bemerkenswerten Künstler ein, der Schramberg und seine Landschaft erkennbar liebte.

Info: Die Weihnachtskarte mit dem Gemälde der Falkensteiner Kapelle von Franz Hützschke in limitierter Auflage ist vom 28. November an im Stadtmuseum Schramberg erhältlich (Dienstag bis Samstag 13 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr).

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