Samstag, 13. April 2024

200 Helfer, 40 Fahrzeuge, kreisübergreifende Zusammenarbeit – und am Sonntag geht der Großeinsatz weiter

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Vollbrand einer Halle unter anderem für landwirtschaftliche Fahrzeuge bei Dietingen: Die Rettungskräfte sind seit dem Samstag, kurz nach halb Zwölf, im Großeinsatz in der Nähe von Rotenzimmern.

(Dietingen). Der Einsatzort liegt zwischen dem Dietinger Ortsteil Rotenzimmern und dem Rosenfelder Stadtteil Täbingen – auf freier Fläche. Die Rauchwolke der zunächst in Vollbrand stehenden Scheune war kilometerweit sichtbar.

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Die Einsatzstelle am Morgen nach dem Brandausbruch. Foto: Feuerwehr Dietingen
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In der Nacht lief die Brandbekämpfung weiter – bis hin zur Erschöpfung der eingesetzten Feuerwehrkräfte. Foto: Feuerwehr Dietingen

Nachtwache, dann Nachlöscharbeiten

Update Sonntag, 10 Uhr: Der Einsatz wird fortgesetzt. In diesen Minuten, so Dietingens Feuerwehrsprecher Olaf Lutzkat, werde die Gesamtfeuerwehr der Gemeinde und ihrer Ortsteile erneut alarmiert. Der Brand ist längst unter Kontrolle – schwelt aber weiter.

200 Kräfte im Einsatz

In Zahlen, sie stammen von Lutzkat, ist dieses Brandereignis von einem großen Ausmaß: 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK und THW waren bereits am Samstag mit dem Feuer beschäftigt, 40 Fahrzeuge waren vor Ort. Acht Kilometer Schlauchleitung mussten gelegt werden, um Wasser auch der Schlichem an die Einsatzstelle zu befördern – eine körperlich besonders belastende Aufgabe. Die Wasserversorgung sei zudem anfangs immer wieder zusammengebrochen, weshalb zusätzliche Kräfte anderer Wehren vor Ort mit anpacken mussten – so etwa Kameraden mit dem Abrollbehälter Schlauch aus Sulz, die laut dem Feuerwehrsprecher um 14 Uhr angefordert wurden. Aus Schramberg-Sulgen kam der AB Atemschutz hinzu. Zu Beginn des Einsatzes hatten zwei Großtanklöschfahrzeuge der Wehren aus Oberndorf und Rottweil die Wasserversorgung hergestellt. Diese Lkws pendelten zwischen Rotenzimmern und der einige Kilometer außerhalb liegenden Brandstelle.

Zwischenzeitlich haben laut Lutzkat landkreisübergreifend auch Kräfte aus Rosenfeld und Täbingen eine Leitung aufgebaut. „Unsere Kräfte waren irgendwann einfach erschöpft“, erinnert sich Lutzkat. Das THW ist mit hinzugezogen worden – zunächst mit einem Radlader, dann mit einer Einheit, die 15 sogenannte Lichtkomponenten aufstellte.

Brandwache – dann erneuter Einsatz

„Gegen 3 Uhr morgens waren die Löscharbeiten erst einmal beendet“, so Lutzkat weiter. Brandwache hatte die Abteilung Rotenzimmern bis 7 Uhr morgens. Noch immer rauche das Heu. Ab 10 Uhr beginnen deshalb noch Nachlöscharbeiten. „Die Halle ist mittlerweile leer, Seitenwände wurden geöffnet“, sagt der Feuerwehrsprecher. „Es besteht Einsturzgefahr, wir führen die Arbeiten außerhalb der Halle durch und riskieren nichts mehr.“ 

Betroffenheit – aber auch Hilfsbereitschaft

Lobend hebt er die Unterstützung seitens der Menschen vor allem aus Rotenzimmern hervor. „Die Bevölkerung hat zeitnah Unterstützung geleistet, es gab Getränke und Essen.“ Auch, wenn es nur Sachschaden zu beklagen gibt: Die Betroffenheit ist groß, man kennt sich auf dem Dorf.“

Der Rottweiler stellvertretende Stadtbrandmeister Rainer Knoblauch, im Einsatz auf einem der angerückten Großtanklöschfahrzeuge, lobte auf der Facebookseite der NRWZ die Menschen vor Ort ebenfalls: „Danke an die Bewohner in Rotenzimmern! Wir haben mit unserem Tanklöschfahrzeug den Pendelverkehr durchgeführt und sind mit Wasser und Kaffee versorgt worden. Hat man nicht alle Tage! Danke!“

THW rückte mit Radlader an

Update: Der Einsatz ist nicht zu Ende. Das THW ist mit dem Radlader eingetroffen. Neun Einsatzkräfte verstärken die bereits vor Ort befindlichen Helfer. Aus Sulz ist der Abrollbehälter Schlauch der Feuerwehr gekommen – um mehr Schlauchmaterial für die Wasserversorgung zur Verfügung zu haben. Das THW zieht jetzt die verbrannten Landmaschinen und das Stroh zum Ablöschen aus der Halle.

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Ein Bagger zieht das Brandgut auseinander. Immer noch steigen Flammen auf. Foto: privat

THW ist alarmiert worden

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Fotos: privat

Löscharbeiten der Feuerwehr am Nachmittag

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Fotos: gg

Menschen und Tiere seien nicht in Gefahr, so der Organisatorische Leiter Rettungsdienst (OrgL), Hans-Christian Geiß, in einer ersten Information an die NRWZ.

Vor allem die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Das DRK hat neben einem Rettungswagen auch ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Die Polizei ist mit zwei Streifen am Brandort. Die Löscharbeiten dauern an.

Laut DRK-Bereitschaftsleiter Björn Speiser kann der Einsatz eine Weile dauern, würden sich die Kräfte auf einen längeren Einsatz einstellen. Speiser koordiniert die Helfer des Roten Kreuzes, die zur Absicherung der Feuerwehrleute vor Ort sind. Rettungswagen und OrgL sind wieder abgerückt.

Manuel Suhr berichtete der NRWZ: „Wir haben mit gepressten Strohballen zu kämpfen. Wir haben weiter Feuer unterm Dach, der Einsatz wird sich einige Stunden lang ziehen“, so der Oberndorfer Stadt- und stellvertretende Kreisbrandmeister. Die Halle sei nicht zu betreten – wegen Einsturzgefahr. Darin befindet sich laut Suhr auch Kunstdünger, der gebrannt habe. Ein Messwagen der Feuerwehr sei angefordert worden, um die Einsatzstelle auf eine mögliche Schadstoffbelastung zu überprüfen. Es werde zudem ein Bagger angefordert, der das brennende Heu auseinander ziehen könne.

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Fotos: gg

Mehrere Landmaschinen, darunter Traktoren, sind ausgebrannt. Die Feuerwehr hat den Löschangriff massiv eingeleitet. Um Löschwasser vor Ort zu haben, sind Großtank-Löschfahrzeuge aus Oberndorf und Rottweil im Einsatz, die zum Wiederbefüllen pendeln. Außerdem haben Einsatzkräfte mit der schweißtreibenden Arbeit begonnen, eine Schlauchleitung auszulegen.

Die Einsatzleitung liegt bei der Feuerwehr Dietingen unter dem Kommando von Dominik Weißer. Als stellvertretender Kreisbrandmeister ist der Oberndorfer Kommandant Suhr vor Ort. Aus Oberndorf stammt auch die eingesetzte Drehleiter.

Feuer Bei Rotenzimmern Grosseinsatz
Fotos: gg
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Fotos: gg

Dietingens Bürgermeister Frank Scholz ist vor Ort, um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen.

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Peter Arnegger (gg)https://www.nrwz.de
... ist seit gut 25 Jahren Journalist. Mehr über ihn hier.

1 Kommentar

  1. Toll, dass es diese Menschen gibt, die selbstlos ihre Freizeit und ihre Kraft für die Allgemeinheit opfern! Hut ab und dankeschön!

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