Rottweil, 16. Mai – Schon wieder vorbei, das Rottweiler Jazzfest 2026. Nach drei Wochen gibt es am Schluss den Höhepunkt – und „echten Jazz“ in Reinform dazu. Wie am Vorabend 90 Minuten plus Zugabenblock, doch statt eines Zehnerpacks an Musikerinnen und Musikern zieht diesmal ein Quartett alle in seinen Bann: Joshua Redman begeistert ab Minute eins.
Als „Young Lion“ haben sie ihn in den Neunzigern vermarktet, heute ist Redman 57 und hat seinerseits drei junge Talente um sich geschart: Paul Cornish am Klavier, Philip Norris am Bass und Nazir Ebo am Schlagzeug räumen mal eben so ab.
Warme, singende Saxophontöne dominieren den Abend, Stücke von emotionaler Tiefe und wuchtiger Leichtigkeit. Rasend schnelle Arpeggien des Pianisten wechseln mit ruhigen Momenten. Dann flirrt der Bass behende, nun die Drums. Ein erstaunlich intimes Konzert entwickelt sich da vor mehreren hundert Zuhörerinnen und Zuhörern in der Alten Stallhalle.
Exzellent harmoniert das Joshua-Redman-Quartett an diesem Abend. Immer wieder verwandeln sich Solopassagen in mehrstimmigen Austausch der Musiker, in echten Dialog, Trialog, vom Postbop zum poppigen We-Bop quasi, und das verlangt ungemein viel Hingabe und Energie.
Entsprechend erschöpft, aber glücklich verlassen die vier Musiker am Schluss die Bühne – und wir das Jazzfest, bis zum nächsten Jahr.
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