„Dritte Orte“ gelten als beinahe magische Medizin gegen Einsamkeit, gesellschaftliche Spaltung und viele Übel mehr: Orte, die ohne Kosten und Konsum Begegnung ermöglichen. In Rottweil hat sich „Soolbad. Der Club“ einem solchen Ort verschrieben.
Rottweil – Und zwar dem namensgebenden „Oberen Soolbad“ in der Oberamteigasse 10. Das markante Gebäude aus dem Jahr 1893 hat spannende Vergangenheit: Es war Sool- und Mineralbad, Weinstube und Druckerei. Lange lag es jedoch in tiefem Dornröschenschlaf, ehe sich die Bürgerinitiative „DENK-MAL Rottweil“ dem Objekt verschrieb, das sie wieder zu altem, oder eher neuem Glanz führen will.

Bis dahin wird es freilich dauern. Was eine Gruppe Engagierter auf den Plan rief: Warum warten, bis alles blitzblank saniert ist? „Wir wollten den Ort direkt nutzen und mit Leben füllen“, erzählt Hannes Dürr von den Überlegungen, die ihn ebenso wie Verena Boss und Janina Niefer antrieben.
„Die Idee war, mitten in der Stadt einen Begegnungsort zu schaffen und Leute zusammenzubringen“, erläutert Dürr. Offen für Ideen, fürs kreative gemeinsame Ausprobieren. Aber ohne Kommerz. Und ohne anderen Angeboten in Rottweil Konkurrenz zu machen.
Bei der Bürgerinitiative stieß die Vision im Herbst 2024 auf Resonanz. Und seit über einem Jahr wird sie mit großem Engagement mit Leben gefüllt – in der Oberamteigasse und auch andernorts, winterbedingt etwa im Theatercafé, der Wärmestube und im Rosswasen-Haus.
Entspannte Angebote wie ein Mitmach-Picknick und Spiele-Abende bringen regelmäßig Menschen zusammen. Ebenso „Sool Kitchen“: Um die 30 Leute kommen da zusammen, bereiten gespendete Nahrungsmittel zu – und essen gemeinsam.

Beim Stadtfest machte man einfach Platz: Auf einer „Open Stage“ konnte, wer wollte, ein Viertelstündchen seine Künste zum Besten geben. Das Konzept kommt an, es findet inzwischen regelmäßig alle sechs bis acht Wochen statt. Künstler reisen vom Bodensee bis Stuttgart an, über Sängerinnen und Sänger, Zauberer und Kreative anderer Sparten freut sich ein ständig wachsendes Publikum.
Und wen es weniger ins Rampenlicht drängt, der darf einmal im Monat beim offenen Singen mitträllern. Ruhig geht ebenso: Mit der Stadtbücherei hat man sich zum „silent reading“ zusammengetan. Aber auch gesellschaftliche Debatten finden Raum – neue Formate werden derzeit aus der Taufe gehoben
„Wichtig ist uns eine Vielfalt der Perspektiven“, unterstreicht Hannes Dürr. Was die Formate, Themen und Akteure ebenso meint wie die Macherinnen und Macher, die „Soolbad. Der Club“ mit viel Herzblut tragen. Während an Ideen kein Mangel herrscht, könnten man Ehrenamtliche durchaus noch gebrauchen.
Motivieren kann auf jeden Fall die Erfahrung aus mehr als einem Jahr „Soolbad. Der Club“: Es funktioniert! Dritte Orte sind nicht nur eine schöne Vision. Sondern ein Gewinn. Für den Einzelnen und für die Gemeinschaft. Und dem Soolbad haucht der Club ganz nebenbei jetzt schon eine Menge Seele ein.
Info: Die stetig wachsenden Angebote sind unter www.soolbad.de zu finden, ebenso auf dem eigenen WhatsApp-Kanal und auf Instagram unter https://www.instagram.com/soolbadderclub?igsh=MWIzZmF4ZGlrd2IxYQ==
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