Göllsdorf. Geschnitzte Gesichter, flackerndes Licht und viele kleine und große Gestalten auf den Straßen: Beim traditionellen Rübengeisterumzug sind am Samstagabend wieder zahlreiche Teilnehmer durch Göllsdorf gezogen. Der Brauch gehört seit Jahrzehnten fest zur Saukirbe.
Schon am Freitag hatten Kinder und Erwachsene beim „Riabaschnitza“ aus großen Futterrüben ihre ganz eigenen Geister geschaffen. Am Samstagabend kamen sie dann zum Einsatz: Von innen beleuchtet, zogen die „Riabagoaschter“ durch das dunkle Göllsdorf und sorgten mit ihren mal gruseligen, mal freundlichen Gesichtern für eine besondere Stimmung.
Der Rübengeisterumzug gehört zu den bekanntesten Traditionen der Göllsdorfer Saukirbe. Seine Wurzeln reichen in die Nachkriegszeit zurück; 1956 machte Egon Rieble den Brauch zu einem festen Bestandteil des Heimatfests. Heute ist er vor allem für die Kinder einer der Höhepunkte der viertägigen Saukirbe.
Bildergalerie
Alle Fotos: Silas Stein
























Riabaschnitza: Göllsdorf greift zu Rübe und Messer
Kaum rollt der grüne Oldtimer-Traktor mit seiner Fracht vor das Rathaus, ist der Anhänger auch schon umringt. Ungezählte Hände greifen nach gelben, orangen und roten Futterrüben, Kinder klettern auf die Ladefläche und suchen sich das schönste Exemplar aus. Mit dem „Riabaschnitza“ hat am Freitagnachmittag die Göllsdorfer Saukirbe begonnen. Das ganze Dorf scheint auf den Beinen zu sein, und das Fest wird auch viele Besucher von weit außerhalb anlocken.
Die Sonne steht schon tief über der Jungbrunnenstraße, aber es ist noch angenehm warm. Für den Auftakt der Saukirbe hätte sich Göllsdorf kaum besseres Wetter wünschen können. Um 16 Uhr wird es am Rathaus voll: Familien mit Kinderwagen, Großeltern mit Enkeln an der Hand, Jugendliche und Zugezogene, die das Spektakel zum ersten Mal erleben.
Für einen Euro gibt es eine Rübe, und die Auswahl ist riesig. Danach wird gearbeitet. Die Bürgervereinigung hilft beim Aushöhlen. Die Kinder schnitzen mit viel Eifer Augen, Nasen und zackige Münder in die Rüben. Zum Schluss bekommen sie die passenden Riabastecken, auf denen die Fratzen am Samstagabend leuchten sollen.
Mehr zum Ablauf im NRWZ-Programmüberblick.
„Die Bürgervereinigung Göllsdorf unterstützt, wie alle anderen Vereine und Einrichtungen auch, die Saukirbe und das ganze Drumherum“, sagt Vorsitzender Mike Altmann. „Aber angebaut, gesät, gepflegt, gegossen und geerntet haben das Rübenfeld drei engagierte Göllsdorfer Mitbürger, die sich um und für das neu angelegte Feld in der Nähe des Weiherbachgrills eingesetzt haben: Karl Bittner, Markus Werni und Egbert Bold.“ Die Bürgervereinigung habe auf diesem Rübenfeld rund drei bis fünf Prozent der Fläche genutzt, um Kürbisse anzupflanzen, die am Samstag als Deko im Festzelt Göllsdorf zur Geltung kommen sollen. „Auch da finden noch einige Rüben ihren Platz. Aber unser Verein unterstützt hierbei nur und hilft, aber der Dank gebührt den Dreien, die maßgeblich am Anbau und Ernte beteiligt sind“, so der Vorstand der Bürgervereinigung.
Bildergalerie
Alle Fotos: Silas Stein



































