Wenn am heutigen Samstag die Presse über das geplante Science Center 2028 informiert wird, beginnt die Geschichte nicht erst mit einer Präsentation oder einem Bauprojekt. Tatsächlich reicht sie bis ins Jahr 2009 zurück. Damals entstand in Rottweil die Idee, Schule, Wirtschaft und Wissenschaft enger miteinander zu vernetzen. Heute soll daraus ein dauerhafter Lern-, Erlebnis- und Begegnungsort werden – mit einem Anspruch, der weit über die Landesgartenschau hinausreicht.
Große Projekte beginnen selten mit einem Spatenstich. Oft entstehen sie aus vielen kleinen Schritten, aus Beharrlichkeit und aus Menschen, die über Jahre an einer gemeinsamen Idee festhalten. Beim geplanten Science Center in Rottweil scheint genau das der Fall zu sein. Was heute als Zukunftsprojekt im Umfeld der Landesgartenschau 2028 wahrgenommen wird, hat seine Wurzeln bereits vor mehr als 15 Jahren. 2009 gründeten engagierte Vertreter aus Schulen, Unternehmen und weiteren Einrichtungen den Campus Schule-Wirtschaft. Ziel war es, jungen Menschen den Übergang von der Schule in Ausbildung oder Studium zu erleichtern und technische sowie naturwissenschaftliche Themen praxisnah zu vermitteln (hier berichten wir bereits).
Aus dieser Initiative entwickelte sich Schritt für Schritt ein Netzwerk, das zahlreiche Projekte zur Berufsorientierung und MINT-Bildung auf den Weg brachte.
Vom Netzwerk zu Experimentierwelten
Mit den Experimentierwelten entstand 2020 erstmals ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche Naturwissenschaft und Technik selbst erleben konnten. Es folgten weitere Angebote, darunter die Arbeitswelten, die Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder ermöglichen. Diese Projekte gelten heute als Vorläufer dessen, was künftig deutlich größer gedacht wird. Das geplante Science Center soll die bisherigen Erfahrungen aufgreifen, weiterentwickeln und an einem zentralen Standort zusammenführen.
Mehr als eine Ausstellung
Nach den bislang bekannten Informationen soll das Science Center weit mehr werden als ein klassisches Museum. Geplant ist ein Ort, an dem Besucherinnen und Besucher selbst experimentieren, technische Zusammenhänge verstehen und Zukunftsthemen entdecken können. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Naturwissenschaft, Technik, Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung. Das Angebot soll sich an Kinder und Jugendliche ebenso richten wie an Familien, Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Gäste der Region.
Damit verfolgt das Projekt einen doppelten Ansatz: Es soll Neugier auf Wissenschaft und Technik wecken und zugleich den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Rottweil stärken.
Dauerhaft über die Landesgartenschau hinaus
Die Landesgartenschau 2028 bildet den zeitlichen Rahmen für das Vorhaben. Nach den bisherigen Planungen soll das Science Center jedoch keine Einrichtung nur für die Dauer der Gartenschau werden. Vielmehr ist ein langfristiger Betrieb vorgesehen. Entstehen soll ein Ort, der auch in den Jahren nach 2028 Schulklassen, Familien, Fachkräfte und Besucher anzieht und sich dauerhaft als Bildungs- und Erlebnisstandort etabliert.
Gerade dieser langfristige Anspruch unterscheidet das Projekt von vielen temporären Angeboten großer Veranstaltungen.
Noch sind viele Fragen offen
Wie das Science Center konkret aussehen wird, welche Partner sich beteiligen, wie die Finanzierung aufgebaut ist und wie der weitere Zeitplan aussieht, wollen die Initiatoren am Samstag erstmals ausführlich erläutern. Auch die Fragen nach den Investitionen, der späteren Trägerschaft und dem Betrieb dürften dabei eine zentrale Rolle spielen. Die NRWZ wird die Pressekonferenz begleiten und anschließend ausführlich über die vorgestellten Pläne berichten.
Warum das Projekt für Rottweil wichtig sein könnte
Rottweil verändert sich derzeit an mehreren Stellen gleichzeitig. Mit der Landesgartenschau entstehen neue Freiräume entlang des Neckars, Brücken verbinden bislang getrennte Stadtbereiche, und rund um den Testturm entwickelt sich ein neues Quartier.
Sollte das Science Center wie geplant verwirklicht werden, könnte dort ein weiterer Baustein hinzukommen – allerdings mit einer Besonderheit: Während Wege, Brücken und Grünanlagen vor allem den Stadtraum verändern, hätte ein Science Center das Potenzial, Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft dauerhaft miteinander zu verbinden. Ob dieses Ziel erreicht wird, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Klar ist jedoch schon heute: Hinter dem Projekt steht keine kurzfristige Idee, sondern eine Entwicklung, die vor vielen Jahren begann und nun ihre bislang größte Ausbaustufe erreichen soll.
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