Trafotürme werden neu genutzt: Zwei Projekte im Kreis Rottweil erhalten Förderung

Neue Ideen für alte Türme: Auch Rötenberg und Sulz profitieren von Landesförderung.

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Soll kreativ genutzt werden: Trafoturm in Aichhalden-Rötenberg. Foto: Peter Arnegger

Alte Trafotürme sollen in Baden-Württemberg künftig häufiger eine neue Funktion bekommen. Das Land fördert neun Projekte zur Umnutzung – darunter auch Vorhaben in Rötenberg und in Sulz am Neckar im Kreis Rottweil.

Viele Trafotürme haben durch den technischen Wandel ihre ursprüngliche Aufgabe verloren. Früher dienten sie als zentrale Stationen der Stromversorgung in Dörfern, heute stehen zahlreiche Gebäude leer. Mit dem Landeswettbewerb „Turmwärts – Hoch hinaus mit neuen Ideen“ will das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz neue Nutzungen anstoßen.

Wie das Ministerium mitteilt, wurden neun Projekte aus insgesamt 13 Bewerbungen ausgewählt. Sie erhalten jeweils bis zu 30.000 Euro Förderung, insgesamt rund 200.000 Euro. Entscheidend für die Auswahl waren unter anderem der Nutzen für die Allgemeinheit, ehrenamtliches Engagement sowie die Übertragbarkeit der Konzepte.

Strom rein, Spannung raus. Trafotürme waren einst die Stromvermittler des Ländlichen Raums. Mit der Verlegung der Leitungen in den Boden verloren sie ihre Funktion. Jetzt stehen sie da: markant, leer und voller Potenzial. Denn sie sind mehr als alte Technik – sie sind Teil der regionalen Geschichte und echte Hingucker im Ortsbild.

Aus der Projektbeschreibung des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR)

Die Bandbreite der Projekte reicht von kleinen Kultur- und Ausstellungsorten bis hin zu Treffpunkten für Dorfgemeinschaften oder Lernorten zu Umwelt- und Energiethemen. Ziel ist es, die oft ortsbildprägenden Bauwerke zu erhalten und zugleich neu zu beleben.

Auch im Kreis Rottweil werden zwei Projekte gefördert: In Rötenberg (Gemeinde Aichhalden) soll ein ehemaliges Trafohäuschen zu einem Artenschutz- und Begegnungsturm umgebaut werden. Geplant sind unter anderem Lebensräume für Tiere sowie ein Ort für die Dorfgemeinschaft.

In Sulz am Neckar wird ein Trafoturm unter dem Titel „Zwischen Ruine und Strom – Kunst gestaltet Lebensraum“ künstlerisch umgestaltet. Das Projekt setzt auf eine Verbindung von Kunst, Geschichte und neuer Nutzung.

In Sulz übernimmt die Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur – das Kulturlabor – das Projekt im Trafoturm. In Rötenberg wird die Gemeinde selbst aktiv, sie hat im Vorfeld Ideen der Bürger eingesammelt, zu denen Nistkästen für Vögel und Fledermäuse, eine Mikro-Begegnungsstätte, aber auch ein Storchennest auf dem historischen Türmle gehörten. Im Herbst soll hier schon die Einweihung stattfinden.

Der grüne Landtagsabgeordnete Artur Eichin begrüßt laut einer Mitteilung seines Büros die Entscheidung des Landes: „Ich freue mich sehr, dass gleich zwei Projekte aus unserem Landkreis Rottweil gefördert werden. Das zeigt, wie viel Engagement, Kreativität und Ideenreichtum in unseren Gemeinden steckt.“ Gerade solche Projekte verbinden Geschichte mit Zukunft und schaffen neue Orte für Begegnung, Natur- und Artenschutz sowie kulturelles Leben, sagt der Abgeordnete. „Ich bin gespannt, wie die Vorhaben vor Ort umgesetzt werden und welche Impulse daraus für die Region entstehen.“

Nach Angaben des Ministeriums zeigen die ausgewählten Projekte beispielhaft, wie historische Infrastrukturbauten erhalten und zugleich für neue Zwecke genutzt werden können – etwa als Treffpunkte, Lernorte oder kulturelle Einrichtungen. Die Umsetzung soll in den kommenden Monaten vorangetrieben werden.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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