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US-Zolldrohungen sorgen für Unruhe bei Autozulieferern in der Region

Symbolfoto: Produktion bei einem Automobilzulieferer (ZF). Foto: ZF
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Die Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg warnt vor möglichen Folgen neuer US-Zölle für die Automobilbranche. Besonders die zahlreichen Zulieferbetriebe in den Landkreisen Rottweil, Tuttlingen und im Schwarzwald-Baar-Kreis könnten von zusätzlichen Handelshemmnissen betroffen sein.

Die erneuten Zolldrohungen der US-Administration sorgen auch in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg für Besorgnis. Nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) könnten neue Abgaben auf Produkte der Automobilindustrie die ohnehin angespannte Lage vieler Zulieferunternehmen weiter verschärfen.

Martin Schmidt, Projektleiter bei der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, spricht von einem möglichen Rückschlag für die Branche. Nach ersten Anzeichen einer leichten Erholung in der Automobilwirtschaft kämen zusätzliche Belastungen für viele Betriebe zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Branche befinde sich weiterhin mitten im Wandel hin zu neuen Antriebstechnologien, gleichzeitig kämpften viele Unternehmen mit hohen Kosten, schwacher Nachfrage und internationalem Wettbewerbsdruck.

Noch sei unklar, ob die zuletzt angedrohten Zölle tatsächlich umgesetzt werden können. Nach Angaben der IHK gebe es derzeit keine konkrete rechtliche Grundlage dafür. Bereits in der Vergangenheit seien Teile der US-Zollpolitik gerichtlich angefochten worden. Schmidt verweist zudem darauf, dass die US-Regierung in Handelskonflikten wiederholt mit Zöllen gedroht habe, um Verhandlungen zu beeinflussen.

Für die Region hätte eine Eskalation des Handelsstreits besondere Bedeutung. Die Schwarzwald-Baar-Heuberg-Region zählt nach Angaben der IHK zu den bedeutenden Automotive-Standorten in Deutschland. In den Landkreisen Rottweil, Tuttlingen und im Schwarzwald-Baar-Kreis arbeiten demnach rund 25.000 Menschen direkt oder indirekt in der Automobilindustrie und ihren Zulieferketten. Der Anteil der Beschäftigten in diesem Bereich liegt damit über dem Bundesdurchschnitt.

Die IHK empfiehlt Unternehmen deshalb, ihre Lieferketten und Absatzmärkte breiter aufzustellen. Als mögliche Wachstumsmärkte nennt die Kammer unter anderem die Mercosur-Staaten in Südamerika sowie Indien. Viele Unternehmen prüfen bereits seit längerem, wie sie ihre Abhängigkeit von einzelnen Märkten reduzieren können.

Hintergrund der aktuellen Diskussion sind neue protektionistische Töne aus den USA. Die amerikanische Regierung hatte zuletzt weitere Importzölle auf ausländische Produkte ins Spiel gebracht. Besonders exportorientierte Branchen wie die deutsche Automobilindustrie beobachten die Entwicklungen daher aufmerksam.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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