Schramberg-Waldmössingen. Die vier geplanten Windräder in Waldmössingen sorgen für Unruhe in der Stadtverwaltung und in Teilen des Waldmössinger Ortschaftsrats. Wie berichtet, planen die Teckwerke Bürgerenergiegenossenschaft den Ersatz der bestehenden vier Windkraftanlagen durch deutlich leistungsstärkere Anlagen an etwa denselben Stellen. Die Stadtverwaltung will nun das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilen.
Zur Begründung führt Fachbereichsleiter Bent Liebrich in seiner Vorlage für den Waldmössinger Ortschaftsrat und den Ausschuss für Umwelt und Technik Mängel bei den vorgelegten Gutachten an. Auch kritisierte Liebrich, dass die Schall- und Schattenwurf-Gutachter Hinweise der Stadt zum geplanten Neubaugebiet Kehlenstraße nicht berücksichtigt hätten.
Auf die Kritikpunkte angesprochen, haben die Teckwerke als Investor und als Projektierer die Ökostromgruppe Freiburg eine Stellungnahme verfasst. Darin nehmen sie auf den Bericht in der NRWZ Bezug.
Hinweise werden aufgegriffen
Moritz Brandstetter von den Teckwerken und Heinrich Schollübbers von der Ökogruppe stellen zunächst klar, es sei im Rahmen von Genehmigungsverfahren „ein normales Vorgehen, dass wir nach Einreichung des Genehmigungsantrags etwaige Hinweise und Anmerkungen aufgreifen und prüfen“. Man finde dann „erfahrungsgemäß im engen Austausch mit den Beteiligten geeignete Lösungswege“.
Brandstetter und Schollübbers teilen weiter mit, sie hätten die Gutachten nochmals geprüft und kämen vorläufig zu folgendem Schluss: Die Punkte in der Stellungnahme des Fachbereichs zur Schallimmissionsprognose hätten sie an die Gutachter weitergeleitet. Diese würden die Belange erneut prüfen, insbesondere was das Neubaugebiet angeht. „Es besteht allerdings kein Zweifel daran, dass auch dort die gesetzlichen Normen erfüllt werden.“
Beim Schattengutachten habe der Gutachter eine theoretische Überschreitung geprüft, wie die beiden hervorheben. Daran angelehnt werde man eine entsprechende Regelung für die Abschaltung der Windenergieanlagen zur Vermeidung von Schattenwurf über dem gesetzlich zugelassenen Wert (acht Stunden pro Jahr pro Immissionsort) in die Praxis umsetzen.
Brandschutz: „hochmoderne Selbstlöscheinrichtung“ ist ohnehin vorgesehen
Zum Brandschutzkonzept und der Kritik der Stadtverwaltung daran schreiben die beiden Vertreter der Teckwerke und des Projektierers: „Zum einen sind die Windenergieanlagen mit einem hochmodernen Selbstlöschsystem ausgestattet, zum anderen entspricht das vorliegende Brandschutzkonzept der deutschlandweiten Norm.“ Auch hier werde man die Stellungnahme des Fachbereichs berücksichtigen und prüfen.
Schließlich merken sie zum Hinweis der Stadt an, ein Gutachter habe sich nicht mehr gemeldet, man wolle prüfen, „an welchen Stellen die Kommunikation für die Zukunft verbessert werden kann“, und entschuldigen sich „für etwaige Herausforderungen“.
Ausschuss entscheidet
Im Waldmössinger Ortschaftsrat waren vier Mitglieder befangen. Von den übrigen stimmten sechs dafür, dem Ausschuss für Umwelt und Technik die Verweigerung zu empfehlen. Ein Mitglied enthielt sich der Stimme.
Am Donnerstag wird der Ausschuss für Umwelt und Technik darüber entscheiden, ob die Stadt das Einvernehmen verweigern wird und welche Stellungnahme Schramberg nach Rottweil schickt.


