Acht von zehn Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit Humanen Papillomviren (HPV) an. Was zunächst harmlos klingt – die Infektion verläuft meist ohne Symptome und heilt oft von selbst ab –, kann schwerwiegende Folgen haben: Jedes Jahr erkranken laut Robert Koch-Institut mehr als 10.000 Menschen in Deutschland an Krebs infolge einer HPV-Infektion.
Anlässlich des Welt-HPV-Tages am 4. März ruft das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) Eltern dazu auf, ihre Kinder frühzeitig impfen zu lassen.
Denn HPV verursacht nicht nur Gebärmutterhalskrebs, wie viele annehmen. Die Viren können auch Tumore im Mund- und Rachenraum, im Analbereich oder an den Genitalien auslösen – und betreffen damit Mädchen und Jungen gleichermaßen. Übertragen werden die Erreger von Mensch zu Mensch über kleinste Haut- oder Schleimhautrisse. Das Tückische: Eine Infektion bleibt oft jahrelang unbemerkt, da sie weder Schmerzen noch Symptome verursacht. Erst Jahrzehnte später können sich krankhafte Zellveränderungen zeigen.
Impfquote noch immer zu niedrig
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für Kinder im Alter von neun bis 14 Jahren. Doch die Impfquote in Deutschland bleibt niedrig: Im Jahr 2024 hatten laut Robert Koch-Institut nur 55 Prozent der fünfzehnjährigen Mädchen und lediglich 36 Prozent der gleichaltrigen Jungen einen vollständigen Impfschutz.
„Eltern möchten ihren Kindern das Beste für die Zukunft mitgeben, dazu gehört auch ein wirksamer Schutz vor vermeidbaren Krankheiten“, sagt Dr. Johannes Nießen, kommissarischer Leiter des BIÖG. Die HPV-Impfung sei eine sichere Vorsorgemaßnahme, die nachweislich vor Krebs schütze. Wer seine Kinder im empfohlenen Alter impfen lässt, nutze den optimalen Zeitpunkt für die HPV-Impfung.
Info: Weitere Informationen zur HPV-Impfung bietet das Bundesinstitut auf www.infektionsschutz.de. Mit der Kampagne „Schützen, was wertvoll ist“ klärt das BIÖG zudem gezielt über verbreitete Mythen rund um die Impfung auf.


