Ein Eigenheim gehört für viele Menschen zu den größten Investitionen ihres Lebens. Doch schon kleine Fehlentscheidungen können später teuer werden. Ob beim Kauf, bei der Finanzierung, bei Modernisierungen oder beim Versicherungsschutz: Wer früh die richtigen Weichen stellt, kann langfristig profitieren. Die NRWZ hat die 25 häufigsten Fehler zusammengestellt – und erklärt, wie sie sich vermeiden lassen.
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9. Auf einen Bausachverständigen verzichten
Wer eine Bestandsimmobilie kauft, sieht meist nur das, was an der Oberfläche sichtbar ist. Frisch gestrichene Wände, ein gepflegter Garten oder eine moderne Küche können darüber hinwegtäuschen, dass sich dahinter Feuchtigkeit, Risse im Mauerwerk, eine marode Elektrik oder ein sanierungsbedürftiges Dach verbergen. Solche Mängel werden oft erst nach dem Einzug entdeckt – und verursachen dann Kosten im fünfstelligen Bereich.
Ein unabhängiger Bausachverständiger erkennt viele dieser Probleme bereits bei einer Besichtigung. Seine Einschätzung kostet zwar Geld, kann aber eine sehr teure Fehlinvestition verhindern. Gerade bei älteren Häusern gehört eine fachliche Begutachtung deshalb zu den sinnvollsten Ausgaben überhaupt.
So vermeiden Sie den Fehler: Planen Sie die Kosten für einen Sachverständigen von Anfang an ein. Seine Einschätzung kann später viele tausend Euro sparen.


10. Den Modernisierungsbedarf schönrechnen
“Das machen wir später.” Diesen Satz hört man nach dem Immobilienkauf häufig. In der Praxis wird aus einer kleinen Renovierung jedoch oft eine umfangreiche Sanierung. Aus neuen Bodenbelägen werden plötzlich neue Leitungen, aus einem frischen Anstrich ein kompletter Fenstertausch.
Viele Eigentümer unterschätzen nicht nur die Kosten, sondern auch den Zeitaufwand. Hinzu kommen Lieferzeiten, steigende Materialpreise oder fehlende Handwerkertermine. Wer zu optimistisch plant, gerät schnell unter finanziellen und organisatorischen Druck.
So vermeiden Sie den Fehler: Lassen Sie sich vor dem Kauf realistische Angebote erstellen und rechnen Sie bei größeren Maßnahmen grundsätzlich mit einer finanziellen Reserve.

11. Wichtige Sanierungen jahrelang aufschieben
Fast jedes Gebäude braucht regelmäßige Pflege. Kleine Schäden am Dach, undichte Fenster oder eine in die Jahre gekommene Heizungsanlage wirken zunächst oft harmlos. Werden notwendige Arbeiten jedoch immer wieder verschoben, entstehen häufig Folgeschäden, deren Beseitigung deutlich teurer wird.
Ein kleines Leck im Dach kann beispielsweise Feuchtigkeit in die Dämmung bringen. Aus einer einfachen Reparatur wird dann möglicherweise eine komplette Dachsanierung. Ähnlich verhält es sich mit Fassaden, Heizungen oder Wasserleitungen.
So vermeiden Sie den Fehler: Arbeiten Sie notwendige Instandhaltungen möglichst früh ab. Vorbeugende Maßnahmen sind fast immer günstiger als umfangreiche Reparaturen.
12. Alte Fenster und Türen zu lange behalten
Fenster und Haustüren prägen nicht nur das Erscheinungsbild eines Hauses. Sie beeinflussen auch den Energieverbrauch, den Schallschutz und die Sicherheit. Ältere Fenster lassen häufig wertvolle Heizenergie entweichen und können Zugluft oder Feuchtigkeit begünstigen.
Moderne Fenster verbessern dagegen oft gleich mehrere Bereiche: Sie senken den Energieverbrauch, erhöhen den Wohnkomfort und erschweren Einbrechern das Eindringen. Gerade im Zuge einer energetischen Modernisierung lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Gebäudehülle.
So vermeiden Sie den Fehler: Prüfen Sie regelmäßig den Zustand Ihrer Fenster und Türen. Ein rechtzeitiger Austausch kann langfristig Energiekosten sparen und den Wert der Immobilie erhöhen.


13. Den Versicherungsschutz nicht regelmäßig überprüfen
Viele Eigentümer schließen beim Einzug eine Wohngebäudeversicherung ab – und beschäftigen sich danach jahrelang nicht mehr damit. Inzwischen wurden vielleicht ein Wintergarten angebaut, eine Photovoltaikanlage installiert oder hochwertige Ausstattung eingebaut. Ist die Versicherung nicht angepasst worden, kann im Schadensfall eine Unterversicherung drohen.
Auch Naturgefahren spielen heute eine größere Rolle als noch vor einigen Jahren. Starkregen, Überschwemmungen oder Rückstau verursachen zunehmend Schäden – auch außerhalb klassischer Hochwassergebiete.
So vermeiden Sie den Fehler: Überprüfen Sie Ihren Versicherungsschutz regelmäßig und passen Sie ihn nach größeren Veränderungen an Ihrer Immobilie an.
14. Rücklagen für Reparaturen vergessen
Jedes Haus altert. Die Frage ist nicht, ob Reparaturen notwendig werden, sondern wann. Eine defekte Heizung, ein kaputtes Garagentor oder eine beschädigte Terrasse kommen oft genau dann, wenn das Haushaltsbudget ohnehin angespannt ist.
Wer keine finanziellen Reserven aufgebaut hat, muss notwendige Arbeiten häufig über teure Kredite finanzieren oder sogar verschieben. Das verschlechtert den Zustand der Immobilie zusätzlich.
So vermeiden Sie den Fehler: Legen Sie jeden Monat einen festen Betrag ausschließlich für Instandhaltung und Reparaturen zurück. Dieses Geld gehört nicht zum normalen Haushaltsbudget.
15. Eigenleistungen überschätzen
Selbst mit anpacken spart Geld – zumindest in der Theorie. Tatsächlich unterschätzen viele Bauherren und Eigentümer den Zeitaufwand oder die fachlichen Anforderungen. Was am Wochenende erledigt werden sollte, zieht sich plötzlich über Monate hin. Fehler müssen später von Fachbetrieben korrigiert werden und verursachen zusätzliche Kosten.
Besonders bei Elektrik, Dacharbeiten oder tragenden Bauteilen sollte ausschließlich qualifiziertes Fachpersonal arbeiten. Hier geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Sicherheit.
So vermeiden Sie den Fehler: Übernehmen Sie nur Arbeiten, die Sie wirklich beherrschen. Qualität zahlt sich bei einer Immobilie fast immer langfristig aus.
16. Nur auf heute statt auf morgen planen
Viele Immobilienkäufer richten ihre Entscheidungen ausschließlich nach ihrer aktuellen Lebenssituation aus. Doch Familien wachsen, Kinder ziehen aus, das Berufsleben verändert sich und irgendwann spielt auch das Thema Barrierefreiheit eine Rolle.
Eine Immobilie, die heute perfekt erscheint, passt möglicherweise in zehn oder zwanzig Jahren nicht mehr zu den eigenen Bedürfnissen. Deshalb lohnt sich ein Blick in die Zukunft: Gibt es genügend Platz? Lassen sich Räume flexibel nutzen? Ist das Haus später auch ohne große Umbauten bewohnbar?
So vermeiden Sie den Fehler: Denken Sie bei jeder größeren Entscheidung mindestens zehn bis zwanzig Jahre voraus. Wer langfristig plant, muss später oft deutlich weniger investieren.
Zwischenfazit: Gute Entscheidungen zahlen sich über Jahrzehnte aus
Ein Eigenheim begleitet viele Menschen ein Leben lang. Gerade deshalb lohnt es sich, wichtige Entscheidungen nicht unter Zeitdruck zu treffen. Eine sorgfältige Planung, realistische Kalkulationen und regelmäßige Investitionen in den Erhalt der Immobilie schützen nicht nur vor teuren Überraschungen, sondern sichern auch langfristig den Wert des Hauses.
Fortsetzung folgt …
Im dritten und letzten Teil dieses Ratgebers geht es unter anderem um den richtigen Zeitpunkt für einen Verkauf, typische Fehler bei der Wertermittlung, den Einfluss der Lage, den Umgang mit Erbschaften sowie weitere Stolperfallen, die Eigentümer häufig erst bemerken, wenn es bereits teuer geworden ist. Abschließend fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und geben praktische Empfehlungen für Käufer, Eigentümer und Verkäufer.
