Drei Einsätze in einer guten Stunde, und das bei knapp 30 Grad im Spätsommer: Die Feuerwehr Rottweil hatte schon einiges zu tun an diesem Samstagmittag. Zwei der drei Fälle wären vermeidbar gewesen, bei einem liegt wohl Brandstiftung zugrunde.
Update, die Polizei berichtet wie folgt: Am Samstagnachmittag wurde durch unbekannte Täterschaft eine aufgewickelte Klopapierrolle in der Stadionstraße in Brand gesetzt und auf das Spielfeld des Rugby-Club geworfen, wodurch eine kleine Rasenfläche in Brand geriet. Des Weiteren wurde die bepflanzte Böschung am angrenzenden Freibad in Brand gesetzt, welche auf einer Fläche von ca. 200 qm abbrannte. Die um kurz nach 15 Uhr entfachten Brände führten zum Einsatz der Feuerwehr Rottweil, welche mit 18 Kräfte und fünf Fahrzeugen vor Ort erschien. Zur Höhe des Sachschadens können bislang keine Aussagen getroffen werden.
Unser Erstbericht: Meterhoch schlugen an diesem Samstagnachmittag gegen 15.15 Uhr Flammen aus einem dichten Gebüsch am Rottweiler Freibad. Diese Einsatzstelle war für die Feuerwehr besonders schwer zugänglich – sie lag einerseits am Rande des bereits geschlossenen Freibads. Und andererseits an einem hohen Zaun am Bolzplatz, der von dort geschossene Bogenlampen abfangen soll. Das bedeutete: kein direkter Zugang. Die Löschfahrzeuge kamen zudem nur an die hundert Meter ran, die Länge eines Fußballfeldes, eben.
Offenbar hatte dort irgendwer gezündelt – denn bei den Löscharbeiten entdeckten Einsatzkräfte angezündete Rollen Klopapiers. Eine eindeutige Spurenlage, die Polizei, die mit zwei Streifen vor Ort war, vernahm deshalb Augenzeuginnen und -zeugen. Derer gab es einige, etwa auf einem weiteren Fußballplatz, wo eine Jugendpartie angepfiffen wurde, aber auch auf der Skater-Anlage, von wo aus zwei Frauen die Feuerwehr alarmierten, nachdem sie die ersten Flammen gesehen hatten, wie sie der NRWZ erzählten. Zeugen berichteten auch, sie hätten kurz vor Brandausbruch ein paar Jugendliche wegrennen sehen.





Die Einsatzkräfte der Feuerwehr verschafften sich unter dem Kommando von Stadtbrandmeister Frank Müller Zugang zur Brandstelle. Sie knackten Stahlketten an Toren im Bolzplatzzaun, schnitten zudem einen Durchgang ins Drahtgeflecht. Mit zwei Wasserrohren rückten sie dem Feuer zuleibe. Eine zweite Einheit mit einem Löschfahrzeug machte sich schon am – verschlossenen – Tor des Freibads bereit, um gegebenenfalls auch dieses aufzubrechen und den Brandort von innen anzufahren. Aber die Kameradinnen und Kameraden schafften es von außen, das Feuer zu löschen. Ein schweißtreibender Job. Rund 200 Quadratmeter hätten gebrannt, sagte Müller der NRWZ.

Ein Teil der Einsatzkräfte kam zu diesem Brand gerade von einem anderen. Kurz nach dem Feuer am Freibad, nur Minuten später, war die Feuerwehr Rottweil auch zu einem Kfz-Brand in der Hausener Straße gerufen worden. Dieser war laut Müller weniger dramatisch, dort habe ein älterer Pkw geraucht.
Unverständnis aber zeigte er für einen neuerlichen Einsatz nur rund eine Stunde zuvor in der Hochwaldstraße. Dort brannte eine Hecke – weil wieder einmal jemand meinte, Unkraut abflammen zu müssen. Dabei weiß doch eigentlich jedes Kind inzwischen, dass das keine allzu gute Idee ist …,
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