Montag, 15. April 2024

Grund- und Werkrealschule Sulgen: Sanierung der Schultoiletten kommt im Herbst

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Schramberg.  „Wir wollen endlich sanieren“, kündigte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr im Gemeinderat an. Es ging um die Schultoiletten an der Grund- und Werkrealschule Sulgen. Und da um außerplanmäßige Mittel von 605.000 Euro.

Unglücklich gelaufen sei das mit den Zahlen, gab Andreas Krause, zuständig für den Hochbau bei der Stadt, zu. Bei den Mitteln habe er die Zahl 180.000 Euro im Kopf gehabt. Er sei davon ausgegangen, man werde in drei Abschnitten, Stockwerk für Stockwerk sanieren. So sei es auch ursprünglich geplant gewesen. Deshalb seien zu niedrige Summen in den Haushaltsplänen 2022 und 2023 eingestellt worden.

Andreas Krause stellte die Pläne für die Toilettensanierung im Rat vor. Foto: him

Planungsschwierigkeiten

Wegen des Ausfalls von zwei Mitarbeitern in der Abteilung habe er den Planungsauftrag an Büros vergeben müssen. Nach der Vorplanung sie klar geworden, „dass die ursprünglich vorgesehen Mittel bei weitem nicht ausreichen werden, um alle Toiletten zu sanieren“, so Krause in seiner Vorlage. Auch habe im letzten Jahr nicht mehr mit der Sanierung begonnen werden können. Nun seien im Haushalt 23 nur 50.000 Euro eingeplant.

Zudem habe sich herausgestellt, dass es wenig Sinn mache, stockwerksweise vorzugehen. „Wir machen es jetzt auf einen Schlag“, so Krause, beginnend in einem ersten Bauabschnitt auf allen drei Stockwerken die Jungen- und Mädchentoiletten. In dieser Zeit sollen die Toiletten im „Neubau“ als Ausweichmöglichkeit dienen.

Baubeginn im Sommer – wenn alles glatt geht

Die Arbeiten sollen mit den Sommerferien beginnen. Sobald der erste Bauabschnitt fertig ist, kommen die Toiletten im Neubau dran. Bis Jahresende, hofft Krause, könne die Sanierung abgeschlossen sein. Er schränkt ein, das klappe nur, wenn bei der Ausschreibung und bei den Bauarbeiten „alles planmäßig läuft“ und es keine Lieferengpässe geben werde.

Die Stadt werde auch einen Zuschuss nach der Schulbauförderung beantragen. Da der aber erst nach dem 1. Oktober beschieden werde, möchte Krause eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erwirken. Sonst müsste man nochmals ein Jahr warten. Über die Schulbauförderung könnte ein Zuschuss von 60.000 bis 70.000 Euro fließen. Die Verwaltung werde auch weitere Fördermöglichkeiten prüfen, das sei aber nicht sicher.

Pläne für die Sanierung. Begonnen werden soll links, der „Neubau“ rechts folgt . Foto: him

Bauchgrimmen im Rat

Von einem „gewissen Bauchgrimmen“ sprach CDU-Fraktionssprecher Thomas Brantner angesichts der Steigerung von 50.000 auf 650.000 Euro. Nach Krauses Erläuterung sei es aber „nachvollziehbar“. Eigentlich hätte man es im Haushalt darstellen müssen, stellte Brantner fest. Andererseits stehe die Sanierung der Toiletten nun schon seit Jahren an „und wir müssen es nun schnellstens machen“.

So sah es auch die Sprecherin von SPD-Buntspecht Tanja Witkowski. Da seien sich auch alle am Ratstisch einig, „eigentlich sollte es schon längst fertig sein.“ Sie wollte wissen, weshalb die Fliesenarbeiten gut 100.000 Euro kosten und warum auf jedem Stockwerk Toiletten erforderlich seien.

Krause rechnete vor, dass mit den Toiletten die Vorgaben erfüllt werden. „Die müssen wir vorhalten, da können wir nichts weglassen.“ Bei den Fliesen berichtet er, dass nach neuerer Berechnung dafür 85.000 Euro eingeplant seien. Dafür würden andere Gewerke teurer. „Es bleibt bei den 655.000 Euro.“ Krause bestätigte ihr, dass die Ausschreibungen gerade fertig geworden seien, aber noch geprüft würden, bevor sie auf die Ausschreibungsplattform gestellt würden. Das daure zwei Wochen.

Jürgen Kaupp (CDU) fragte nach der Chance, dass die Stadt den Zuschuss bekomme. Da habe er bisher gute Erfahrungen, er wolle aber nicht bis Oktober warten, meinte der Tiefbauchef. OB Eisenlohr erinnerte an die Unbedenklichkeitsbescheinigung und erklärte: „Wir wollen das in diesem Jahr noch abarbeiten.“

Volker Liebermann (ÖDP) wollte wissen, ob auch die Leitungen ausgetauscht würden, was Krause bestätigte. Wenn man schon anfange, „alles rauszuklopfen“, dann mache das Sinn.

Einstimmig votierte der Rat für das Projekt und die außerplanmäßigen Mittel.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.