Am Schluss gab es einen fast einstimmigen Beschluss: Der Sperrvermerk wird aufgehoben und die Stadtverwaltung kann sich dran machen, die erheblichen Brandschutz- und Hygienemängel an den Schulgebäuden der Peter-Meyer-Schule (PMS) und der Erhard-Junghans-Schule (EJS) an der Graf-von-Bissingen-Straße zu beseitigen. In der früheren Realschule an der Schillerstraße sind einige Hygienemängel in den Toiletten und Mängel beim Brandschutz zu beheben.
Schramberg. An den beiden Schulgebäuden hatte das Gebäudemanagement gravierende Mängel festgestellt und im Haushaltsplan 400.000 Euro eingeplant, um diese Schäden zu beseitigen. Das Problem: Beide Gebäude aus den 70er und 80er Jahren sollen im Zuge des Schulcampus-Neubaus abgerissen werden.
Sperrvermerk beschlossen
Der Rat hatte daher bei den Haushaltsplanberatungen einen Sperrvermerk angebracht. Zuerst sollte der zuständige Ausschuss für Umwelt und Technik vor Ort prüfen, ob die Maßnahmen wirklich erforderlich sind. Ausgenommen war der Einbau einer Fluchttreppe und eines Geländers an der Erhard-Junghans-Schule.
Vor-Ort-Termin in den Schulen
Am 22. Januar hat der Ausschuss dann die beiden Gebäude besichtigt und sich von den Fachleuten aus der Verwaltung und den Schulleitern die Probleme erläutern lassen.

Dabei geht es an der Peter-Meyer-Schule im Wesentlichen um stinkende Innentoiletten und fehlende Sonnenschutzeinrichtungen. An der benachbarten Erhard-Junghans-Schule funktionieren Brandschutztüren nicht mehr, sind falsch eingebaut oder sind beschädigt. Auch hier fehlt der Sonnenschutz im obersten Stock und die Temperaturen steigen im Sommer auf über 30 Grad.
Ein ums andere Mal hat Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr beim Vor-Ort-Termin versichert, man werde „nur das Nötigste“ machen und „pragmatische Lösungen“ suchen.
Witkowski: Brandschutz absolut notwendig
In ihrer Haushaltsrede hatte sich die Sprecherin der Fraktion SPD-Buntspecht, Tanja Witkowski, über den Sperrvermerk mokiert. Man habe großes Glück gehabt, dass es bei der Kokelei an der Grund- und Werkrealschule in Sulgen keine Verletzten und größere Schäden gegeben habe, weil der Brandschutz in Ordnung war.
Man könne doch beim Brandschutz nach der Katastrophe von Crans Montana nicht sagen: „Wir machen nur das Nötigste.“ Die eingeplanten 400.000 Euro seien „absolut notwendig“ und müssten investiert werden. Auch der Sprecher der Freien/Neuen Liste, Udo Neudeck, sprach von „notwendigen Reparaturen“.
Bei der Abstimmung enthielten sich Oskar Rapp (Freie/Neue Liste) und Jürgen Kaupp (CDU) der Stimme.
Folgende Maßnahmen kann die Stadt nun umsetzen:
Realschule
An der „Realschule“ werden einzelne Wasserleitungen ausgetauscht und defekte Toilettentrennwände erneuert. Beim Brandschutz geht es um Fluchtwegbeschilderungen und die entsprechenden Pläne. Hier möchte die Stadt insgesamt etwa 90.000 Euro investieren.
PMS und EJS
Bei den beiden Gebäuden an der Graf-von-Bissingen-Straße geht der größte Batzen mit knapp 230.000 Euro in das aus dem Jahr 1970 stammende Gebäude der Erhard-Junghans-Schule: Auch hier geht es um alte Wasserleitungen und Toilettentrennwände.
Beim Brandschutz möchte die Stadt einige veraltete oder defekte Brandschutztüren austauschen und andere reparieren lassen. An zwei Rauch-Wärme-Abzügen fehlen die Motoren. Ein Geländer und eine Fluchttreppe fehlen beim Naturwissenschaftenraum. In zwei Fachklassenräumen sind die offenen Stromschienen nicht mehr zulässig. An einigen Stellen fehlen Rauchmelder.

Bei der Peter-Meyer-Schule aus den 80er Jahren möchte die Stadt 25.000 Euro für die Toilettenerneuerung mit neuen Lüftungen, Spülungen und Trennwänden ausgeben. Weitere 35.000 Euro sind für den Brandschutz vorgesehen. Hinzu kommen noch etwa 20.000 Euro für kleinere Reparaturen an allen drei Gebäuden.
Lösung für die kommenden zehn Jahre suchen
Bei der Schulbesichtigung am 22. Januar hat der stellvertretende Schulleiter der Erhard-Junghans-Schule, Lorenz Stopper, eindringlich darauf hingewiesen, dass all diese Maßnahmen nichts mit den eigentlich erforderlichen Verbesserungen für die Schüler- und Lehrerschaft zu tun hätten. „Für den Alltag bringt uns das nichts.“

So sei an der Graf-von-Bissingen-Straße der Schulhof wegen des Baus des Don-Bosco-Kindergartens zusammengeschrumpft und eigentlich viel zu klein. Es fänden sich „blinde Fenster“ in der Schule. Das Hitzeproblem im obersten Stock bleibe. Stopper appellierte an den Rat, „Lösungen für die nächsten zehn Jahre zu finden“. Solange werde es wohl noch gehen, bis der neue Schulcampus bezogen werden kann, schätzt Stopper.



