Viel Arbeit bei der Servicestelle Soziales

Lena Schmälter berichtete im Verwaltungsausschuss / Nachfolgeeinrichtung des Sozialamts funktioniert

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Seit gut einem Jahr existiert die Servicestelle Soziales im Schramberger Rathaus. Sie ersetzt das frühere Sozialamt, seit die Stadt Schramberg die Aufgaben des Sozialamtes an den Landkreis rückdelegiert hat. Im Verwaltungsausschuss hat die Leiterin der Servicestelle Lena Schmälter über die bisherigen Erfahrungen berichtet.

Schramberg. Die neue Abteilung nehme Wohngeldanträge entgegen und bearbeite diese. „Wir beraten die Menschen zu allen Sozialhilfeleistungen, nehmen die Anträge entgegen, helfen beim Ausfüllen und leiten diese ans Landratsamt weiter“, erläuterte Schmälter. Auch die Ausweise für die Schramberger Tafel stelle die Servicestelle aus. Ein wichtiger Bereich ist auch die Rentenberatung und Kontenklärungen, auch da nähme die Servicestelle die Anträge an und leite sie an die Deutsche Rentenversicherung weiter.

Umfassende Beratung

Ihr Team berate auch „vollumfänglich“ bei der Sozial- und Eingliederungshilfe.  Auch bei der Blindenhilfe und anderen Sozialleistungen seien sie zuständig und leiteten die Anträge zur Bearbeitung nach Rottweil weiter.

Insgesamt 845 solcher Vorgänge seien es 2023 gewesen. Weitere 155 Anträge auf Elterngeld, Bildung und Teilhabe, Befreiung von den Rundfunkgebühren, Kindergeld und Kinderzuschlag habe die Servicestelle an die zuständige Behörde geschickt.

Beim Wohngeld, das ein angemessenes und familiengerechtes Wohnen ermöglichen soll, habe die Bundesregierung die Bedingungen verbessert. Seit dem 1. Januar 2023 gelten höhere Mietobergrenzen, und das Wohngeld wurde erhöht. Auch wer im eigenen Heim wohnt, kann einen Lastenzuschuss beantragen. Wer Bürgergeld, Arbeitslosengeld 2 oder Grundsicherung bezieht, hat keinen Anspruch, so Schmälter.

Mehr Arbeit beim Wohngeld

Durch die Wohngeldreform ist die Zahl der Anträge und das ausgezahlte Wohngeld deutlich gestiegen. Von 258 Anträgen im Jahr 2022 auf 386 im vergangenen Jahr. Die Aufwendungen stiegen von 287.000 auf 913.000 Euro. Der Bund und das Land zahlen das Wohngeld.

Bei der Tafel habe es ebenfalls einen Anstieg gegeben. Die Servicestelle habe 2023 fast 250 Ausweise ausgegeben. Um das Einkaufen zu entzerren, habe man einen 14-Tagesrhythmus eingeführt. „Das hat zu einer Entlastung der Tafel geführt und soll auch 2024 beibehalten bleiben.“

Schließlich berichtete Schmälter, die Servicestelle habe zur Rente 553 Anträge entgegengenommen, 2022 waren es noch 381 Anträge.

Lena Schmälter berichtete im Verwaltungsausschuss. Foto: him

Erinnerung an schwierige Diskussion

Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr meinte, die Zahlen zeigten, dass die Servicestelle “gut zu tun“ hatte.

CDU-Sprecher Thomas Brantner erinnerte an „die schwierige Diskussion“, bevor man die Sozialhilfe an den Landkreis zurückgegeben habe. Damals sei die Befürchtung vieler Betroffener gewesen, nicht mehr vor Ort unterstützt zu werden.  Als Vorteil sei aber auch genannt worden, die Serviceleute könnten auch Hausbesuche machen.

Letzteres sei bisher noch nie vorgekommen, erwiderte Schmälter. Die Zahlen der Beratungen und Antragentgegennahme zeigten, wie wichtig die Stelle sei. Zur Bearbeitungszeit höre sie, es daure länger als früher.

Hoher Beratungsbedarf

Auf Nachfrage von Tanja Witkowski (SPD-Buntspecht) bestätigte Schmälter, dass sie und ihr Team viele, die zu ihnen kommen, beraten. Dinge, wie Abfallgebührenbescheide, leite sie einfach weiter. „Andere kommen und wissen gar nicht, was sie beantragen können. Da beraten wir.“ Auf eine weitere Frage Witkowskis erklärte sie beim Wohngeld gebe es eine volle Stelle, sie habe eine halbe Stelle.

Thomas Brugger (CDU) interessierte sich, ob und warum die Zahlen beim Wohn- und Bürgergeld gestiegen seien. Beim Wohngeld habe es immer schon viele Anträge gegeben, aber im Herbst haben die Leute wohl gemerkt, dass es da Verbesserungen gibt. Ralf Rückert (Freie Liste) interessierte sich, wie mit so wenig Personal die Rentenberatung zu leisten sei.

Schmälter wies darauf hin, auch in den Bürgerbüros würde zur Rente beraten. Aber die Nachfrage werde sicher noch steigen. „Jetzt kommen die geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter.“

Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats nahm den Bericht zur Kenntnis.

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