Symbol-Foto: privat
Die­ter Albrecht. Foto: pm

(Anzei­ge). Nach­rich­ten über Abzo­cke bei Schlüs­sel­diens­ten gibt es zuhauf. Immer wie­der wird die Not­si­tua­ti­on von Men­schen, die sich etwa aus­ge­schlos­sen haben, von zwie­lich­ti­gen Dienst­leis­tern aus­ge­nutzt. Dann kos­tet eine ein­fa­che Tür­öff­nung – Dau­er: nur weni­ge Sekun­den – meh­re­re hun­dert Euro. Danach sind die Opfer oft schlau­er. Aber kann man so einen Nepp nicht im Vor­feld aus­schlie­ßen? Um das zu erfah­ren, haben wir einen Pro­fi gefragt. Und zwar: „Wor­an erkennt man eigent­lich einen seriö­sen Schlüs­sel­dienst, Herr Albrecht?“

Die­ter E. Albrecht, Schlüs­sel­not­dienst­leis­ter in Rott­weil: „Fol­gen­des soll­ten Sie beach­ten wenn Sie einen Schlüs­sel­not­dienst beauf­tra­gen:

  • Ver­lan­gen Sie eine Garan­tie der zer­stö­rungs­frei­en Öff­nung (nur bei zuge­fal­le­nen, nicht ver­rie­gel­ten Türen mög­lich) – also, dass kein Zylin­der her­aus­ge­bohrt, gefräst oder gezo­gen wird und der Beschlag ganz bleibt.
  • Schil­dern Sie dem Schlüs­sel­dienst genau, was pas­siert ist. Ist die Tür nur zuge­fal­len oder ist sie abge­schlos­sen? Wel­che Art von Schloss ist betrof­fen – zum Bei­spiel ein Sicher­heits­schloss? So kann der Not­dienst genau kal­ku­lie­ren.
  • Las­sen Sie sich einen ver­bind­li­chen Fest­preis auf den Cent genau bestä­ti­gen, inklu­si­ve An- und Abfahrt, der Arbeit vor Ort, Zuschlä­gen und sons­ti­ger Kos­ten – fra­gen Sie hier sehr genau nach. Las­sen Sie sich nicht auf unbe­stimm­te Anga­ben ein. Ach­tung: Natür­lich ent­fällt eine Fest­preis-Garan­tie, wenn Sie oder Drit­te durch Eigen­ver­su­che und Mani­pu­la­ti­on Schä­den an Schließ­zy­lin­der, Schloss, Tür oder Tür­rah­men ange­rich­tet haben.
  • Defi­nie­ren Sie, was genau gemacht wer­den soll. Legen Sie in Ihrem Auf­trag fest, dass nur die ver­schlos­se­ne Tür wie­der geöff­net wer­den soll. Eine Aus­wechs­lung des gan­zen Schlos­ses ist in den meis­ten Fäl­len nicht not­wen­dig. Füh­ren Sie das Gespräch unter Zeu­gen. So kön­nen Sie getrof­fe­ne Ver­ein­ba­run­gen im Nach­hin­ein bewei­sen.
    Ver­ein­ba­ren Sie ein ‚Erfolgs­ge­halt‘. Soll­te die zuge­fal­le­ne, nicht ver­rie­gel­te Tür mit zer­stö­rungs­frei­en Öff­nungs­me­tho­den zu blei­ben, muss garan­tiert sein, dass der Mon­teur / die Fir­ma kos­ten­los wie­der abfährt oder eine völ­lig kos­ten­freie Dienst­leis­tung als Alter­na­ti­ve zur Öff­nung anbie­tet.
  • Beauf­tra­gen Sie nur eine Fir­ma – sonst zah­len Sie dop­pelt, denn ein­mal gege­be­ne Not­dienst­auf­trä­ge sind nicht mehr stor­nier­bar und Sie müs­sen die vol­le bestell­te Leis­tung bezah­len.
  • Vor­sicht vor Bil­lig­an­ge­bo­ten, dies sind meist nur Lock­vo­gel­an­ge­bo­te von Nep­pern. Das böse Erwa­chen kommt hin­ter­her, wenn die Türe geöff­net wur­de, viel­mals mit Schä­den, weil es angeb­lich nicht anders mög­lich war. Hier fal­len oft unnö­ti­ge Mate­ri­al­kos­ten an. Bei­spiels­wei­se kann ein Schließ­an­la­g­en­zy­lin­der Ihres Hau­ses allei­ne schon mehr als 300 Euro kos­ten, was bei zer­stö­rungs­frei­en Metho­den über­haupt nicht nötig wäre. Dann wer­den spä­ter noch die Mehr­wert­steu­er, die Rüst­zeit, die Anfahr­zeit, die Abfahr­zeit, die Not­dienst­zu­la­ge, die Pkw-Kos­ten, die Spe­zi­al­werk­zeug­kos­ten und, und, und … auf­ge­schla­gen, so dass wir von Rech­nun­gen wis­sen, wel­che gar über 1000 Euro aus­mach­ten. Tipp: Schlüs­sel­diens­te dür­fen Zuschlä­ge nur außer­halb der übli­chen Arbeits­zei­ten ver­lan­gen. ‚Sofort­zu­schlä­ge‘, ‚Bereit­stel­lungs­zu­schlä­ge‘ und ‚Spe­zi­al­werk­zeug­kos­ten‘ sind laut Urteil des Amts­ge­richts Frank­furt am Main vom 23.02.2006 (Az.: 31 C 63/98–44) nicht erlaubt.
  • Ver­trau­en Sie auf unse­re Erfolgs­ga­ran­tie der zer­stö­rungs­frei­en Öff­nung zum ver­bind­li­chen End­preis mit Best­preis-Garan­tie. Türen kön­nen ver­rie­gelt sein, ohne dass sie abge­schlos­sen wur­den. Dies ist etwa bei selbst­ver­rie­geln­den Fal­len-Rie­gel-Schlös­sern, elek­tro­ni­schen Motor­schlös­sern und so wei­ter der Fall. Dann ist der Auf­wand nicht zum Fest­preis mit einer Garan­tie der zer­stö­rungs­frei­en Öff­nung abschätz­bar. Es gibt zwar noch eini­ge Öff­nungs­tech­ni­ken, mit denen wir trotz­dem rund 50 Pro­zent die­ser Spe­zi­al­schlös­ser öff­nen kön­nen, doch in eini­gen Fäl­len ist das Ent­fer­nen des Schließ­zy­lin­ders und der damit ver­bun­de­ne, kos­ten­pflich­ti­ge Mehr­auf­wand nicht zu ver­mei­den.