„Es ist zwar teuer, aber vernünftig“

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Die Pandemie-Situation im Kreis ist „zunehmend entspannter“, wenn auch kein Grund, jetzt „leichtsinnig“ zu werden. Dies sagte Hermann Kopp, der Erste Landesbeamte im Landratsamt Rottweil, bei der wöchentlichen Telefonkonferenz mit der Presse.

„Die Infektionszahlen sinken seit Weihnachten ständig und haben jetzt das Niveau von Ende Oktober erreicht“, gab Kopp Bescheid. 70,8 nannte er die Sieben-Tage-Inzidenz von Mittwoch, „knapp überm Landesdurchschnitt von 66,9.“ Zwar erlaube dies noch keine Erleichterungen von den Schutzmaßnahmen. Aber er zeigte sich zuversichtlich, dass in absehbarer Zeit die Maßnahmen vor allem bei Friseuren und Speisegaststätten gelockert werden könnten – auch wegen der Akzeptanz der Maßnahmen in der Bevölkerung.

Alkoholverbot an der Fasnet

„Für das Fasnets-Wochenende gilt das aber noch nicht“, betonte Kopp. Er kündigte an, dass sein Amt eine Allgemeinverfügung erlassen werde, die den Alkoholkonsum in den bezeichneten Straßen und Plätzen verbietet und Bußgeld für Verstöße festsetzt. Zumindest die beiden Großen Kreisstädte Rottweil und Schramberg haben großes Interesse daran angemeldet. Diese Allgemeinverfügung richte sich nicht gegen die Narren-Vereine und Zünfte, sagte er, sondern eher an nicht organisierte Gruppen. Ansammlungen seien ohnehin nicht zulässig, sagte Kopp.

Keine mutierten Viren im Kreis

Die gefährlichen Mutationen des Corona-Virus sind im Kreis Rottweil noch nicht angekommen, berichtete Dr. Heinz-Joachim Adam, der Leiter des Gesundheitsamts. „Aber wir sind in Hab-Acht-Stellung“. So würden alle positiven Tests von Rückkehrern aus Gebieten, in denen die mutierten Viren grassieren, sequenziert. „Wir fahren drei Mal in der Woche Proben nach Stuttgart“, sagte er. „Es ist zwar teuer, aber es ist vernünftig“. Wer aus solchen Gebieten anreise, müsse zwei Wochen in Quarantäne, und zwar ohne die Möglichkeit, nach einem negativen Test früher davon befreit zu werden.

Bislang wurden Menschen, die an Covid-19 erkrankt waren und wieder genesen sind, nicht geimpft, berichtete Martine Hielscher, die ärztliche Leiterin des Kreisimpfzentrums (KIZ). Die neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission laute jetzt: Impfung ist sechs Monate nach der Genesung wieder möglich.

Impfung in Heimen bis Mitte März abgeschlossen

Die Impfung der Menschen in den Pflegeheimen und dem angeschlossenen Betreuten Wohnen läuft durch, berichtete Ordnungsamtsleiter Thomas Seeger. In der kommenden Woche würden noch sieben Häuser durchgeimpft, eine Woche darauf dann noch zwei. Er rechnet damit, dass die Impfungen dort in der Kalenderwoche 10, also bis 14. März, abgeschlossen sind, „dann können sich die mobilen Impfteams neuen Aufgaben zuwenden.“ Im KIZ, so betonte Hermann Kopp, ist ohnehin alles vorbereitet, dass auch 750 bis 800 Menschen am Tag geimpft werden können, wenn genügend Impfstoff ankommt.

In den Heimen, so berichtete Seeger, sind derzeit noch sechs Bewohner an Corona erkrankt und keine Beschäftigten.

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Wolf-Dieter Bojus
... war 2004 Mitbegründer der NRWZ und deren erster Redakteur. Mehr über ihn auf unserer Autoren-Seite.