Schramberg – Die Stadt Schramberg und die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg fordern Fortschritte bei der Planung der Talumfahrung. Bei einem Arbeitsgespräch im Schramberger Rathaus am 20. Oktober ging es um die weitere Entwicklung der B 462. Die Umfahrung ist seit 2016 im Bundesverkehrswegeplan 2030 dem vordringlichen Bedarf zugeordnet; die Vorplanung läuft weiter.
Vertreter der Stadt Schramberg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg haben sich am 20. Oktober im Schramberger Rathaus zur Talumfahrung ausgetauscht. Nach Angaben der Stadt und der IHK ging es darum, gemeinsame Interessen zu vertreten, Informationen auszutauschen und die weitere Planung voranzubringen.
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr verwies darauf, dass die Talumfahrung seit 2016 im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 steht. In den 2020er Jahren seien Teile der Vorplanung geleistet worden. Seit 2023 erhalte die Stadt jedoch immer wieder die Auskunft, Bundes- und Landesverkehrsministerium seien noch in Abstimmung.
„Ich verstehe inzwischen alle Bürger, die daran zweifeln, dass die Talumfahrung jemals kommt“, wird Eisenlohr in der Mitteilung zitiert. Sie fordert klare Aussagen, möglichst ein klares Bekenntnis zur Talumfahrung. Danach müsse die Planung durch das Regierungspräsidium zügig weitergehen. „Es ist ein starkes Zeichen, dass die Wirtschaft hinter der Talumfahrung steht“, sagte Eisenlohr laut Mitteilung. Die Umfahrung sei nicht nur für Schramberg, sondern auch für den überregionalen Verkehr wichtig.
Das Regierungspräsidium Freiburg führt das Projekt aktuell in der Vorplanung und in der Grundlagenermittlung. Varianten müssen demnach noch fachübergreifend verglichen und abgewogen werden. Eine Vorzugsvariante muss anschließend von den zuständigen Landes- und Bundesministerien bestätigt werden. Ein verbindlicher Zeitplan für die weitere Umsetzung ist daraus nicht ersichtlich.
Stadt und IHK verbinden mit der Umfahrung eine Verringerung der Verkehrsbelastung und der damit verbundenen Emissionen in Schramberg. Dadurch könnten sich nach Darstellung der Stadt neue städtebauliche Möglichkeiten ergeben und die Wohn- und Lebensqualität verbessern. Das Regierungspräsidium nennt für die Ortsdurchfahrt rund 10.000 Fahrzeuge pro Tag und erwartet durch die Umfahrung eine Entlastung von Verkehr, Lärm und Abgasen. Der Luftreinhalteplan des Regierungspräsidiums hält zugleich fest, dass die Maßnahme nach der Fortschreibung von 2023 für die künftige Einhaltung der Luftgrenzwerte nicht mehr erforderlich ist.
Die IHK bewertet den Ausbau der B 462 als überregional bedeutsam. Die Straße stelle eine Ost-West-Verbindung zwischen der A 5 im Rheintal sowie der A 81 in Richtung Singen und Stuttgart her, erklärte der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Philipp Hilsenbek. Angesichts der wirtschaftlichen Stärke der Region seien die Straßenverbindungen über den Schwarzwald weiterhin ausbaufähig.
Hilsenbek zufolge zeigt eine Standortumfrage unter IHK-Mitgliedsbetrieben den Wunsch nach einer besseren Anbindung. Die IHK fordert von den Planungsbehörden und den Ministerien in Land und Bund zügige Planungen, transparente Entscheidungsprozesse und ein klares Bekenntnis zu Projekten im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030. „Von den Planungsbehörden und den Ministerien in Land und Bund wünschen wir uns zügige Planungen, transparente Entscheidungsprozesse und ein klares Bekenntnis zu den Projekten im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030“, sagte Hilsenbek laut Mitteilung.
Nach Angaben des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg hatte das Bundesverkehrsministerium bereits 2020 dem Einstieg in weitere Planungsschritte zugestimmt. Eine endgültige Vorzugsvariante oder eine Freigabe für die nächste Planungsstufe liegt damit nicht vor. Die konkrete Ausgestaltung der Umfahrung ist weiterhin Gegenstand des Variantenvergleichs. Das Regierungspräsidium beschreibt die B 462 als Verbindung zwischen der A 5 in der Rheinebene und der A 81 östlich des Schwarzwalds sowie als regionale Entwicklungsachse.