Dem wertvollen „Reichsstadtarchiv“ der Stadt Rottweil droht der Tod durch säurehaltige Verpackungen. Um die unzähligen historischen Dokumente vor dem Zerfall zu schützen, müssen diese von den Mitarbeiterinnen des Stadtarchivs neu verpackt werden. Ohne die Unterstützung durch freiwillige Helfer ist dies jedoch kaum noch rechtzeitig zu schaffen.
Rottweil – Auch an diesem Dienstagmorgen sitzt Arved Sassnick am großen Tisch des zweiten Obergeschosses des Rottweiler Stadtarchivs und verpackt die historischen Dokumente des „Reichsstadtarchivs“ neu, um diese für die Nachwelt zu erhalten. Bereits unter der Archivleitung von Dr. Winfried Hecht war der studierte Historiker des Öfteren im Stadtarchiv anzutreffen, um für Artikel in den Rottweiler Heimatblättern zu recherchieren. Etwas ganz anderes ist seine jetzige Tätigkeit im Stadtarchiv. In einer seiner letzten Sitzungen als Mitglied des Gemeinderats habe Sassnick von Archivleiterin Lena Kunz gehört, dass eine notwendige Neuverpackung des Reichsstadtarchivs für die Mitarbeiterinnen des Stadtarchivs kaum rechtzeitig zu schaffen sei. Er habe nicht lange überlegt und sich sofort als Helfer angeboten.
Als Grund für die notwendige Neuverpackung des Reichsstadtarchivs nennt Stadtarchivleiterin Lena Kunz die säurehaltigen Mappen, in denen die Dokumente derzeit aufbewahrt werden. „Sowohl die alten Papiere als auch die Tinte werden dabei langsam zersetzt“, erklärt die Archivarin. Bei der Neuverpackung müsse aufgrund des sensiblen Papiers darauf geachtet werden, Handschuhe zu tragen, da anderenfalls durch das Fett an den Händen die Papiere beschädigt werden könnten, erklärt Kunz weiter. „Aufgrund der Menge an Dokumenten wird derzeit jede helfende Hand benötigt, wir sind für die Unterstützung durch fleißige Helfer wie Herrn Sassnick daher sehr dankbar“, so Kunz.
Sie erklärt, dass das Reichsstadtarchiv sämtliche schriftlichen Dokumente bis ins Jahr 1803 beinhalte. „Wir konnten dabei sogar Siegelurkunden sichten, von denen wir bisher nicht einmal wussten, dass wir diese im Archiv hatten“, hebt die Archivleiterin zur Verdeutlichung der Menge an Dokumenten hervor. Aktuell gehe es vor allem darum, die Dokumente für die Nachwelt zu erhalten. Anschließend wolle man diese elektronisch erfassen, um den Bestand genauer zu dokumentieren.
Der Firma Alba wolle er die zahlreichen Schriftstücke jedenfalls nicht überlassen, betont Sassnick. Der Kampf gegen die Säure, er wird also weiter gehen. Ob es jedoch gelingt, die unzähligen Dokumente rechtzeitig neu zu verpacken, bleibt fraglich. Zu groß die Menge im Verhältnis zum kleinen Team. Jede helfende Hand ist willkommen, um der Nachwelt die historischen Dokumente der Heimatstadt zu erhalten.
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