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Rottweiler Box-Legende Luan Krasniqi wählt für Kosovo – Community gespalten

Zum dritten Mal in 16 Monaten wählt die Republik Kosovo morgen ein neues Parlament – und die Diaspora in Deutschland mischt mit.

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Seine Meinung ist auch heute noch gefragt: der frühere Profiboxer Luan Krasniqi. Hier vor einem Kampf seines Neffen Ardian Krasniqi. Foto: Ralf Graner

Rottweil/Hamburg. Die Republik Kosovo wählt morgen, am 7. Juni 2026, ein neues Parlament – und die Abstimmung berührt auch Menschen weit außerhalb des Balkans. Es sind bereits die dritten vorgezogenen Parlamentswahlen innerhalb von nur 16 Monaten. Hintergrund ist eine tiefe politische Blockade: Das Parlament war nicht in der Lage, ein neues Staatsoberhaupt zu wählen, und musste sich deshalb auflösen.

Einer, der das Geschehen in seiner alten Heimat sehr genau verfolgt, ist Luan Krasniqi. Der frühere Profiboxer wuchs in Junik im Kosovo auf, bevor seine Familie nach Rottweil zog, wo er beim BSV Rottweil mit dem Boxen begann und später Europameister im Schwergewicht wurde. Heute lebt er zwar nicht mehr in Rottweil, doch die Stadt bleibt Teil seiner Biografie.

Bereits am heutigen Samstag reiste Krasniqi nach Hamburg und gab nach eigenen Angaben in der kosovarischen Botschaft seine Stimme ab – die Diaspora kann dort bereits vor dem offiziellen Wahltag abstimmen. In dem Post ruft er zur Einheit auf, appelliert an Verantwortungsbewusstsein bei der Stimmabgabe und mahnt, die Zukunft der kommenden Generationen im Blick zu behalten. Eine konkrete Partei nennt er nicht; der Ton ist werteorientiert, überparteilich formuliert.

Doch die Reaktionen unter dem Post zeigen: Wo Krasniqi erscheint, prallen Lager aufeinander. Viele Kommentatoren feiern ihn als Helden und Legende der Nation – „Respekt Kampion“ ist noch eine der knappsten Würdigungen. Andere sind deutlich kritischer: Sie werfen ihm vor, nicht glaubwürdig für Einheit stehen zu können, solange er nach Ansicht einiger Kommentatoren einer als spaltend wahrgenommenen Partei nahesteht. In den Kommentaren fallen auch politische Namen – darunter der von Vjosa Osmani –, was zeigt, wie aufgeladen die aktuelle Stimmung in der kosovarischen Community ist.
Die Diaspora gilt als wichtiger Faktor bei kosovarischen Wahlen: Viele im Ausland lebende Kosovaren – vor allem in Westeuropa – können per Briefwahl oder persönlich in Botschaften abstimmen und das Ergebnis so deutlich beeinflussen. Viele von ihnen hoffen, dass diese Wahl endlich den politischen Neustart bringt, den das Land braucht.

Die Diskussion unter Krasniqis Post illustriert, wie sehr sich die politischen Spannungen auch in sozialen Medien entladen – und wie eng die Bindung an die alte Heimat bleibt, selbst aus der Ferne.

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