Schramberg-Heiligenbronn. Die Ausstellung „Eine Quelle, die bewegt“ im Kloster Heiligenbronn ist bei den internationalen FRAME Awards mit Silber ausgezeichnet worden. Konzipiert und gestaltet hat sie das Schramberger Büro fön, design_ von Innenarchitekt Arkas Förstner. Die Schau erzählt seit Januar die Geschichte von Wallfahrtsort, Kloster und Kinderrettungsanstalt.
Ein Preis des Fachmagazins FRAME
Die FRAME Awards vergibt das gleichnamige Design- und Interiormagazin aus Amsterdam. Ausgezeichnet werden Projekte aus Innenarchitektur, Raum- und Produktdesign, darunter auch Ausstellungen.
Nach Angaben von fön, design_ stehen auf der Liste der Ausgezeichneten auch Projekte großer Unternehmen und Museen. Das Büro nennt einen Auftritt des chinesischen Autobauers BYD bei der Design Week in Shenzhen und die Ausstellung „Cézanne et Renoir“ im Pariser Musée d’Orsay. Beide erhielten demnach Bronze.
Zur Einordnung: Medaillen nach Punkten
Die Medaillen der FRAME Awards sind keine Plätze in einer Rangliste. Jurys aus Fachleuten bewerten jede Einreichung einzeln nach Punkten, unter anderem in den Kriterien Innovation, Funktionalität, Kreativität sowie ökologische und gesellschaftliche Wirkung. Je nach erreichter Punktzahl gibt es Bronze, Silber, Gold oder Platin. Mehrere Projekte können dieselbe Stufe erhalten.
Ein Silber bedeutet also eine höhere Bewertung als Bronze – aber keinen direkten Vergleich der Projekte untereinander. Die Teilnahme ist kostenpflichtig: 2026 lagen die Einreichgebühren je nach Zeitpunkt zwischen 195 und 395 Euro. Die Jahressieger der einzelnen Kategorien wählt eine eigene Jury aus; sie sollen am 22. Oktober bekanntgegeben werden.
Für fön, design_ ist die Auszeichnung nach eigener Aussage eine Bestätigung seiner Arbeit. „Herausragende Gestaltung ist keine Frage der Größe, des Budgets oder des Standortes“, heißt es aus dem Büro.
Klostergeschichte auf kleiner Fläche
Die Ausstellung „Eine Quelle, die bewegt – alles im Fluss und weitere Klostergeschichten“ war im Januar 2026 in Nebenräumen der Heiligenbronner Kirche eröffnet worden, die NRWZ hat darüber berichtet. Sie handelt von der Quelle und der Wallfahrt am „heiligen Bronnen“, von der Gründung des Franziskanerinnenklosters durch David Fuchs und seiner Kinderrettungsanstalt sowie vom Leben der Schwestern früher und heute.
Gezeigt werden historische Exponate, Fotografien und Texte, ergänzt durch Audioaufnahmen und Filme. An Recherchestationen können Besucher in historischen Verzeichnissen nach Schwestern oder Kindern suchen, die im 19. Jahrhundert in Heiligenbronn lebten. Ältere Franziskanerinnen berichten in Aufnahmen aus ihrer Erinnerung. In der historischen Sakristei sind Exponate aus der Zeit von David Fuchs zu sehen.
Die historischen Inhalte hat Ewald Graf recherchiert und formuliert, in Zusammenarbeit mit dem Kloster. Gestalterisch setzt die Schau auf dreidimensionale Wandgrafiken, die Bild und Text verbinden, und auf zurückhaltende dunkle Vitrinen und Medienstationen vor den hellen historischen Wänden.
Braille-Führer und angepasste Bedienhöhen
Für blinde Besucher gibt es einen Ausstellungsführer in Brailleschrift. Die Räume sind laut Mitteilung weitgehend barrierefrei zugänglich. Eine Ausnahme ist das historische Oratorium, das baulich nicht stufenlos erreichbar ist. Kontraste, Schriftgrößen sowie Betrachtungs- und Bedienhöhen seien von Beginn an mitgeplant worden.
Gefördert über LEADER und die Stadt
Arkas Förstner ist seit 2003 als selbstständiger Innenarchitekt in Schramberg tätig und lehrt an der IU Internationalen Hochschule. In Schramberg hat er unter anderem bereits die Ausstellung „Made in Schramberg“ im Stadtmuseum gestaltet. Die FRAME-Medaille ist nach Angaben des Büros nicht seine erste internationale Auszeichnung.
Gefördert wurde das Ausstellungsprojekt über das EU-Förderprogramm LEADER, betreut von der Geschäftsstelle Mittlerer Schwarzwald, sowie von der Stadt Schramberg. Wie hoch die Förderung war, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Info: Die Ausstellung besuchen
- Ort: Kloster Heiligenbronn, Eingang links neben der Kirche
- Öffnungszeiten: 8.30 bis 17.30 Uhr (Sommerzeit), 8.30 bis 16.30 Uhr (Winterzeit)
- Eintritt: frei