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Asiatische Hornisse auch im Kreis Rottweil: Sichtungen bestätigt – jetzt melden

Invasive Insekten auf dem Vormarsch: Im Kreis Rottweil gibt es bereits bestätigte Hornissen-Sichtungen – und die Tigermücke gilt als nächste Bedrohung.

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Die invasive Asiatische Hornisse ist längst auch im Landkreis Rottweil angekommen. Sichtungen wurden bereits bestätigt, eine Gemeinde hat schon zum Melden aufgerufen. Gleichzeitig warnt das Landratsamt vor einer weiteren invasiven Art: Die Asiatische Tigermücke gilt im Kreis als Frage der Zeit.

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) macht auch vor dem Landkreis Rottweil nicht halt. Bereits im November 2025 wurde in der Stadt Rottweil ein Einzelexemplar gesichtet und offiziell bestätigt. Die Gemeinde Dietingen hat ihre Bevölkerung im April 2026 ausdrücklich aufgerufen, Sichtungen zu melden – und vor eigener Nestentfernung gewarnt. Damit reiht sich der Kreis Rottweil in eine landesweite Entwicklung ein: Die invasive Art breitet sich in Baden-Württemberg weiter aus.

Natürlich machen die Tiere vor Kreisgrenzen nicht Halt. Laut Landratsamt Tuttlingen wurden im Nachbarlandkreis in diesem Frühjahr fünf Sichtungen bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) registriert und bestätigt.

Primärnester jetzt entfernen – mit Förderung

Die Königinnen der Asiatischen Hornisse sind seit einigen Wochen aktiv und profitieren von den steigenden Temperaturen. Die Primärnester entstehen in dieser frühen Phase häufig in unmittelbarer Nähe von Menschen – unter Dachvorsprüngen, in Garagen oder Gartenhütten. Wer jetzt handelt, verhindert, dass sich daraus größere Sekundärnester entwickeln, die später oft hoch in Baumkronen hängen und schwerer zugänglich sind.

Bereits am Pfingstwochenende sind im Land die ersten Arbeiterinnen geschlüpft. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Kolonien in Sekundärnester umziehen – und damit auch das Gefahrenpotenzial rund um das Nest.

Das Land Baden-Württemberg fördert die fachgerechte Entfernung von Primärnestern zwischen dem 1. Mai und dem 31. Juli 2026 mit 60 Euro pro Nest. Wichtig: Nester dürfen aus Sicherheitsgründen ausschließlich durch geschulte Fachkräfte entfernt werden. Koordiniert wird dies von der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim. Alle Details zum Verfahren finden sich unter bienenkunde.uni-hohenheim.de/vespavelutina.

Sichtungen per App oder Online-Formular melden

Sichtungen von Tieren oder Nestern können über die Meldeplattform Asiatische Hornisse der LUBW oder die kostenlose „Meine Umwelt“-App gemeldet werden. Der Einsatz von Fallen ist ausdrücklich verboten – da sie nicht selektiv wirken, gefährden sie auch heimische Insektenarten. Weitere Informationen zur Art stellt die LUBW unter lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse bereit.

Tigermücke: Kreis Rottweil besonders im Blick

Auch die Asiatische Tigermücke rückt dem Landkreis Rottweil näher. Einen Nachweis gibt es hier bislang noch nicht – das Landratsamt selbst bezeichnet einen ersten Fund aber als „Frage der Zeit“. Fachleute der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) haben dem Landkreis ein erhöhtes Risikopotenzial bescheinigt: An den großen Autobahnrastplätzen machen täglich Lkw aus Südeuropa Station – und könnten die tagaktive Stechmücke als blinde Passagiere einschleppen. Das Landratsamt überwacht die betreffenden Standorte deshalb bereits mit Fallen.

Einen Vorläufer gibt es bereits: Im Kreis wurde die Asiatische Buschmücke nachgewiesen, die in Europa eine Rolle bei der Übertragung des West-Nil-Virus spielt.

Landesweit in mehr als der Hälfte der Kreise

Die Tigermücke ist in Baden-Württemberg bereits in 26 der 44 Stadt- und Landkreise nachgewiesen, an mindestens 66 Standorten haben sich feste Populationen gebildet. Begünstigt wird die Ausbreitung durch mildere Winter und wärmere Sommer infolge des Klimawandels. Die tagaktive Mücke kann Krankheitserreger wie Dengue-, Zika- oder Chikungunya-Viren übertragen. Das Risiko lokaler Infektionen gilt derzeit als gering, kann bei hoher Mückendichte im Hochsommer jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Besonders im Blick stehen sollten Tropenreisende – aber auch die Allgemeinbevölkerung ist zum Schutz vor Stichen angehalten.

Brutstätten im eigenen Garten beseitigen

Schon kleine Wasseransammlungen in Gießkannen, Untersetzern, Tiertränken oder Regentonnen reichen der Tigermücke zur Eiablage aus – je nach Wassertemperatur dauert es dann nur fünf bis zehn Tage bis zur nächsten Generation. Wasserbehälter im Freien sollten deshalb regelmäßig geleert, abgedeckt oder entfernt werden. Verdächtige Exemplare können gemeldet oder zur Bestimmung eingesandt werden. Weitere Informationen bietet das Dossier „Infektionskrankheiten“ unter medienservice-klima-gesundheit.de.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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