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Bodensee vor den Sommerferien: Wasserschutzpolizei und DLRG warnen vor unterschätzten Gefahren

Steil abfallender Seegrund, Föhnwellen und scharfkantige Muscheln: Was Ausflügler aus dem Landkreis wissen sollten.

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Der Bodensee ist eines der beliebtesten Ausflugsziele für Familien aus dem Landkreis Rottweil – und zugleich ein Gewässer mit erheblichen Risiken. Kurz vor Beginn der Sommerferien haben die Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg und die DLRG Bezirk Bodensee-Konstanz eine gemeinsame Warnung veröffentlicht. Sie richtet sich an Badegäste, Paddler und Stand-Up-Paddler.

Vom Landkreis Rottweil aus ist der Bodensee in rund anderthalb Autostunden erreichbar. Entsprechend viele Tagesausflügler zieht es in den Sommerferien an die Strandbäder zwischen Konstanz und Überlingen. Wasserschutzpolizei und DLRG weisen nun darauf hin, dass ein strahlender Sommertag am See trügerisch sein kann: Plötzlich aufziehende Föhnlagen, Strömungen und dichter Schiffsverkehr schaffen Gefahrenlagen, die von Ortsfremden häufig unterschätzt werden.

Der Körper braucht Zeit

Ein sicherer Badetag beginnt nach Angaben der Einsatzkräfte vor dem ersten Sprung ins Wasser. Wer überhitzt, direkt nach längerer Sonnenbestrahlung oder nach körperlicher Anstrengung in den See steigt, riskiert Kreislaufprobleme, Krämpfe oder einen Kälteschock. Die Fachleute raten, Arme, Beine und Nacken zunächst zu benetzen und dem Körper Zeit zur Anpassung zu geben. Schwere Mahlzeiten und Alkohol sollten unmittelbar vor dem Schwimmen tabu sein.

Kommt es dennoch zu einem Muskelkrampf, gilt: Ruhe bewahren, auf den Rücken drehen, die betroffene Partie lockern und im Zweifel laut auf sich aufmerksam machen. Hilferufe anderer Badegäste müssen immer ernst genommen werden – der Rettungsdienst ist über den Notruf 112 zu alarmieren. Auch dichte Seegrasfelder im Flachwasser sind kein Grund zur Panik. Hektische Bewegungen führen eher zu Verwicklungen als ruhiges, kontrolliertes Herausschwimmen.

Luftmatratzen ersetzen keine Aufsicht

Besonders deutlich wird die Warnung mit Blick auf Kinder und schwache Schwimmer. Sie sollten sich ausschließlich in ausgewiesenen, überschaubaren Flachwasserbereichen aufhalten. Der Seegrund fällt an vielen Abschnitten schon wenige Meter vom Ufer entfernt steil ab. Aufblasbare Schwimmtiere und Luftmatratzen bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken und treiben bei Wind und Strömung rasch ab. Selbst zertifizierte Schwimmhilfen wie Schwimmflügel oder Westen ersetzen nach Darstellung der DLRG niemals die aktive Aufsicht durch Erwachsene. Wo möglich, sollten Familien bewachte Badestellen mit DLRG-Wachstation ansteuern; Auskunft über Wachzeiten geben die Ortsgruppen.

Wetterumschwung binnen Minuten

Wegen der besonderen geografischen Lage können am Bodensee Gewitter und starke Fallwinde überraschend schnell entstehen, vor allem bei Föhn. Innerhalb weniger Minuten drohen hohe Wellen und stark eingeschränkte Sicht. Bei aufziehendem Unwetter oder einer offiziellen Sturmwarnung müssen Badende, Kanufahrer und Stand-Up-Paddler das Wasser sofort verlassen.

Ein weiteres Risiko ist der Schiffsverkehr. Außerhalb der Badebereiche werden Schwimmer wegen Wellen oder Sonnenreflexionen von Fahrgastschiffen und Booten leicht übersehen. Das Schwimmen in Schifffahrtslinien und Hafeneinfahrten gilt als lebensgefährlich, rund um Schiffsanleger besteht im Umkreis von 100 Metern ein Badeverbot. Wer die 300-Meter-Uferzone verlässt, muss gesetzlich eine Schwimmboje mitführen. Auf Kanus, Kajaks, Jollen und SUPs ist außerhalb dieser Zone eine Schwimmhilfe Pflicht. Unmotorisierte Sportgeräte müssen zudem mit Namen und Anschrift gekennzeichnet sein, um aufwendige Fehlalarme bei Suchaktionen zu vermeiden.

Niedrige Pegel, scharfkantige Muscheln

Kopfsprünge in unbekannte oder trübe Gewässer verbieten sich grundsätzlich, weil die Wassertiefe von außen nicht einzuschätzen ist. Vom Springen von Ufermauern, etwa im Konstanzer Herosepark, rät die Wasserschutzpolizei derzeit wegen sinkender Pegelstände ausdrücklich ab. Verboten sind Sprünge von Brücken in die Fahrrinne bei herannahenden Schiffen sowie das Befestigen von Seilen an Brückenkonstruktionen.

Unterschätzt werden schließlich die Strömungen im Seerhein und im Hochrhein. Hinzu kommt ein vergleichsweise neues Problem: Die invasive Quagga-Muschel breitet sich im Flachwasser aus. Ihre scharfkantigen Schalen können schmerzhafte Schnittverletzungen verursachen – Badeschuhe sind deshalb empfehlenswert.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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