Rottweil. Sprühnebel statt Hitzestau: Die CDU-Fraktion will den laufenden Umbau des Friedrichsplatzes um Vernebelungssäulen ergänzen. Die Stadtverwaltung rät dem Gemeinderat jedoch zur Ablehnung – unter anderem mit Verweis auf die bereits beschlossene Planung, die Kosten und einen früheren Beschluss gegen ein Wasser- und Nebelspiel.
Nach den Erfahrungen des Hitzesommers 2026 beantragt die CDU, auf dem Friedrichsplatz eine Vernebelungssäule vorzusehen. Sie soll an besonders heißen Tagen für Abkühlung sorgen und allen Generationen zugutekommen. Denkbar seien aus Sicht der Fraktion weitere Standorte in der Innenstadt und auf dem Landesgartenschau-Gelände.
Beraten wird der Antrag zunächst am Mittwoch, 21. Oktober, im Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss. Die endgültige Entscheidung soll der Gemeinderat am 11. November treffen.
Verwaltung: Mehr Grün statt Nebel
Die Verwaltung hält den Gedanken einer besseren Hitzervorsorge grundsätzlich für nachvollziehbar. Der Sommer 2026 habe erneut gezeigt, dass Klimaanpassung bei städtebaulichen Vorhaben stärker berücksichtigt werden müsse, heißt es in der Stellungnahme. Trotzdem schlägt die Verwaltung vor, dem CDU-Antrag nicht zu folgen. Hochdrucknebelanlagen seien vor allem dort sinnvoll, wo viele Menschen zusammenkommen, aber keine Bäume gepflanzt werden können. Um auf dem Friedrichsplatz eine flächige Wirkung zu erzielen, müssten mehrere Stelen aufgestellt werden. Der Investitionsaufwand werde nach Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten auf etwa 70.000 Euro geschätzt.
Das aktuelle Gestaltungskonzept setze dagegen dauerhaft auf weniger versiegelte Flächen, Regenwasserrückhalt, Pflanzbeete und Bäume. Im Bereich des Friedrichsplatzes sollen künftig 15 Bäume stehen. Ihre Kühlwirkung wachse nach Darstellung der Stadt mit der zunehmenden Biomasse; zudem seien größere Wurzelräume und eine Wasservorratshaltung aus Niederschlagswasser vorgesehen.
Wasserspiel schon abgelehnt
Ein wesentlicher Punkt in der Argumentation: Der Gemeinderat hatte im April ein von den Planern vorgeschlagenes Wasserspiel mit Nebeldüsen mehrheitlich abgelehnt. Dieses Element hätte nach Angaben der Verwaltung sowohl Aufenthaltsqualität als auch einen spielerischen Mehrwert gebracht. Damals stand ein Wasser- und Nebelspiel mit drei bis fünf Düsen zur Diskussion. Nach früheren Angaben lagen die erwarteten Baukosten bei etwa 90.000 Euro, hinzu wären jährliche Betriebs- und Unterhaltskosten gekommen.
Nun erneut Nebelsäulen einzuplanen, sei auch zeitlich schwierig: Die Oberfläche des Platzes stehe unmittelbar vor dem Baustart. Eine geordnete planerische Einbindung sei deshalb nicht mehr leistbar, argumentiert die Verwaltung.
Anschlüsse bleiben vorgesehen
Ganz vom Tisch ist die technische Möglichkeit für spätere Ergänzungen offenbar nicht. Für den multifunktional gedachten Platz sind nach der Verwaltungsvorlage Leerrohre sowie Anschlüsse für Strom und Wasser vorgesehen. Zusammen mit einer ungebundenen Oberflächengestaltung soll dies spätere Entwicklungen erleichtern.
Der Friedrichsplatz wird derzeit grundlegend umgebaut. Vorausgegangen waren umfangreiche Arbeiten an Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen; anschließend soll der Platz mit mehr Grün, weniger Verkehr und neuen Aufenthaltsbereichen gestaltet werden. Parallel entsteht der zentrale Bus-Umsteigepunkt am Nägelesgraben.
Mit Blick auf die Landesgartenschau 2028 steht der Platz damit vor einer langfristigen Veränderung. Ob dazu künftig auch künstlicher Nebel zur Abkühlung gehört, entscheidet der Gemeinderat im November.