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Eine Rottweilerin macht ihren Wagen zur rollenden Notruf-Tafel

Service-Mobil mit hilfreichen Informationen - ein ganz besonders gestaltetes Auto

Service-Mobil für Menschen und Tiere. Foto: Peter Arnegger
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Lesezeit 3 Min.

Rottweil – Es ist ein unscheinbarer VW Touran, beige, allerdings mit grünen Flecken übersät. Wer hinter diesem Auto an der Ampel steht, merkt daher schnell: Dieses Fahrzeug ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Auf der Heckklappe stehen in weißer Schrift Telefonnummern, die Leben retten können – für Menschen und für Tiere.

„Häusliche Gewalt – 116016“, „Telefonseelsorge – 0800 1110111 oder 0800 1110222“, „Kindernotruf – 0800 567 567“, „Tierrettung – 0800 111 15 15“ – klar lesbar, mitten im Straßenverkehr. Die Halterin, eine Rottweilerin, hat ihren Wagen ganz bewusst so bekleben lassen, sagt sie der NRWZ. Die Idee dazu stamme von einer Freundin, die in einem helfenden Beruf arbeite und im Alltag immer wieder mit Menschen zu tun hat, die genau diese Nummern bräuchten – sie aber oft nicht kennen oder in der Not nicht parat haben.

„Irgendjemand müsste diese Nummern einfach überall sichtbar machen“, sagte die Freundin sinngemäß. Aus dem Satz wurde kein bloßer Wunsch, sondern ein handfester Entschluss: Die Rottweiler Autofahrerin übernahm die Idee – und machte ihr Auto zur kleinen, aber auffälligen Info-Tafel. Kein offizielles Projekt, keine Kampagne, sondern privates Engagement.

Die Botschaft hinter der Aktion ist so schlicht wie stark: Hilfe ist da. Für Menschen, die von Gewalt betroffen sind. Für Kinder, die niemanden zum Reden haben. Für Menschen in seelischen Krisen. Und sogar für Tiere in Not. Wer hinter diesem Auto fährt, sei es auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkauf oder nach Hause, wird an diese Angebote erinnert – vielleicht genau in einem Moment, in dem jemand dringend einen Ausweg sucht.

Die Halterin des Fahrzeugs möchte nicht im Mittelpunkt stehen. Wichtiger ist ihr, dass die Nummern gesehen werden und im Gedächtnis bleiben. Ihr Auto steht tagsüber auf Parkplätzen, rollt durch die Stadt, über Landstraßen, durch Wohngebiete – jedes Mal mit der stillen Hoffnung, dass vielleicht ein einziger Blick auf die Heckklappe reicht, damit jemand später in einer Krise zum Telefon greift.

Für die NRWZ hat die Rottweilerin ihr Einverständnis gegeben, das Foto ihres Fahrzeugs zu veröffentlichen. Nicht, um sich selbst zu präsentieren, sondern um andere zu ermutigen: Zivilcourage und Mitmenschlichkeit beginnen manchmal ganz schlicht – mit einer Idee, ein paar Aufklebern und der Bereitschaft, das eigene Auto zum Träger einer wichtigen Botschaft zu machen.

Denn hinter jeder dieser Zahlen steckt ein Mensch, der ans Telefon geht, zuhört, ernst nimmt und hilft. Und manchmal ist es genau diese eine Nummer, an die man sich erinnert, weil man sie zufällig im Rückstau vor einer roten Ampel in Rottweil gelesen hat.

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