Rottweil, 9. Mai – Freitagabend, Déjà-vu, alles voll, Autos bis auf die Wiese geparkt, vor der Halle hoffen einige auf Restkarten. Vergebens. Gestern kamen 750, heute ist die Alte Stallhalle sogar mit 800 Personen belegt. Marla Glen beim Jazzfest, das wollen viele sehen und hören. Der Sänger mit der tiefen Stimme, aufgewachsen in Chicago und seit langem in Deutschland heimisch, zieht seit Jahrzehnten, so auch in Rottweil. Volles Haus, wieder mal.
Auch auf der Bühne ist es voll, denn gleich neun Musikerinnen und Musiker sind aktiv, darunter neben Marla Glen drei weitere, die ausschließlich mit Backgroundgesang beschäftigt sind. Los geht es mit der Bluesharp. Von Gospel und Soul bis Funk kommt schon im ersten Set so einiges an Stilvielfalt zusammen.

Pause nach einer Dreiviertelstunde, im zweiten Set dann sogar Offbeats. Doch das Ensemble auf der Bühne zerfasert allmählich, die Ansagen werden fahriger, die Suche nach dem nächsten Song offenbar. Zudem gesellen sich tonale Unstimmigkeiten hinzu. Marla glenzt? Nicht so ganz.
Noch ein Solo, dann eine Ballade, dann wieder funky, doch was am Vorabend bei Haffner und Landgren so homogen und aus einem Guss wirkte, bleibt heute deutlich blasser. Nun, es ist ja erst Halbzeit beim Jazzfest.
Mehr unter www.jazzfest-rottweil.de
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