Wer heute noch eine neue Gas- oder Ölheizung einbauen lässt, könnte langfristig deutlich höhere Kosten tragen müssen. Das Verbraucherportal Finanztip warnt vor einer „Kostenfalle“ für Vermieter und Mieter. Hintergrund sind geplante Änderungen beim Heizungsgesetz und steigende Zusatzkosten durch CO₂-Preise, Netzentgelte und vorgeschriebene Beimischungen klimafreundlicher Gase.
Die Debatte um das sogenannte Heizungsgesetz geht in die nächste Runde. Zwar will die Bundesregierung die bisherige 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen lockern. Gleichzeitig könnten fossile Heizungen langfristig jedoch deutlich teurer werden.
Nach Berechnungen des Verbraucherportals Finanztip müsste ein Vermieter bei einer neu eingebauten Gasheizung künftig rund 275 Euro zusätzliche Kosten pro Jahr und Wohnung tragen. Grundlage ist eine Beispielwohnung mit einem jährlichen Gasverbrauch von 10.000 Kilowattstunden.
Der Hintergrund: Union und SPD planen im Zuge eines neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes eine stärkere Kostenbeteiligung von Vermietern. Künftig sollen Zusatzkosten für CO₂-Abgaben, steigende Gasnetzgebühren und vorgeschriebene Anteile von Biomethan zwischen Mietern und Vermietern geteilt werden.
Finanztip rechnet dabei mit folgenden Zusatzkosten für eine typische Wohnung:
- rund 75 Euro durch teurere Biogas-Anteile,
- etwa 70 Euro durch den CO₂-Preis,
- sowie rund 130 Euro durch Netzentgelte.
Besonders problematisch: Viele dieser Kosten dürften in den kommenden Jahren weiter steigen. Experten erwarten höhere CO₂-Preise und zunehmende Belastungen durch den Umbau der Gasnetze. Gleichzeitig gelten klimafreundliche Gase wie Biomethan oder Wasserstoff derzeit als knapp und teuer.
Wärmepumpe trotz hoher Anschaffungskosten oft günstiger
Finanztip argumentiert deshalb, dass Wärmepumpen trotz hoher Anschaffungskosten langfristig wirtschaftlicher sein könnten. Grund seien staatliche Förderungen von bis zu 70 Prozent sowie niedrigere laufende Kosten.
Die Verbraucherexperten warnen deshalb davor, bei der Entscheidung für eine neue Heizung nur auf den Anschaffungspreis zu schauen. Eine günstige Gasheizung könne sich über viele Jahre hinweg als deutlich teurer erweisen als zunächst angenommen.
Die Reform des Heizungsgesetzes muss allerdings noch durch Bundestag und Bundesrat. Welche Regeln am Ende tatsächlich gelten, ist daher noch offen.
