Was kostet der Name einer Brücke? Warum die Stadt die Sponsorensumme für die BDT-Brücke geheim hält

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Rottweil. Wie viel ist der Name eines öffentlichen Bauwerks wert? Diese Frage lässt die Stadt Rottweil auch nach einer ausführlichen Nachfrage unbeantwortet. Zwar hat sie weitere Details zur Namenspartnerschaft der neuen Neckarbrücke der Landesgartenschau 2028 bekanntgegeben, die Höhe der Sponsoringleistung bleibt jedoch geheim.

Fest steht inzwischen: Vertragspartner sind die Landesgartenschau Rottweil 2028 gGmbH und die BDT Media Automation GmbH. Die Einnahmen aus dem Sponsoring sollen nach Angaben der Landesgartenschau unter anderem das Musik- und Veranstaltungsprogramm, zusätzliche Informationsangebote sowie Medienpartnerschaften finanzieren und dazu beitragen, die Eintrittspreise moderat zu halten.

Die entscheidende Frage beantwortet die Stadt jedoch weiterhin nicht: Wie viel bezahlt das Rottweiler Unternehmen dafür, dass die Brücke für zehn Jahre den Namen „BDT-Brücke“ trägt? Über die Namensvergabe berichten wir hier, über unser – bislang im Kern nicht beantwortetes – Auskunftersuchen hier.

Stadt verweist auf Vertraulichkeit

Auf die Nachfrage der NRWZ erklärt die Landesgartenschau-Geschäftsführerin Ines Gaehn, über die Höhe der Sponsoringleistung hätten beide Vertragspartner Vertraulichkeit vereinbart. Dies sei im Sponsoringbereich eine übliche Regelung und diene dem Schutz der Geschäftsinteressen des Unternehmens.

Außerdem verweist die Stadt darauf, dass auch im Gemeinderat über Spenden und Sponsoring regelmäßig nicht öffentlich beraten werde. Der Aufsichtsrat der Landesgartenschau gGmbH habe der Namenspartnerschaft zugestimmt. In diesem Gremium sind alle Fraktionen des Rottweiler Gemeinderats vertreten. Das Regierungspräsidium Freiburg als Fördermittelgeber sei in das Vorgehen eingebunden worden.

Es geht um mehr als einen Brückennamen

Die Diskussion dreht sich nicht allein um die Bezeichnung einer Brücke. Erstmals erhält ein zentrales Bauwerk der Landesgartenschau für einen Zeitraum von zehn Jahren den Namen eines Unternehmens. Damit stellt sich auch die Frage, welchen wirtschaftlichen Wert die Stadt beziehungsweise die Landesgartenschau dieser Werbemöglichkeit beimisst. Gerade weil es sich um ein öffentliches Bauwerk handelt, besteht ein nachvollziehbares Interesse daran, zu erfahren, nach welchen Kriterien der Preis festgelegt wurde. Zudem interessiert es, ob weitere Unternehmen angesprochen wurden und welche Einnahmen die Namenspartnerschaft tatsächlich erzielt.

Ob die vereinbarte Summe hoch oder niedrig ausfällt, lässt sich derzeit nicht beurteilen. Ebenso wenig ist öffentlich bekannt, wie die Höhe des Sponsorings ermittelt wurde. In das Projekt Landesgartenschau fließen Millionen – allein 2025 waren es 5,9 Millionen Euro Investitionszuschuss. Dennoch scheint das Projekt so auf Kante genäht zu werden, dass örtliche Sponsoren ran und die öffentliche Hand unterstützen müssen.

Offene Fragen

Neben der Sponsorensumme bleiben weitere Punkte offen. Unklar ist unter anderem, ob die Namensrechte öffentlich angeboten wurden oder ob ausschließlich mit einem Unternehmen verhandelt wurde. Ebenso ist bislang nicht bekannt, welche Rolle die Einnahmen gemessen am Gesamtbudget der Landesgartenschau spielen und wie groß der Finanzierungsanteil ist, der über Sponsoring erwirtschaftet werden soll.

Eine Anfrage der NRWZ an die BDT Media Automation GmbH zu den Hintergründen der Vereinbarung ist bislang unbeantwortet. Die Frist zur Stellungnahme läuft noch bis Dienstag. Sollte das Unternehmen antworten, werden wir darüber berichten.

Die NRWZ wird das Thema weiter begleiten. In den kommenden Tagen soll unter anderem der Frage nachgegangen werden, welche Rolle Sponsoring inzwischen bei kommunalen Großprojekten spielt und wie andere Landesgartenschauen mit Namensrechten für öffentliche Bauwerke umgehen.

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