Rund 20 Millionen Euro für Sanierung und Erweiterung: Das Droste-Hülshoff-Gymnasium in Rottweil hat seinen Neubau eingeweiht. Er bietet zwölf neue Klassenräume, offene Lernbereiche und eine flexibel nutzbare Aula. Ganz abgeschlossen ist das Bauvorhaben noch nicht.
Autor: Wolf-Dieter Bojus / ergänzende Informationen: Stadt Rottweil
ROTTWEIL. „Freude, schöner Götterfunken“ hieß es zu Beginn: Am Freitag, 18. September, wurde mit geladenen Gästen der Neubau des Rottweiler Droste-Hülshoff-Gymnasiums (DHG) eingeweiht. Die Schülerinnen und Schüler nutzen die neuen Räume bereits seit Anfang der Woche. Bevor die Ansprachen in der neuen Aula begannen, ertönte erst einmal der Schulgong. „Gutes Timing“, befand Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf. Er dankte den Beteiligten und erinnerte an den langen Weg, bis die Schule mit ihren 606 Schülerinnen und Schülern nun nahezu fertig sei. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagte er.
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20 Millionen Euro und ein Fußballvergleich
„Es war damals nicht einfach herauszufinden, wo der Haupteingang ist“, erinnerte sich Ruf. Nun habe das DHG ein „konkretes Gesicht“ bekommen. Mit den neuen Räumen werde die Stadt auch den veränderten Anforderungen an die Schule gerecht.
Rund 20 Millionen Euro habe die Stadt in die Sanierung und Erweiterung investiert – „ein Viertel Nick Woltemade“, wie Ruf mit Blick auf die VfB-Stuttgart-Anstecknadel am Revers von Schulleiter Stefan Maier scherzte. Auch an die Beantragung des Landeszuschusses von 1,68 Millionen Euro erinnerte der OB: Er habe den Antrag am letzten Tag der Frist, einem Freitag, in Freiburg abgegeben. Der Amtsleiter sei da schon im Wochenende gewesen. Mit dem Zuschuss habe es dennoch geklappt.
„Wir feiern also den fünften Betriebstag“
Schulleiter Stefan Maier berichtete, dass der Unterricht in den neuen Räumen bereits angelaufen sei. „Wir feiern also den fünften Betriebstag.“ Zuvor sei die Raumsituation sehr beengt gewesen. Unterricht habe teilweise in Räumen der benachbarten Schulen stattgefunden, zeitweise hätten deshalb auch Stunden ausfallen müssen. Jetzt habe das DHG genug Platz, jedenfalls bis sich das neunjährige Gymnasium auswirke. Den bisherigen Haupteingang beschrieb Maier so: „Man kam rein, es war dunkel, und gegenüber waren die WCs.“ Umso mehr freue er sich über den neuen Eingangsbereich und die vielseitig nutzbare Aula, in der sich zwei Musikräume abtrennen lassen. Dankbar zeigte sich Maier außerdem dafür, dass die frühere Idee, das DHG mit dem benachbarten Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) zusammenzulegen, nicht verwirklicht worden sei.
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„Stadion-Atmosphäre“ in der Aula
„Bevor der Pfarrer die Schule segnet, kommt erst noch der Teufel“: Mit diesem Satz hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Teufel die Lacher auf seiner Seite. Die rund 1,7 Millionen Euro vom Land seien hier „gut investiert“. In der Aula mit ihren Sitzbänken – auf denen etwa auch der Landtagsabgeordnete der Grünen Artur Eichin Platz genommen hatte – machte er eine „Stadion-Atmosphäre“ aus. Den musikalischen Schlusspunkt setzten Chor und Orchester unter der Leitung von Tanja Pfau mit „Seid umschlungen, Millionen“ aus Beethovens neunter Sinfonie.
Zwölf neue Klassenräume und offene Lernbereiche
Der Teilneubau bietet neben dem neuen Eingangsbereich und der Aula mit ihren abtrennbaren Musikräumen zwölf neue Klassenräume, einen Aufzug und eine Küche für die Schülermitverantwortung (SMV). Nach Angaben der Stadt wurden die Räume mit viel Glas, Holz und Kautschukböden gestaltet.
Eine Besonderheit ist die sogenannte Clusteraufteilung: Jeweils drei Klassenräume sind Flurbereichen mit Marktplatzcharakter zugeordnet. Diese sind so möbliert, dass sie für Gruppenarbeiten, aber auch in Mittagspausen und Freistunden genutzt werden können. Hinzu kommen zwei Oberstufenräume, einer davon als Arbeitsraum. Die naturwissenschaftlichen Fachräume nutzen die DHG-Schüler weiterhin gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern des AMG in dessen Gebäude.
Geplant und begleitet wurde die Baumaßnahme von den Projektarchitektinnen Birgit Herter und Olga Lamparter aus der Hochbauabteilung der Stadt Rottweil. Da die Arbeiten bei laufendem Schulbetrieb stattfanden, erfolgte die Abstimmung eng mit der Schulleitung.
Wärmepumpe heizt und kühlt
Zum Energiekonzept des Neubaus gehören eine Wärmepumpe zum Heizen und Kühlen sowie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Sie soll einen Teil des Energiebedarfs mit Strom aus erneuerbaren Quellen decken. Die Stadt hebt den hohen energetischen Standard des Gebäudes hervor. Nach Angaben der Stadt liegen die Baukosten im vorgesehenen Rahmen. Die genannten rund 20 Millionen Euro beziehen sich auf die gesamte Sanierung und Erweiterung des DHG, nicht allein auf den Neubau.
Abrissgebäude soll zunächst dem AMG dienen
Mit der Einweihung ist das Bauvorhaben noch nicht vollständig abgeschlossen. Ein zum Abriss vorgesehenes Gebäude soll zunächst als Ausweichquartier für das benachbarte AMG dienen, wenn dessen Hauptgebäude in den kommenden Jahren saniert wird. Auf diese Weise will die Stadt eine teure Containerlösung vermeiden.













